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20.03.2011

17:51 Uhr

Regierung prognostiziert:

Schneller Ausstieg steigert Strompreise

Ein neues Energiekonzept mit einem schnellen Ausstieg dürfte die Verbraucher teuer zu stehen kommen. Gerade der notwendig werdende Ausbau des Stromnetzes dürfte dabei preistreibend wirken.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle. Quelle: dpa

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle.

BerlinMit dem Abschalten einer Reihe von Atommeilern und einem neuen, ökologisch ausgerichteten Energiekonzept der Bundesregierung kommen auf die Verbraucher höhere Strompreise zu.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sagte in einem am Sonntag verbreiteten Gespräch mit der „WirtschaftsWoche“: „Ein schnellerer Umbau unserer Energieversorgung hin zu den Erneuerbaren ist nicht zum Nulltarif zu haben.“ Atomkraftwerk-Betreiber drohen nach dem Abschalten älterer Anlagen mit Blick auf das Netz mit Stromausfällen.

Schon zum 1. Januar habe sich der Einspeisevorrang für erneuerbare Energien und die garantierte Vergütung in höheren Preisen niedergeschlagen, sagte Brüderle. Sollten die Atomkraftwerke dauerhaft abgeschaltet werden, bräuchte Deutschland zur Kompensation neue Gas- und Kohlekraftwerke. „Das wird zu höheren Co2-Emissionen und zu höheren Kosten führen“, sagte der Politiker.

Nach Einschätzung des Umweltbundesamts rechtfertigt dagegen das Abschalten alter Atomkraftwerke keine Strompreiserhöhungen.

Deutschland werde seinen Strombedarf ohne Importe decken können, sagte der Präsident der Behörde, Jochen Flasbarth, im Deutschlandradio Kultur.

Nach Brüderles Angaben kommen Kosten für den Ausbau der Netze für mehr Ökostrom noch hinzu: „Uns fehlen heute schon mehr als 3500 Kilometer Stromleitungen.“ Nach einer Analyse des Sachverständigenrats für Umweltfragen (SRU) summierten sich die Kosten der grünen Stromherstellung bis 2050 auf 1455 Milliarden Euro, wenn man den Bau neuer Anlagen, den Einsatz neuartiger Energiespeicher und den Einsatz effizienzsteigernder Techniken einrechne, berichtete die „WirtschaftsWoche“.

Brüderle will am Montag Eckpunkte für den Netzausbau in Deutschland vorlegen. Kernpunkt des neuen Gesetzes sei ein Bundesnetzplan. Darin würden die notwendigen Trassenkorridore bundesweit ausgewiesen und für den Bau von Hochspannungsleitungen reserviert. Der „Flickenteppich“ bei den Genehmigungen aufgrund von Länderzuständigkeiten werde abgeschafft. Gemeinden müssten den Leitungsausbau „im Interesse des Gemeinwohls“ hinnehmen. Die unterschiedlichen Genehmigungsformate für Freileitungen und Erdkabel sollen vereinfacht werden.

Kommentare (11)

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Verbloedetes_Deutschland

20.03.2011, 21:43 Uhr

Die Mehrheit der Deutschen ist leider auch total verblödet. Sie denken doch tatsächlich, dass die anderen
Länder um uns herum auch ihre AKWs abschalten, wenn wir als Vorbild voran gehen. Unsere paar abgeschalteten AKWs bringen kein einziges Prozent mehr Sicherheit für Deutschland. Aber die Energiekonzerne freuen sich. Denn sie können alles zu Geld machen. Ob es die EEG- u. Ökoabgaben sind. Ob erst die Laufzeitverlängerung oder nun die Abschaltung der AKWs. Völlig egal. Die Energiekonzerne haben immer einen Grund, die Strompreise zu erhöhen. Und zusätzlich zu den steigenden Strompreisen holen sich die Energiekonzerne jetzt noch Schadensersatz vom Steuerzahler und Stromkunden. Frau Merkel sorgt dafür, dass das Kartellamt still hält und dass die Justiz keine Einwände gegen die Schadensersatzklagen findet. Vielleicht will sie ja auch mal später im Vorstand von EON und Konsorten mitmischen und richtig Geld verdienen. Der Deutsche bettelt um das Abschalten der deutschen AKWs und damit gleichzeitig um seine persönliche Ausbeutung durch die Stromkonzerne. Alle Länder um uns herum ändern nichts an ihren AKWs und lachen uns aus. Aber die Strahlung der anderen AKWs wird auf alle Fälle an der deutschen Grenze stoppen. Denkt jedenfalls der verblödete Deutsche.

Account gelöscht!

20.03.2011, 22:23 Uhr

Die Energiekonzerne zocken uns jetzt schon ab.
EON hat 30 Jahre lang überhöhte Gaspreise genommen.

Fossil-atomare Strongewinnung ist für den Endverbraucher nicht günstiger, oft sogar teurer.

Solange Energiekonzerne mit unserem Geld im Börsen-Casino spielen gehen wirds auch nicht billiger.

Die deutsche werden Vorreiter sein, beim Abbau der AKW´s und andere Länder werden folgen, darauf kommt es an.

Das hat mit Angst nichts zu tun, sondern mit Einsicht. Und selbst wenn: Angst kann ein guter Ratgeber sein.

Für die unermüdlichen PRo-AKW Befürwortter kann es wohl noch so viel GAUs´und "fast-Gau´s (wie in Schweden)geben, die wollen nie lernen.

Egal, es gibt andere, die vernünftig sind.

Handelsblatt-Leser

21.03.2011, 04:52 Uhr

Sie irren: Weltweit ist nach wie vor die KErnkraft auf dem Vormarsch. Allein China wird 26 Reaktoren bauen. Alleridngs will China dafür inhärent sichere deutsche Kugelhaufenreaktoren verwenden.

China ist zwar eine Diktatur aber wirtschaftlich keineswegs dumm. Sie setzten in diesem Gebiet auf Leistung UND Sicherheit.

Ihre Behauptung, fossile Energiegewinnung sei oft sogar teurer, ist schlicht durch die Realität widerlegt. Ein Blick nach Deutschland reicht. Wäre dem so, wie sie es sagen, bräuchten wir kein EEG. Die Politik hat es aber erfunden, weil sonst praktisch niemand den heillos überteuerten Wind- und Solarstrom kaufen würde.

Noch mal: Wer die Ereignisse in Japan als Begründung zur Abschaltung deutscher KKW hernimmt, hat entweder nicht die geringste technische Ahnung oder ist schlicht ein politischer Opportunist.

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