Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.05.2011

12:46 Uhr

Regierungspläne

E-Auto-Besitzern winkt massive Steuerentlastung

Käufer von Elektroautos sollen finanziell belohnt werden. Die Bundesregierung will sie von der Kfz-Steuer befreien.

Käufer von Elektroautos könnten künftig nicht nur an der Tankstelle Geld sparen. Quelle: dpa

Käufer von Elektroautos könnten künftig nicht nur an der Tankstelle Geld sparen.

BerlinInnerhalb der Bundesregierung wird offenbar über eine umfangreiche Förderung von Elektro-Autos nachgedacht, ohne dass jedoch schon Nägel mit Köpfen gemacht wären. Die Bundesregierung werde erst nach Vorlage eines Expertenberichts „über konkrete Maßnahmen entscheiden“, sagte ein Regierungssprecher am Donnerstag zu einem Zeitungsbericht, wonach die Koalition steuerliche Anreize für den Kauf von Elektro-Autos setzen wolle. Zunächst werde am 16. Mai die von Bundeskanzlerin Angela Merkel ins Leben gerufene „Nationale Plattform Elektromobilität“ ihren Bericht übergeben, sagte der Sprecher. Parallel arbeite die Regierung an einem Programm, um diese „Spitzentechnologie“ entscheidend voranzubringen.

Nicht offiziell bestätigt wurde von der Regierung ein Bericht der „Bild“-Zeitung, in dem von konkreten Förderwegen für das Elektroauto und einem Programmvolumen in Milliardenhöhe die Rede ist. Demnach soll das Kabinett in der zweiten Mailhälfte eine zehnjährige Befreiung von der Kfz-Steuer für private Fahrer von Elektro-Autos beschließen. Für E-Autos als Dienstwagen solle die Steuer so gesenkt werden, dass diese bei der Anschaffung nicht weniger attraktiv sind als herkömmliche Wagen. Außerdem wolle die Regierung Tausende E-Autos für Behörden kaufen. In Koalitionskreisen hieß es immerhin, dies seien Elemente, die neben anderen im Gespräch seien.

Die „Nationale Plattform Elektromobilität“ (NPE), in der in erster Linie Industrievertreter sitzen, soll darlegen, wie dem Elektroauto zum Marktdurchbruch verholfen werden kann. In einem Entwurf des NPE-Berichts war nach Medienberichten von einem Subventionsbedarf von 3,8 Milliarden Euro die Rede, um bis 2020 - wie von der Regierung angepeilt - eine Million Elektro-Autos auf die deutschen Straßen zu bringen. Damit würden dann im Gegenzug 30.000 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Wirtschaftsminister Rainer Brüderle hat dazu allerdings Widerspruch erkennen lassen. „Ich bin überzeugt: Auch in der Elektromobilität sind Markt und Wettbewerb der beste Motor für Innovationen und technischen Fortschritt“, argumentierte er. Die Bundesregierung hat bislang nur die Bereitschaft signalisiert, Forschungsaktivitäten auf diesem Gebiete finanziell zu fördern.

Von

rtr

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Stefan-L-Eichner

05.05.2011, 11:16 Uhr

Ich bin sehr gespannt, was die NPE in einer Woche vorschlagen wird. Ich wäre angesichts der Zusammensetzung der NPE nicht überrascht, wenn eine Art Wunschprogramm der Konzernvertreter dabei herauskäme.

Ob dass die innovativen Potenziale bestmöglichst zur Entfaltung zu erbringen verhilft, dürfte dann jedoch sehr fraglich sein (siehe dazu: http://stefanleichnersblog.blogspot.com/2009/09/kapitalismus-in-der-krise-abschied-von.html), wie ich immer wieder betone.

meerwind7

05.05.2011, 14:03 Uhr

3800 Millionen sind viel Geld.
.
Sinnvoller wäre es, in jeder größeren Stadt ein paar Elektroautos zur Vermietung anzubieten, damit Erfahrungen gesamelt werden. Während Kfz.-Reperaturen, besser aber monatlich.
Von dem meistverkauften Modell City-El gibt es zwar angeblich rund 60.000 Stück, aber vermutlich meistens im ländlichen Raum als Zweitwagen.
Eine Verkaufsförderung müsste erst mal einen breiteren Einstieg gewährleisten. Beispielsweise 2.500 Euro Förderung für die nächsten 50.000 Autos ergäben 100 Mio. - das wäre nur ein Bruchteil der hier diskutierten Förderung und entspräche der Umwelt/Abwrackprämie aus 2009. Für das City-El wäre das eine effektive Preissenkung um 20%.
Aber mit etwas Marekting-Unterstützung wäre auch schon viel gewonnen.
.
Danach müssten sich die Elektroautos dann schon selber tragen. Kfz-Befreiung fördert vorrangig leistungsstarke Konzepte, was aber gerade keinen sinnvollen Einstieg darstellt.

Eine gute Kaufübersicht ist hier:
http://www.solarmobil.net/download/Sonderdruck-kaufbare-Elektrofahrzeuge.pdf
http://www.solarmobil.net/download/Sonderdruck-kaufbare-Elektrofahrzeuge.pdf

Alfred_H

05.05.2011, 20:57 Uhr

Da sieht man mal wieder, wie weit unsere Politiker von der normalen Welt da draußen entfernt sind. 10 Jahre Steuerbefreiung. Was für eine Wahnsinnsentlastung für die E-Mobil-Käufer. Autos in dieser Größenordnung kosten als Benziner gerade mal 100 Euro im Jahr KFZ-Steuer. Sind also 1000 Euro Ersparnis in 10 Jahren. Reicht dann aber immernoch nicht um sich alle 3 Jahre neue Akkus zu kaufen. Kauft E-Mobile!!! Ihr spart euch damit reich.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×