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07.01.2015

10:46 Uhr

Rekord-Flüchtlingszahlen

Deutschland an der Spitze bei Asylanträgen

Bewaffnete Konflikte treiben immer mehr Menschen in die Flucht. Dabei ist Deutschland das begehrteste Ziel für Asylbewerber. Die weitaus meisten Flüchtlinge werden jedoch von armen Ländern aufgenommen.

Ein Schild mit der Aufschrift „Asyl“ hängt in der Landeserstaufnahme für Asylbewerber (LEA) in Karlsruhe. dpa

Ein Schild mit der Aufschrift „Asyl“ hängt in der Landeserstaufnahme für Asylbewerber (LEA) in Karlsruhe.

GenfDas Ausmaß von Flucht und Vertreibung hat vor allem durch die zahlreichen bewaffneten Konflikte weltweit den höchsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg erreicht: Bis Mitte 2014 verzeichnete das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) 56,7 Millionen Flüchtlinge sowie Vertriebene innerhalb der eigenen Landesgrenzen. Die mit Abstand meisten Asylanträge stellten Flüchtlinge in Deutschland, wie aus dem am Mittwoch in Genf veröffentlichten Halbjahresbericht 2014 des UNHCR hervorgeht.

Allein innerhalb der ersten sechs Monate des vergangenen Jahres wurden 5,5 Millionen Menschen durch Krieg, Gewalt, Verfolgung und Menschenrechtsverletzungen in die Flucht getrieben. 1,4 Millionen von ihnen flohen über Landesgrenzen hinweg, die anderen suchten innerhalb des eigenen Staates Schutz. Die meisten Flüchtlinge stammten aus Syrien, mehr als drei Millionen. Bislang bildeten rund 2,7 Millionen Menschen aus Afghanistan die größte Flüchtlingsgruppe.

Mit der Zahl der Flüchtlinge ging weltweit auch die der Asylanträge deutlich nach oben – wobei Deutschland wie in früheren Jahren das begehrteste Zielland ist. In der Bundesrepublik baten von Januar bis Ende Juni 67.400 Menschen um Asyl – fast 20.000 mehr als in den USA (47.500) sowie deutlich mehr als doppelt so viele wie in Frankreich, mit 29.900 Anträgen auf Platz drei. Die weitaus meisten Flüchtlinge werden aber in den zumeist armen Ländern der jeweiligen Konfliktregionen versorgt.

„Wenn sich die Trends so fortsetzen, wird Deutschland (für 2014 insgesamt) wahrscheinlich den höchste Jahresstand von Asylanträgen seit fast 20 Jahren verzeichnen“, heißt es in dem Bericht. Fast ein Fünftel der Asylanträge in der Bundesrepublik wurden laut UNHCR von Flüchtlingen aus dem Bürgerkriegsland Syrien gestellt, gefolgt von Menschen aus Serbien, dem Kosovo, Afghanistan und Eritrea.

Wer nimmt die meisten Flüchtlinge auf?

Anstieg der Flüchtlingszahlen

Aufgrund von internationalen Krisen rechnet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit einem erneuten Anstieg der Flüchtlingszahlen in 2014. Im ersten Quartal 2014 haben rund 108.300 Flüchtlinge in einem der 28 EU-Staaten um Asyl angesucht. Doch kommen die meisten Asylsuchenden, die derzeit über das Mittelmeer nach Europa kommen, wirklich nach Deutschland?

Quelle: Eurostat/ Mediendienst Integration 2014

Platz 9

Griechenland: 2.440 Antragsteller

Platz 8

Ungarn: 2.735 Antragsteller

Platz 7

Österreich: 4.815 Antragsteller

Platz 6

Belgien: 5.065 Antragsteller

Platz 5

Großbritannien: 7.575 Antragsteller

Platz 4

Italien: 10.700 Antragsteller

Platz 3

Schweden: 12.945 Antragsteller

Platz 2

Frankreich: 15.885 Antragsteller

Platz 1

Deutschland: 36.890 Antragsteller

Weltweit stieg in den ersten sechs Monaten 2014 die Zahl der Asylbewerber im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18 Prozent auf fast 560.000. „Solange die internationale Gemeinschaft darin versagt, politische Lösungen für die anhaltenden Konflikte zu finden und neue Konflikte zu verhindern, werden wir es mit deren dramatischen humanitären Konsequenzen zu tun haben“, warnte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres.

Das Land, das weltweit die meisten Flüchtlinge beherbergte, war bis Ende Juni 2014 Pakistan, 1,6 Millionen Menschen. Danach folgen der Libanon (1,1 Millionen), Iran (982.000), die Türkei (824.000), Jordanien (737.000), Äthiopien (588.000), Kenia (537.000) und der Tschad (455.000). Nicht berücksichtigt sind in dem Bericht die fast fünf Millionen palästinensischen Flüchtlinge, da diese von der gesonderten UN-Hilfsorganisation UNRWA betreut werden.

Angesichts dieser Zahlen forderte Guterres: „Die internationale Solidarität muss unbedingt verstärkt werden, wenn wir nicht riskieren wollen, dass immer mehr verletzliche Menschen ohne ausreichende Hilfe bleiben.“

Besonders schwierig ist die Situation der Syrien-Flüchtlinge im Libanon, weil es dort keine offiziellen Flüchtlingslager gibt. Zurzeit wird sie durch einen Wintersturm mit heftigem Schneefall noch verschärft. Das UNHCR habe große Probleme, die Flüchtlinge zu erreichen, sagte der UNHCR-Sprecher in Beirut der dpa am Mittwoch.

Von

dpa

Kommentare (15)

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Joachim von Allenstein

07.01.2015, 11:05 Uhr

Gute Nacht Deutschland!

Herr Michael Müller

07.01.2015, 11:18 Uhr

Da freuen wir uns doch!

Abgeschoben wird ohnehin keiner und in ein paar Jahren holen die dann alle ihre Familien nach, damit die Moscheen auch gut gefüllt sind und unsere Kinder im Kindergarten neue Sprachen lernen. Nicht nur unsere Zahnärzte freuen sich auf die zusätzlichen Aufgaben! Auch die Sozialämter dürften Purzelbäume vor Freude über die zusätzlichen Aufgaben schlagen. Auch Polizisten wissen dann endlich wieder etwas mit ihrer Zeit anzufangen!

Willkommen im Land wo Milch und Honig fließen :-)

Quo vadis Deutschland! Der letzte Deutsche macht bitte das Licht aus...

Herr Franz Paul

07.01.2015, 11:28 Uhr

In welches Land dürfen wir denn flüchten, wenn bei uns die Ungläubigen-Schächtungen losgehen? Mit Vollversorgung, bitte.Und dass dann bitte dort auch alle Deutsch lernen. Oder wenigstens alle Formulare für die ganzen Gratis-Zuwendungen auf Deutsch verfasst werden. Und genügend ansprechende Unterkünfte rechtzeitig zur Verfügung stehen. Und unser gewohntes Essen, Halal mögen wir ja nicht so, wir wollen Schweinshaxe und -Schnitzel. Und Bier! Ja, wo könnte das denn sein? Ich glaub, ich schau mich schon mal um.

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