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06.01.2005

08:41 Uhr

Regierung denkt über Steuererleichterungen für spendende Unternehmen nach

Schröder begrüßt Engagement der Deutschen

VonK.Doemens (S.Kersting, P.Thelen)

Zehn Tage nach der Flutkatastrophe in Asien ist die Spendenbereitschaft der Deutschen weiter groß. Hilfsorganisationen nahmen Rekordsummen ein. Nach Angaben von Bundeskanzler Gerhard Schröder spendeten Bundesbürger und Unternehmen bis gestern Mittag rund 150 Mill. Euro.

HB BERLIN. Zugleich betonten Hilfsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK), dass weitere Spendengelder benötigt werden. „Eine Decke kostet fünf Euro. Bei fünf Millionen Obdachlosen brauchen wir also allein 25 Millionen Euro, nur um jedes Opfer mit einer Decke zu versorgen“, sagte DRK-Sprecher Lübbo Roewer.

Zudem werde nach der jetzt laufenden Soforthilfe noch sehr viel mehr Geld für die Aufbauarbeit benötigt, die mindestens zwei Jahre in Anspruch nehmen werde, sagte DRK-Generalsekretär Clemens Graf von Waldburg-Zeil dem Handelsblatt. „Dieses Geld muss jetzt zusammenkommen, da die Spendenbereitschaft nach den bisherigen Erfahrungen schnell nachlassen wird, wenn die Katastrophe von anderen Schlagzeilen verdrängt wird.“ Auch Unicef-Sprecher Christian Schneider sagte, man sei für weitere Spenden dankbar: „Der Wiederaufbau wird uns in den nächsten Jahren sehr große Anstrengungen kosten.“ Die Vereinten Nationen wollen heute erstmals beziffern, wie teuer der Wiederaufbau der zerstörten Region werden kann.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hatte zuvor zu einem Stopp von zweckgebundenen Spenden für die Flutgebiete aufgerufen. Sie könnten momentan nicht garantieren, dass weitere Mittel auch wirklich in der Region eingesetzt würden, hieß es. Man sei aber froh über freie Spenden. Diese würden dort eingesetzt, wo sie am nötigsten seien, unter anderem im Sudan und im Kongo.

Der Geschäftsführer des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI), Burkhard Wilke, sprach gegenüber dem Handelsblatt von einem „großen Verantwortungsbewusstsein“ der Helfer. Das DZI vergibt Spendensiegel an Hilfsorganisationen, die sich freiwillig einer jährlich zu wiederholenden Prüfung unterziehen. Es gilt in der Branche als eine Art Gütesiegel für den Umgang mit Spendengeldern. Es gebe aber auch eine große Zahl von Organisationen, die kein solches Gütesiegel aufwiesen, aber trotzdem seriöse Arbeit leisteten, so Wilke. Eine staatliche Kontrolle existiert nicht.

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