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24.05.2014

09:47 Uhr

Rente mit 63

Grüne fürchten „Nahles-Knick“ bei Beschäftigung Älterer

Das neue Rentenpaket sorgt für Furore: Nach Einschätzung der Grünen wird die Rente mit 63 zu einem Einbruch bei der Beschäftigung Älterer führen. Statt neuer Beschäftigungsrekorde bei Älteren käme so der „Nahles-Knick“.

Andrea Nahles (SPD) , Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Union und SPD einigten sich auf eine Lösung für die sogenannte Mütterrente und die Versorgung für Menschen, die nach 45 Jahren Beitragszahlung in Rente gehen. dpa

Andrea Nahles (SPD) , Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Union und SPD einigten sich auf eine Lösung für die sogenannte Mütterrente und die Versorgung für Menschen, die nach 45 Jahren Beitragszahlung in Rente gehen.

BerlinDie Rente mit 63 wird nach Einschätzung der Grünen zu einem Einbruch bei der Beschäftigung älterer Menschen führen. „Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten 63- bis 64-Jährigen kann um bis zu 30 Prozent zurückgehen“, sagte die Grünen- Arbeitsmarktpolitikerin Brigitte Pothmer der „Welt“. Die Erfolge der vergangenen Jahre würden so erheblich geschmälert. „Statt neuer Beschäftigungsrekorde bei den Älteren kommt mit der 63er Rente der "Nahles-Knick"“, kritisierte Pothmer. Angesichts der demografischen Entwicklung und des wachsenden Fachkräftebedarfs sei das ein „grandioser Fehler“.

Die Grünen-Politikerin berief sich auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Danach sind knapp 340 000 Menschen im Alter von 63 und 64 Jahren sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Würden davon 50 000 zusätzlich in Rente gehen, wie von der Bundesregierung erwartet, könnte das die Beschäftigtenzahl um 15 Prozent drücken. Nähmen aber 100 000 Beschäftigte die abschlagfreie Rente mit 63 in Anspruch, wäre das schon ein Rückgang von knapp 30 Prozent. Der Bundestag hatte das Rentenpaket am Freitag verabschiedet.

Das Rentenpaket der Großen Koalition

Mütterrente

Etwa 9,5 Millionen Frauen, deren Kinder vor 1992 zur Welt kamen, bekommen Kindererziehungszeiten in der Rente künftig besser honoriert. Pro Kind sind das ab 1. Juli brutto knapp 28 Euro monatlich mehr im Westen und gut 26 Euro mehr im Osten. Dies ist eine Verdoppelung des bisher bezahlten Zuschlags. Frauen mit jüngeren Kindern sind bei der Mütterrente aber immer noch bessergestellt.

Abschlagsfreie Rente ab 63

Wer mindestens 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt hat, soll schon ab 63 Jahren ohne Abschlag in Rente gehen können. Begünstigt sind die Geburtsjahrgänge zwischen 1952 und 1963. Phasen kurzer Arbeitslosigkeit sollen mit angerechnet werden, aber nicht in den letzten zwei Jahre vor Beginn der Frührente. Das soll eine Welle von Frühverrentungen verhindern. Selbständige, die in ihrem Berufsleben mindestens 18 Jahre lang Pflichtbeiträge in die Rentenkasse entrichtet haben und danach freiwillig weiterversichert blieben, sollen ebenfalls ab 63 eine abschlagfreie Frührente beziehen können. Das kommt vor allem Handwerkern zugute.

Erwerbsminderungsrente

Wer aus gesundheitlichen Gründen vermindert oder gar nicht mehr arbeiten kann, soll brutto bis zu 40 Euro mehr Rente bekommen. Die Betroffenen werden so gestellt, als ob sie mit ihrem früheren durchschnittlichen Einkommen bis 62 – und damit zwei Jahre länger als bisher – in die Rentenkasse eingezahlt hätten.

Reha-Leistungen

Um Frühverrentungen aus gesundheitlichen Gründen zu verhindern, sollen die bislang gedeckelten Mittel für Rehabilitationsleistungen dynamisiert – also schrittweise erhöht – werden.


Von

dpa

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