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29.12.2011

16:16 Uhr

Rente

Frührentner sollen mehr hinzuverdienen dürfen

Knapp jeder zweite Arbeitnehmer geht vorzeitig und mit finanziellen Einbußen in Rente. Doch bei Zuverdiensten gelten starre Regeln. Dies will CDA-Chef Laumann ändern und die Zuverdienst-Grenzen für Frührentner aufheben.

Karl-Josef Laumann. Reuters

Karl-Josef Laumann.

BerlinFrührentner sollen nach Vorstellungen von CDU und FDP mehr hinzuverdienen dürfen, ohne dass ihnen die Rente gekürzt wird. So könnten Abschläge bei der Rentenzahlung ausgeglichen werden, sagte der Chef der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Karl-Josef Laumann (CDU), der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Donnerstag. FDP-Rentenexperte Heinrich Kolb begrüßte die Äußerungen als Unterstützung dafür, „das Zögern aufseiten unseres Koalitionspartners nun zu beenden“. Die FDP sei seit Jahren für die Aufhebung aller Rentner-Zuverdienstgrenzen.

Ab Erreichen des gesetzlichen Rentenalters (derzeit 65 Jahre) kann jeder uneingeschränkt hinzuverdienen, ohne dass die Rente deswegen gekürzt wird. Bei vorzeitigem Rentenbezug gelten indes starre Grenzen: Bis zu 400 Euro Zuverdienst im Monat bleiben ohne Abzüge. Wer dagegen 401 bis 996 Euro verdient, bekommt nur zwei Drittel seiner Rente. Bei höheren Zuverdiensten gibt es nur die halbe oder nur ein Drittel der Rente.

Eine Aufweichung der Grenzen plant Arbeitsministerin Ursula von der Leyen. Sie hat eine Kombi-Rente ins Gespräch gebracht, die sich bis zur Höhe des zuletzt erzielten Brutto-Einkommens aus beliebigen Anteilen von Rente und Zuverdienst zusammensetzt. Einen Gesetzentwurf will die CDU-Politikerin im Frühjahr vorlegen. Dieser soll auch ihr Vorhaben einer Zuschuss-Rente und Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente beinhalten.

Laumann: Anteil der Frührentner wird wieder sinken
Mittlerweile geht fast jeder Zweite vorzeitig und mit finanziellen Einbußen in die Altersrente. Die Daten der Rentenversicherung lassen aber offen, ob sie die Abschläge freiwillig zugunsten eines früheren Rentenbezugs in Kauf nehmen oder ob sie dies angesichts geringer Beschäftigungschancen tun. Nimmt man die Erwerbsminderungsrentner hinzu, nahmen 2010 bereits 58 Prozent aller Neurentner Abschläge in Kauf. Der Anstieg der vergangenen Jahre geht vor allem auf eine deutlich höhere Zahl von Frauen mit Rentenabschlägen zurück.

Laumann äußerte sich optimistisch, dass der Anteil der Frührentner wieder sinken werde, da es der Wirtschaft zunehmend an Fachkräften mangele. „Die Leute werden in den Unternehmen gebraucht“, betonte er. In vielen Branchen müssten jedoch „noch die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass die Arbeitnehmer bis zur regulären Rente arbeiten können“.

 

Von

rtr

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

29.12.2011, 16:51 Uhr

Die arbeitgebertreue CDA kann wohl niemand ernst nehmen. Es handelt sich um ein Sprachrohr der Wirtschaft im Mantel einer Gewerkschaft. Die schlechtesten Verträge schließen diese Marionetten der Wirtschaft ab.

Interessant an dem ganzen ist aber wieder, das die Sozialsysteme geschwächt werden sollen, durch Erhöhung des Anteils nicht sozialversicherungspflichtiger Arbeit. Dies führt dazu, dass reguläre Jobs zugunsten von Billigjobs wegfallen, die regulären Einkommen sinken, die Renten werden geringer - ein Teufelskreis.

Und das Märchen von dem Fachkräftemangel hat einen Bart. Die sinkenden Einkommen der Fachkräfte lässt eher auf ein Überangebot schließen. Mangel besteht allenfalls im Willen Geld für die Fachkräfte zahlen zu wollen. So haben die gelben kürzlich die Zuwanderungsgrenzen für Ingenieure auf 33T€ Jahreseinkommen abgesenkt. Man sucht Billigarbeiter, keine Fachkräfte.

Account gelöscht!

29.12.2011, 17:12 Uhr

Danke, dann kann ich mir meine Anmerkungen zu diesem Artikel sparen.

Nachwuchs

29.12.2011, 19:07 Uhr

Was bedeutet dürfen? Frührentner müssen, auf Anweisung der Politiker, dazu verdienen!

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