Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.01.2012

15:49 Uhr

Reformvorschlag

Rösler will Solarförderung zusammenstreichen

VonThomas Sigmund, Jürgen Flauger, Klaus Stratmann

ExklusivFür die Solarindustrie wird es ungemütlich. Bundeswirtschaftsminister Rösler sieht die bisherige Förderpraxis für die Branche kritisch und fordert eine Reform. Das wirtschaftlich vernünftige Maß sei überschritten.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). dapd

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP).

BerlinBundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) fordert eine grundlegende Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Die Förderung der Erneuerbaren in ihrer jetzigen Form habe sich überlebt, sagte er dem Handelsblatt. „Das sprengt auf Dauer das System und ist nicht zukunftsfähig“, sagte der Minister. Besonders kritisch sieht Rösler die  Photovoltaik. Die  Ausbaugeschwindigkeit übersteige das wirtschaftlich vernünftige Maß. Zwischen der Höhe der Förderung und dem Beitrag der Photovoltaik zur Stromversorgung bestehe ein „eklatantes Missverhältnis, das mir weder volkswirtschaftlich noch energiewirtschaftlich sinnvoll oder zukunftsfähig erscheint“, sagte er.

Rösler setzt mit seiner Kritik an der EEG-Förderung Bundesumweltministers Norbert Röttgen (CDU) unter Druck. Röttgen war Ende 2011 von den Spitzen der Regierungsfraktionen aufgefordert worden, bis zum 25. Januar eine Strategie zur Begrenzung der EEG-Kosten vorzulegen. Die EEG-Umlage summierte sich 2011 auf 13 Milliarden Euro, die auf alle Verbraucher umgelegt werden. Ausnahmen gelten für die Industrie.

Rösler spricht sich dafür aus, die im   EEG festgeschriebenen festen Einspeisevergütungen aufzugeben. Stattdessen will der Minister die Energieversorger verpflichten, einen bestimmten Teil ihres Stroms aus erneuerbaren Quellen zu liefern. Sie könnten die Erzeugungsform selbst wählen. Dieses Mengenmodell werde einen Effizienzwettbewerb auslösen, sagte Rösler.

Der Vorstoß des Ministers dürfte beim Wirtschaftsflügel der Union auf Zustimmung stoßen. In einem am Freitag bekannt gewordenen Papier fordern Unions-Fraktionsvize Michael Fuchs, der wirtschaftspolitische Sprecher der Union, Joachim Pfeiffer (CDU), sowie der Energie-Koordinator Thomas Bareiß (CDU) ebenfalls weit reichende Einschnitte in das EEG. 

Kommentare (57)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Klimaterror

15.01.2012, 16:48 Uhr

Die ganze Solarförderung eine Aktion ohne Sinn und Verstand gewesen. Sie hat uns nichts gebracht, verdient haben nur einige wenige. Die Rechnung kann der Bürger für die nächsten Jahrzehnte zahlen, die Industrie weicht dagegen aus und kauft Atomstrom wo möglich. Alles haben wir einer verfehlten Politik zu verdanken die auf grüner Ideologie basiert. Die Klimalüge hat zu weiteren Verfehlungen geführt wie die Windradförderung die nur vereinzelt Sinn macht.

Hoffmann

15.01.2012, 17:30 Uhr

Wenn Rösler etwas fordert ist man schon mal misstrauisch! Die Solarförderung wird sich kaum noch verändern, fast egal wieviel jetzt noch neu installiert wird denn PV steht kurz vor der Wettbewerbsfähigkeit. Die relativ hohe Belastung liegt der Umlage mit ca 50% ist der Installation der vergangenen Jahre geschuldet und eine jetzige Kürzung würde nichts daran ändern.
Eine Röslersche Kürzung zum jetzigen Zeitpunkt würde die bisherigen Erfolge zunichte machen u. die Umlage dennoch nicht mehr verändern.
Nein, die PV ist auf dem besten Weg! Jetzt muß es weiterlaufen bis in einigen Jahren die Förderung auf max 10 Cent sinken kann.
Rösler sollte sich eher die Offshore Windstromförderung ansehen: 19 Cent/kwh ist einfach zuviel, nämlich mehr als doppelt so hoch wie an Land. Aber hier wäre die FDP-Klientel betroffen, Energiekonzerne u. Finanzinvestoren, und deshalb hält er dort seine Klappe.

Account gelöscht!

15.01.2012, 17:46 Uhr

Dem ist so...man wacht langsam auf.
Zitat aus dem Spiegel:
Es kann nicht sein, dass über 50 Prozent der Fördermittel in die Solarenergie gehen, die rund drei Prozent zur Stromherstellung beiträgt», sagte Fuchs (Unions-Fraktionsvize) dem «Spiegel».

Endlich- PV ist zeitabhängiger Schönwetterstrom und völlig schwachsinnig übersubventioniert. Für Dirktverbrauch ist PV ja ok- bei Einspeisung muss halt endlich mal ein verbindliches Konzept auf den Tisch, wo die EE´s im Ausbau geregelt werden - inkl. dem bitter notwendigen Netzausbau.
Ich bin mir absolut sicher, daß es wegem dem PV-Tinnef ab April 2012 das erste Mal einen richtigen Stromasufall wegen Netzproblemen geben wird.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×