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19.04.2011

10:26 Uhr

Rekordwert

Sanktionsflut gegen Hartz-IV-Empfänger

Das Nichterscheinen zu Terminen, die Weigerung einen 1-Euro Job anzunehmen oder mangelnde Bereitschaft Bewerbungen zu schreiben - alles Gründe für Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger. Und davon gab es 2010 mehr denn je.

Die Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger führen zu deutlichen finanziellen Einbußen. Quelle: dpa

Die Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger führen zu deutlichen finanziellen Einbußen.

Berlin

Insgesamt wurden durch die Arbeitsagenturen 828.708 Sanktionen verhängt, das waren rund 14 Prozent mehr als 2009. Dies berichtet die "Bild" am Dienstag unter Berufung auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Der Trend hatte sich bereits im vergangenen Jahr abgezeichnet.

Der größte Teil der Strafen habe sich gegen Hartz-IV-Bezieher gerichtet, die sich zu spät arbeitslos gemeldet hätten, nicht zu vereinbarten Terminen in der Arbeitsagentur erschienen seien oder die keine Bewerbungen geschrieben hätten. In 102.631 Fällen seien Sanktionen ausgesprochen worden, weil sich die Betroffenen geweigert hätten, eine zumutbare Arbeit, Ausbildung oder einen 1-Euro-Job anzunehmen.

Gestiegen ist laut "Bild" auch die Höhe der Sanktionen. Im Schnitt habe jeder der Betroffenen 123,72 Euro im Monat weniger Unterstützung bekommen. Im Jahr 2009 habe die durchschnittliche Kürzung noch bei 114,31 Euro gelegen.

Von

dpa

Kommentare (7)

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karlosdallos

19.04.2011, 11:52 Uhr

Würde der Minimalen Existenz.

80 Mio leben in Deutschland,
multipliziert mit "400" Regelbedarf ergibt sich eine Summe

von 32 000 Millionen pro Monat;

im Jahr (x12): 400 000 Mio = 400 Mrd.
(
das sind lediglich 60% aller Unternehmensgewinne,
oder 20 % des BIP
)


40 ooo Haushalten, inclusive deren Angehörigen
bekommen dieses zugebilligt als

Steuerfreies Existenzminimum

(welches wie die Meisten nicht wissen nach Verfassungsgerichtsurteilen nicht unterhalb der Regelbedarfe -also Hartz4- liegen darf)

Kinder- und Erziehungsgeld, Wohngeld, Eigenheimzulage, Solarzuschuss, Internats- und Fluginternats abschreibungen etc. etc. -was auch immer Steuerberater und Finanzbeamte so hergeben- und so weiter.)

Erkauft wird diese perverse "Rechtsdividierung" der "Individualität"

mit 100 000 Beschäftigten und Beamten in den Sozialämtern, Argen und JobCentern

nicht zuletzt Richtern , die aoch noch den letzten Schriftverkehr nach dem Grundgesetz aufbröseln,

für die 6 -10 Mio latent wiederkehrenden Hartzies.

Hauptsache diesen kann vorgerechnet weren, sie sparen sich ihr Leben lang ALLERHÖCHSTEN noch 150 Euro pro Jahr fürs Alter ab.

Also 1 Schachtel Zigaretten in 4ß0 Jahren
-so es die denn dann noch gibt.

20 % vom BIP ist das Existenzminimums der GANZEN BRD wert.

Account gelöscht!

19.04.2011, 13:27 Uhr

Man sollte mal die Kosten offenlegen, die die Sanktionen gegen HartzIV-Empfänger verursachen. In der Wirtschaft sind massenweise sehr schlecht bezahlte Leute beschäftigt, die unmotiviert ihre Arbeit mehr schlecht, als recht machen. Unternehmer überlegen gut, ob sie überhaupt beim Arbeitsamt/Jobcenter nach Bewerbern fragen, weil es zu echten Nachteilen kommen kann, wenn Unternehmer "ohne ausreichenden Grund" (Diskriminierungsgesetz) vermittelte Bewerber/innen nicht einstellen. So lange das Arbeitsamt über keine Stellen mit menschenwürdigem Arbeitseinkommen verfügt, das einen normalen Lebensvollzug sichert, sollten dieser oft menschentwürdigende Behördenterror unterbleiben!

Helen

19.04.2011, 15:49 Uhr


...wer geht schon motiviert zur Arbeit? Wälzt sich täglich mindestens 5 Tage die Woche, um 7 Uhr motiviert durch den stinkenden Verkehr, quetscht sich in die miefigen Busse oder U-Bahnen um motiviert 10 bis 12 Stunden im Büro zu hocken oder dem Band hinterher zu laufen. Und das 50 Jahre lang?! Die Essenz ist, dass wir alle arbeiten um jeden Monat unsere Rechnungen bezahlen zu können. Es geht um den Broterwerb. Sonst nichts! Nicht um Spaß und auch nicht um Selbstverwirklichung, wie es den Schülern seit den 60ern vorgekaukelt wird. Glücklich ist derjenige, der sein Hobby als Job betreiben kann. Ich beneide ihn sehr.

...und was das "menschenwürdige Arbeitseinkommen" angeht. Jeder hat sich im Laufe seines Lebens einen Marktwert erarbeitet. Was ist der Markt bereit für einen zu zaheln? Das ist das Maß.
Was ist daran schon würdevoll wenn man täglich Stress ausgesetzt ist so, dass sich der Magen umdreht, weil man Termine einhalten muss oder ganze Produktionseinheiten still stehen weil jemand ein Fehler gemacht hat, der sich danach am liebsten vom 12 Stock werfen würde oder buckelt bis mit 67 die Batterie leer ist etc. Was is´n daran schon würdevoll? So ist eben das Leben. Das nennt man "täglichen Überlebenskampf".

Aber wir wollen bescheiden sein. Heute geht man nur ins Büro oder läuft Fabrikbänder hinterher. Früher mussten die Menschen auf der Jagt oder beim Beerensammeln ihr Leben lassen wenn das Wolfsrudel oder der Bär kam. Bis vor einigen Jahren wurden Verdingkinder mitten in Europa als billige Arbeitskräfte verkauft, Kleinkinder mussten massenweise in Textilfabriken, auf den Feldern und in Kohlegruben buckeln wie Erwachsene.

Wie gut geht es uns dagegen heute. Wir können es uns leisten 25 Jahre lang Fressmäuler ohne den geringsten Beitrag an den Broterwerb der Familie durchzufüttern. Wir bekommen sogar die Lebenshaltungkosten finanziert wenn wir im Leben stolpern und fallen.

Alles sehr würdevoll und zivilisiert, wie ich meine.

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