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22.04.2016

15:08 Uhr

Reker-Attentat

Angeklagter gesteht Kölner Messer-Attacke

Der Peiniger von Henriette Reker hat den Angriff auf die parteilose Kölner Politikerin gestanden. Eine Tötungsabsicht bestritt der arbeitslose Anstreicher jedoch. Sein „Rambo-Messer“ sei stumpf gewesen.

Der 44-jährige Anstreicher Frank S. hat das Attentat auf Henriette Reker vor ihrer Wahl zur Kölner Oberbürgermeisterin vor Gericht gestanden. dpa

Prozess um Reker-Attentat

Der 44-jährige Anstreicher Frank S. hat das Attentat auf Henriette Reker vor ihrer Wahl zur Kölner Oberbürgermeisterin vor Gericht gestanden.

DüsseldorfDer 44-jährige Anstreicher Frank S. hat das Messer-Attentat auf die Kölner Kommunalpolitikerin Henriette Reker vor Gericht gestanden. Er habe sie nach einer Rose gefragt, einmal zugestochen und das Messer dann direkt weggeworfen. „Das ist eine extreme, grausame Sache, die ich da gemacht habe“, sagte er am Freitag vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht.

Reker war bei der Attacke einen Tag vor ihrer Wahl zur Kölner Oberbürgermeisterin in den Hals getroffen und lebensgefährlich verletzt worden. „Ich habe das als letzte Möglichkeit gesehen, etwas zu bewegen“, sagte der Angeklagte. Er habe ein Zeichen setzen wollen. „Die ganze politische Situation hat mich sehr deprimiert.“

Die Klinge des Messers sei aber „total stumpf“ gewesen. Er bestritt eine Tötungsabsicht: „Ich wollte sie verletzen“, sagte er. Wenn er sie hätte töten wollen, hätte er das sehr leicht machen können. Es sei ihm um die „Selbstzerstörung Deutschlands“ gegangen und um einen „Riesen-Wahlbetrug“.

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„Die Leute sollten dadurch erfahren, dass Reker ein trojanisches Pferd der Grünen ist.“ Reker sei für ihn eine „völlig weltfremde linksradikale Schickeria-Ideologin“. „Um Theatralik reinzubringen“, damit die Tat martialischer wirke, habe er bewusst sein großes „Rambo-Messer“ für die Tat gewählt. Vor der Tat habe er morgens drei Bier getrunken, um sich zu enthemmen.

Anschließend sei eine Menschenmenge auf ihn zugekommen. Da habe er zu seinem zweiten, kleineren Messer gegriffen: „Ich wollte mich nicht lynchen lassen.“ Dass er noch weitere Menschen verletzt habe, sei eine „Kurzschluss-Reaktion“ gewesen.

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