Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.05.2014

18:18 Uhr

Rente mit 63

DIW-Ökonom fürchtet keine Frühverrentungswelle

ExklusivDIW-Ökonom Gert Wagner glaubt nicht, dass die geplante Rente mit 63 eine Frühverrentungswelle auslösen wird. Firmen mit Fachkräftemangel würden sich erfolgreich bemühen, ältere Mitarbeiter zu halten.

Gert Wagner glaubt nicht an eine Frühverrentungswelle. Reuters

Gert Wagner glaubt nicht an eine Frühverrentungswelle.

BerlinDer Vorsitzende des Sozialbeirats, Gert Wagner, rechnet nicht mit einer Frührentenwelle durch die geplante Rente mit 63. „Dort, wo wirklich Fachkräftemangel herrscht, werden sich die Firmen erfolgreich bemühen, qualifizierten älteren Beschäftigten so gute Bedingungen zu bieten, dass sie nicht in Rente gehen wollen“, sagte der DIW-Ökonom dem Handelsblatt (Montagausgabe).

„Diese betrieblichen Strategien werden auch mittel- und langfristig günstige Wirkungen entfalten, wenn die Erwerbsbevölkerung altert“, betonte Wagner. Dies schließe allerdings nicht aus, dass es auch einzelne Firmen gibt, „die Anspruchsberechtigte davon überzeugen wollen, dass es für sie besser ist, in Rente zu gehen“.

Die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA) geißelt dagegen in einer Stellungnahme die Rente mit 63 als ein unzulässiges Rentenprivileg für einzelne Jahrgänge. Der Frührentner, der keine Abschläge hinnehmen müsse, zahle fünf Prozent weniger in die Rentenkasse ein, kriege aber zehn Prozent mehr raus. Die Unternehmen dürften daher Mühe haben, qualifizierte Mitarbeiter bis zur Regelaltersgrenze im Job halten zu können.

Am Montag findet eine öffentliche Anhörung zu den Rentenplänen von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) statt.

Von

pt

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

05.05.2014, 10:41 Uhr

Frau Nahles geht es doch nicht um die Sache! In einer weiter alternden Gesellschaft (eine Ursache, über Jahrezehnte fehlende Familienpolitik; da steht vor allem die CDU mit ihrem katholischen Familienbild in der Verantwortung) versucht die SPD bei der immer größer werdenden Wählergruppe der "Alten" auf Stimmenfang zu gehen, anders sind derlei Geschenke doch nicht zu verstehen.

Account gelöscht!

07.05.2014, 18:09 Uhr

Hoffentlich ist das Thema Rente mit 63 bald entschieden.
Jeden Tag melden sich andere "Experten", "Ökonomen", Politiker zu Wort und geben ihren Senf dazu.
Die sollen sich doch alle mal ins stille Kämmerlein zurück ziehen, und das ganze auf einen Nenner bringen.
Es gibt einfach so viele Ungereimtheiten.
Der eine will das ganze ablehnen wegen der Angst vor Facharbeitermangel!!
Sind denn nicht die meisten in der Autoherstellung Facharbeiter??? Und trotzdem können dann Firmen in den Werksferien ihre Produktion mit Ferienjobs aufrecht erhalten.
Die anderen lehnen Rente mit 63 ab, weil Arbeitslosenzeiten anerkannt werden sollen, während man Zeiten der freiwilligen Beitragszahlung nicht anerkennt.
Warum macht man nicht endlich einen flexiblen Renteneintritt.
Jeder sollte ab 60 gehen können ohne Abzüge, und wer bis 90 gehen will der soll es tun.
Nur müssen die Arbeitgeber sich im klaren sein, dass nicht alles zu haben ist.
Ältere Mitarbeiter jenseits der 60 bei denen man die Rentenbeiträge sparen kann.
Junge Mitarbeiter, die über Leiharbeit beschäftigt und bezahlt werden.
"Facharbeiter" in Form von Studenten, Schülern, Arbeitssuchenden die den Betrieben die Werksferien vergolden.
Ich bin der Meinung zu viele Themen in Deutschland dienen nur dazu den Menschen Angst zu machen, Menschen gegeneinander auszuspielen, Löhne zu drücken, damit die Firmen immer mehr Geld verdienen können um Aktionäre zu befriedigen.
Wir haben kein Facharbeiterproblem, kein Demografieproblem. Wie kann es zu einem Demografieproblem kommen, wenn in Deutschland als Einwanderungsland immer mehr Menschen im arbeitsfähigen Alter dazu kommen.
Wir haben ein Verteilungsproblem!!!
Einzig bei den Pensionären war und ist dieses Thema noch nie erwähnt worden.
Sollte es einmal zu dieser Experten und Politikerrunde kommen, sollte man ein Hauptübel aus der Welt schaffen.
Unabhängig von unterschiedlicher Entlohnung, sollten doch alle ihren Rentenbeitrag und Krankenkassenbeitrag in ein System einzahlen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×