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07.01.2011

18:42 Uhr

Rekord 2010

Bundestagsabgeordnete reisefreudiger denn je

Die Volksvertreter sind gerne in der Welt unterwegs: im vergangenen Jahr reisten die Abgeordneten des Bundestages so viel wie nie zuvor. Bundestagspräsident Lammert hatte zu Mäßigung aufgerufen - doch die waren ungehört verklungen.

Hatte zur Mäßigung aufgerufen: Bundestagspräsident Lammert. Quelle: dpa

Hatte zur Mäßigung aufgerufen: Bundestagspräsident Lammert.

HB SAARBRÜCKEN BERLIN. Die Abgeordneten des Bundestags sind im vergangenen Jahr häufiger auf Dienstreisen im Ausland gewesen als je zuvor. Die Zahl der internationalen Reisen habe mit 725 noch deutlich höher gelegen als im bisherigen Rekordjahr 2008, berichtet die „Saarbrücker Zeitung“ in ihrer Samstagausgabe unter Berufung auf die Bundestagsverwaltung.

Vor zwei Jahren waren die Abgeordneten demnach noch 578-mal beruflich außerhalb der Landesgrenzen unterwegs, im Jahr 2009 wegen des Bundestagswahlkampfs sogar nur 378-mal. Fast die Hälfte der Auslandsreisen im vergangenen Jahr führten dem Bericht zufolge nach Brüssel.Dazu kommen in den abgelaufenen zwölf Monaten noch 76 Delegationsreisen sowie zahlreiche Fahrten zu internationalen parlamentarischen Versammlungen.

Bereits im Juni 2010 hatte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) die Abgeordneten demnach schriftlich ermahnt, sich wegen gestiegener Ausgaben „auf unabdingbar notwendige Reisevorhaben zu beschränken“.

Die Warnrufe Lammerts seien aber „sang- und klanglos verhallt“, sagte der Vize-Präsident des Bundes der Steuerzahler (BdSt), Reiner Holznagel, der Zeitung. Er kritisierte den „explosionsartigen Anstieg der Reiseausgaben“. Mit zwölf Millionen Euro stünden den Abgeordneten 2011 darüber hinaus mehr Mittel für Dienstreisen zur Verfügung als je zuvor.

Davon seien allein 5,7 Millionen Euro für Auslandsreisen vorgesehen und damit doppelt so viel wie noch vor zwei Jahren, betonte Holznagel. Er forderte Lammert auf, der „unbändigen Reiselust“ einen Riegel vorzuschieben.

Kommentare (3)

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Margrit Steer

07.01.2011, 20:06 Uhr

Müßten sie die Reisen selbst zahlen, würden sie mit ihren fetten Hintern zu Hause bleiben.
Die Politiker sind die größen Schmarotzer im Land

Micha

07.01.2011, 20:19 Uhr

Steuerverschwender gehören genauso bestraft wie Steuerhinterzieher! Steuerverwendung ist das letzte straffreie Verbrechen! im schlimmsten Fall wird der beamte/Politiker an den Schreibtisch im Nachbarraum versetzt, mit der Auflage es auf keinen Fall wieder zu tun, sonst wird er nochmals eine Tür weiter versetzt... Deshalb: Steuerverschwender gehören genauso bestraft wie Steuerhinterzieher!

bommel

10.01.2011, 15:11 Uhr

in zeiten von videokonferenzen und internet sollte es doch möglich sein, einige unwichtigere reisen zu streichen und diese mittel zu nutzen. schön könnten ein paar milliönchen eingespart werden. und auch die innterstaatlichen reisen sollten so abgewickelt werden.

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