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21.03.2016

12:00 Uhr

Rekord bei der Zuwanderung

Zwei Millionen Ausländer zog es 2015 nach Deutschland

Deutschland schreibt bei den Zuwanderungszahlen Rekorde: 2015 sind mit knapp zwei Millionen so viele Ausländer in die Bundesrepublik gekommen wie nie zuvor. Bis 2014 dominierten EU-Ausländer. Das ist jetzt anders.

2015 kamen so viele Migranten nach Deutschland wie nie zuvor. AFP; Files; Francois Guillot

Drei Flüchtlingskinder

2015 kamen so viele Migranten nach Deutschland wie nie zuvor.

Wiesbaden:

Noch nie sind mehr Ausländer neu nach Deutschland gekommen als im vergangenen Jahr. Bis zum Jahresende 2015 wurde der Zuzug von knapp zwei Millionen ausländischen Personen registriert. Das ist das Ergebnis einer vorläufigen Schnellschätzung, die das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden vorlegte. Laut Destatis ist das die höchste Zuwanderung seit Bestehen der Statistik. Als Grund nannten die Statistiker auch den starken Zustrom von schutzsuchenden Flüchtlingen.

Da gleichzeitig rund 860 000 Ausländer fortzogen, ergibt sich daraus ein sogenannter Wanderungssaldo von 1,14 Millionen - der höchste jemals gemessene Wanderungsüberschuss von Ausländern in der Geschichte der Bundesrepublik.

„Das ist der höchste jemals gemessene Wanderungsüberschuss von Ausländerinnen und Ausländern in der Geschichte der Bundesrepublik“, erklärte das Amt.

Im vorangegangenen Jahr 2014 waren 1,343 Millionen Menschen aus dem Ausland nach Deutschland gezogen, während 766.000 das Land wieder verließen. Damit blieben seinerzeit netto 577.000 mehr Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland.

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Mit der Türkei soll gelingen, was die EU allein bisher nicht geschafft hat: der Schutz der Außengrenzen. Doch ob der Deal wirklich funktioniert, ist mehr als fraglich. Auch die Bundesregierung sorgt an anderer Stelle vor.

Während diese Entwicklung nach Angaben des Amtes bis 2014 dominiert war von dem Zuzug von Menschen aus anderen EU-Ländern, seien im vergangenen Jahr mehr Schutzsuchende aus dem außereuropäischen Raum nach Deutschland geströmt. Ende 2015 waren im Ausländerzentralregister 9,11 Millionen Menschen registriert nach 8,15 Millionen im Jahr zuvor.

Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) hält die Mehrheit der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge für gut integrierbar. Mit Integrations- und Ausbildungsprogrammen sei ein Drittel von ihnen „sehr schnell oder mit geringem Aufwand“ zu integrieren, sagte Altmaier, der auch Flüchtlingskoordinator der Bundesregierung ist, der „Rheinischen Post“ (Montagsausgabe). Ein weiteres Drittel sei „erst nach längerer Qualifizierung“ einzugliedern. Die Anstrengungen würden sich aber "unterm Strich für alle lohnen".

Der CDU-Politiker stellte einen Zusammenhang zwischen der Flüchtlingskrise und dem Erstarken der rechtspopulistischen AfD her. „Solche Herausforderungen und Krisen haben auch früher schon Parteien am Rand des politischen Spektrums gestärkt“, sagte Altmaier.

Er mahnte dabei eine konsequentere Politik der inneren Sicherheit an, um der AfD entgegenzuwirken: „Wir sind entschlossen, Parteien wie der AfD die Grundlage zu entziehen, indem wir die Probleme lösen, die dem Protest der Bürger zugrunde liegen.“ Dazu zähle auch ein „stärkeres Augenmerk auf Alltags- und Kleinkriminalität wie Wohnungseinbrüche, Taschendiebstähle und Rowdytum“.

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