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02.11.2014

15:59 Uhr

Regierungsbildung Thüringen

Umstrittene Gauck-Äußerung zu linkem Landeschef

Wer in der DDR gelebt habe, müsse sich anstrengen, um einen möglichen linken Ministerpräsidenten in Thüringen zu akzeptieren, so Bundespräsident Guakc. Der Kritisierte fühlt sich von der Aussage „unangenehm berührt“

Bundespräsident unter Kritik

Darf sich Gauck kritisch über die Linken äußern?

Bundespräsident unter Kritik: Darf sich Gauck kritisch über die Linken äußern?

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BerlinBundespräsident Joachim Gauck stößt mit seiner Kritik an einer möglichen Koalition unter Führung der Linkspartei in Thüringen parteiübergreifend auf heftigen Widerstand. Linkspartei-Chef Bernd Riexinger warf dem Staatsoberhaupt vor, mit seiner Einmischung in die Parteipolitik Grenzen überschritten zu haben. Auch führende Sozialdemokraten zeigten sich besorgt: Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschef Erwin Sellering sagte, das Amt des Bundespräsidenten nehme Schaden, wenn dieser sich in die Regierungsbildung in einem Bundesland einschalte.

Gauck hatte in einem ARD-Interview Bedenken mit Blick auf die wahrscheinliche Wahl von Bodo Ramelow zum ersten linken Ministerpräsidenten in einem Bundesland geäußert und unter anderem gesagt: "Menschen, die die DDR erlebt haben und in meinem Alter sind, die müssen sich schon ganz schön anstrengen, um dies zu akzeptieren." Er habe zudem Schwierigkeiten, Vertrauen in die Reife von Teilen der Partei zu entwickeln.

SPD-Politiker Sellering sagte dem "Tagesspiegel", er sehe Gaucks Äußerungen mit Sorge und halte sie in der Sache für falsch. Die Linke habe bereits in mehreren Landesregierungen ihre demokratische Zuverlässigkeit bewiesen.

Der Vize-Fraktionschef der SPD im Bundestag, Carsten Schneider warf Gauck indirekt mangelnden Respekt vor dem Wählerwillen vor. "Mich verwundert Herrn Gaucks private Haltung nicht, aber als Bundespräsident sollte er demokratische Wahlergebnisse respektieren", sagte Schneider den "Kieler Nachrichten".

Kommentare (7)

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Herr Fred Meisenkaiser

03.11.2014, 07:11 Uhr

Ich denke Gaucks Hass gegen die Linkspartei gründet sich vor allem darauf, dass die Linke die einzige Kraft in Deutschland ist, die sich vehement gegen Krieg ausspricht.
Und das dies einem Herrn Gauck nicht passt, der sich nicht erst seit dem Ukraine-Putsch für mehr militärisches Engagement Deutschlands ausspricht, sollte klar sein.

Übrigens, die ehemalige DDR-Bürgerbewegung - der Gauck nie angehörte - hat ihre Wurzeln in der Bewegung "Schwerter zu Pflugscharen"!!!

Herr Peter Petersen

03.11.2014, 10:11 Uhr

Dem kann ich nur beipflichten. Es war schon sehr peinlich, dass Herr Gauck seine wenig demokratischen Äußerungen in einer Kirche, vor einem Altar mit brennenden Kerzen in die Äther entließ. Eine äußerst peinliche Vorstellung, eines Bundespräsidenten, dessen eigentliche Aufgabe es ist zu vermitteln und nicht zu spalten. Ein BP wird als Gutmensch dargestellt, wirkt dabei aber eher wie ein unverbesserlicher Narziss.

Account gelöscht!

03.11.2014, 10:14 Uhr

Subtrahieren sie doch einmal die Jahreszahl (vom Fall der Mauer) vom Alter der aktuelle Kandidaten.
Ups; sind Kinder also Schuldige für vormalig begangenes Unrecht oder sind wir wieder auf dem besten Weg die sog. "Sippenhaftung" einzuführen?

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