Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.06.2014

14:57 Uhr

Rekord bei Arbeitsstunden

Deutsche arbeiten so viel wie lange nicht

Das gab es zuletzt im Nach-Wende-Boom: Die Deutschen arbeiten so viel wie lange nicht, Zeichen für die gute Lage am Arbeitsmarkt. Doch die Arbeitslast verteilt sich durch Arbeitsformen wie Teilzeit auf mehr Schultern.

Der Hammer schwingt länger und häufiger: Deutschlands Arbeitsvolumen ist auf einem Hoch. Das sagt freilich nichts über die Qualität der Arbeit und der Anstellung aus – viele müssen etwa ungewollt in Teilzeit arbeiten. dpa

Der Hammer schwingt länger und häufiger: Deutschlands Arbeitsvolumen ist auf einem Hoch. Das sagt freilich nichts über die Qualität der Arbeit und der Anstellung aus – viele müssen etwa ungewollt in Teilzeit arbeiten.

BerlinIn Deutschland wird soviel gearbeitet wie seit fast 22 Jahren nicht. Gut 41,7 Millionen Erwerbstätige leisteten im ersten Vierteljahr 2014 fast 15 Milliarden Arbeitsstunden, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Dienstag mitteilte. Das sei der höchste Stand seit 1992. Damit stehen die Zeichen gut, dass sich der Konsum als Wachstumsstütze für die Konjunktur in Deutschland erweisen kann.

„Insgesamt hat sich der Konsum für deutsche Verhältnisse gut entwickelt“, sagte IAB-Prognosechef Enzo Weber der Nachrichtenagentur Reuters. „Der wesentliche Faktor dahinter ist ganz klar der Arbeitsmarkt. Das dürfte in diesem Jahr auch wieder zu einem stärkeren Konsum führen, als er in den letzten Quartalen zu sehen war.“

So unterschiedlich reagieren wir auf Stress

Gene

Stressforscher schätzen, dass Stressanfälligkeit zu 30 Prozent genetisch bedingt ist.

(Quelle: Lothar Seiwert, Zeit ist Leben, Leben ist Zeit)

Mutter

Frauen, die während der Schwangerschaft hohe Cortisolwerte aufweisen, bekommen stressanfälligere Babys.

Kindliche Erfahrungen

Traumatische Erlebnisse in den ersten sieben Lebensjahren, der Zeit der Entwicklung der Identität, können lebenslänglich stressanfälliger machen.

Persönlichkeit

Erfolgsorientierte, ehrgeizige, sehr engagierte, ungeduldige und unruhige Menschen sind besonders stressanfällig.

Charakter

Feindseligkeit, Zynismus, Wut, Reizbarkeit und Misstrauen erhöhen das Infarktrisiko um 250 Prozent. Humor hingegen zieht dem Stress den Stachel. Eine Studie an 300 Harvard-Absolventen zeigte: Menschen mit ausgeprägtem Sinn für Humor bewältigen Stress besser.

Selbstbestimmung

Der wichtigste Faktor, der über Stressanfälligkeit bestimmt, ist die Kontrolle über das eigene Tun. Je mehr man den Entscheidungen anderer ausgeliefert ist, desto höher das Infarktrisiko.

Wertschätzung

Wer für seine Arbeit Anerkennung in Form von Lob oder einem angemessenen Gehalt bekommt, verfügt über eine bessere Stressresistenz.

Status

Wer eine gute Stellung in der Gesellschaft hat, verfügt auch über einen Panzer gegen Stress. Das ist auch bei Pavianen zu beobachten: Gerät das Leittier durch einen Konkurrenten in eine Stresssituation, schnellt der Cortisolspiegel hoch, normalisiert sich aber rasch wieder. Bei den Rangniedrigeren ist der Cortisolspiegel ständig erhöht.

Glaube

Einer der stärksten Stresskiller ist das Gebet. Studien belegen: Der Glaube an eine höhere Macht, die das Schicksal zum Guten wenden wird, beugt vielen Krankheiten vor.

Das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit geht davon aus, dass sich der Arbeitsmarkt weiter positiv entwickelt. Seit 2007 gehe es mit dem Arbeitsvolumen, mit einer kurzen Unterbrechung 2009, deutlich bergauf, sagte Weber. Dieser Trend setze sich fort: „Die Beschäftigung steigt immer noch deutlich. Da wird auch das Arbeitsvolumen noch zunehmen.“

Ein noch höheres Arbeitsvolumen wurde zuletzt in der Folge des Wiedervereinigungsbooms im dritten Quartal 1992 verzeichnet. Mittlerweile verteilt sich die Arbeit auf deutlich mehr Schultern. Waren es 1992 38,2 Millionen Erwerbstätige, gab es im ersten Quartal 2014 mit 41,7 Millionen rund 3,5 Millionen mehr. Der Anteil von Teilzeit hat sich auf 34 Prozent verdoppelt.

Der Krankenstand unter den Beschäftigten normalisierte sich nach den IAB-Angaben im ersten Quartal bei 3,67 Prozent. Die Grippewelle im ersten Quartal 2013 habe zu einem damals hohen Krankenstand von 4,77 Prozent geführt. Die tarifliche oder betriebsübliche Wochenarbeitszeit eines Vollzeitbeschäftigten betrug im ersten Quartal 2014 gut 38 Stunden und für einen Teilzeitbeschäftigten im Durchschnitt 15 Stunden.

Von

rtr

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

10.06.2014, 15:39 Uhr

Wer für deutsche Unternehmer fleissig arbeiten geht.....
ist einfach bescheuert.

Account gelöscht!

11.06.2014, 12:44 Uhr

Niedrige Löhne, Minibezahlung und nur noch Zeitjobs bzw. Aushilfsjobs zwingen jeden für Mehrjobs um die Miete, Strom usw. bezahlen zu können. Wir haben also keine Arbeitslosen mehr, wenn jeder nur 1 Stunde am Tag in einem Job arbeitet und dafür 10 Jobs hat, wie unsere Politiker es langsam furchsetzen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×