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17.07.2011

15:10 Uhr

Rennen mit Verlusten

Formel 1 auf dem Nürburgring steht vor dem Aus

VonFlorian Zerfaß

ExklusivDer große Preis von Deutschland am 24. Juli wird das vorerst letzte Formel 1-Rennen auf dem Nürburgring sein. Die Grünen haben angekündigt, das Rennen nicht weiter mit Steuer-Millionen subventionieren zu wollen.

Die Formel 1 auf dem Nürburgring steht vor dem Aus. Quelle: dpa

Die Formel 1 auf dem Nürburgring steht vor dem Aus.

Düsseldorf„Bis 2016 gibt es genau ein Formel 1-Rennen mit finanzieller Unterstützung des Landes – und das ist 2011. Punkt“, sagte die seit Mai amtierende Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) dem Handelsblatt, „danach ist der Geldhahn für die Formel 1 zugedreht“. Seit 2003 produziert die Nürburgring GmbH bei jedem Formel 1-Rennen Verluste, insgesamt 55 Millionen Euro. Für das Minus kommt der Steuerzahler auf – die Rennstrecke gehört zu 90 Prozent dem Land Rheinland-Pfalz und zu zehn Prozent dem Landkreis Ahrweiler.

Beim nächsten Rennen werden weitere Millionenverluste hinzukommen. Im Haushalt für das laufende Jahr hat die damalige SPD-Alleinregierung von Ministerpräsident Kurt Beck bereits 13,5 Millionen Euro eingeplant, um die Verluste der Nürburgring GmbH zu decken – im Etat sind sie frech als „Strukturhilfe“ für die Eifel deklariert. Es ist Geld, das praktisch direkt an Bernie Ecclestone fließt – rund 20 Millionen Euro muss die Nürburgring GmbH pro Rennen an dessen Formula One Administration überweisen. Diese so genannte Fahrerfeldgebühr ist laut Nürburgring GmbH fast vollständig für das gewaltige Minus der Gesellschaft verantwortlich.

Die Grünen, die seit Mai dieses Jahres gemeinsam mit der SPD regieren, sperren sich nun gegen weitere Zahlungen. Zwar verlagerte Beck die Zuständigkeit für den Ring nach der Landtagswahl vom Wirtschaftsministerium ins Innenministerium, das von seinem SPD-Parteifreund Roger Lewentz geführt wird. Doch die Grünen machen unmissverständlich klar, dass sie die Roten notfalls im Parlament ausbremsen. „Im Koalitionsvertrag ist klar festgehalten, dass die Zuschüsse zurückgefahren werden. Da lassen wir auch nicht mit uns verhandeln“, sagt Lemke, „das Land kann nicht immer weiter Geld nachschießen. Der Deckel ist drauf, es geht künftig nichts mehr in den Nürburgring rein.“

Deshalb ist es nun höchst fraglich, ob der Große Preis von Deutschland künftig noch jedes Jahr stattfindet. Derzeit wechseln sich Hockenheimring und Nürburgring im Jahresturnus ab. Nur der Hockenheimring hat einen Vertrag über 2011 hinaus. Darin sind Rennen 2012, 2014, 2016 und 2018 vorgesehen. In den Jahren dazwischen gibt es nach derzeitiger Vertragslage kein Rennen in Deutschland.

Kommentare (9)

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Wolfgang

17.07.2011, 15:50 Uhr

Schon mal etwas vom Lausitzring gehört?!

Account gelöscht!

17.07.2011, 16:26 Uhr

Ich verstehe ohnehin nicht in Zeiten, wo wir alle von Energiesparen reden und CO2-Ausstoß Minimierung, dass solche Rennen stattfinden.
Wer braucht so was überhaupt? Da fahren die ständig im Kreis rum, einfach nur blödsinnig
Dass so etwas noch subventioniert wird mit unserem Geld, ist eine Frechheit

Dr.Fledermaus

17.07.2011, 17:01 Uhr

Endlich mal etwas positives von den Grünen!
Es ist schließlich nicht einzusehen, daß die Formeleins-Fahrer Millionen bekommen und die Rennen dann auch noch bezuschußt werden müssen.

Ganz genauso verhält es sich mit dem ganzen Profi-Sport - die Sportler bekommen Millionen in den Rachen geschoben und überall müssen Subventionen bezahlt werden.

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