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20.03.2013

13:06 Uhr

Rentenerhöhung

Rentner im Osten holen auf

VonJakob Struller

Eine deutliche Rentensteigerung im Osten Deutschlands steht einer Quasi-Nullrunde im Westen gegenüber. Das liegt vor allem an der unterschiedlichen Lohnsteigerung. Damit nährt sich das Ost-Rentenniveau dem Westen an.

Mehr Geld für Rentner - zumindest für manche. Die Renten steigen 2013 im Osten sehr viel stärker als im Westen. dpa

Mehr Geld für Rentner - zumindest für manche. Die Renten steigen 2013 im Osten sehr viel stärker als im Westen.

Am 1. Juli gibt es Post von der Rentenversicherung. Die etwa vier Millionen Rentner, die dann den Bescheid aus einem Briefkasten im Osten der Republik holen werden, dürfen sich freuen. Ihnen steht die kräftigste Rentenerhöhung seit mehr als 1997 ins Haus: 3,29 Prozent mehr Geld bekommen sie in diesem Jahr. Ihre 16 Millionen Altersgenossen in den westlichen Bundesländern hingegen gehen beinahe leer aus. Die Erhöhung von 0,25 Prozent fällt noch niedriger aus, als ohnehin erwartet wurde. Damit nähert sie das Niveaus der Renten in Ost und West an. „Der Osten holt auf“, sagte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen.

„Dass der Unterschied so deutlich ausfällt, ist tatsächlich eine Überraschung“, sagt Wolfgang Nagl, Rentenexperte des Ifo-Instituts. Der Grund für die Differenz ist laut Bundesministerium, dass auch die Löhne in den neuen Bundesländern stärker gestiegen sind als im Westen. Die Brutto-Löhne sind eng mit der Höhe der Rente verknüpft. Schließlich finanzieren die Beitragszahler zum größten Teil die Rente und deren Beiträge wiederrum sind von den Löhnen abhängig.

„Die Rentenerhöhung wird von drei Faktoren bestimmt“, sagt Nagl. „Der Lohnsteigerung, dem Beitragsfaktor und dem Nachhaltigkeitsfaktor“. Die Entwicklung der Löhne wird für den östlichen und westlichen Teil Deutschlands separat erhoben. Daraus folgt: „Wenn die Löhne im Osten deutlich stärker steigen als im Westen, müssen auch die Renten im Osten stärker steigen.“ Für das gesamte Bundesgebiet schätzen Forscher die Lohnsteigerung auf mehr als zwei Prozent. Woran die unterschiedliche Steigerung liege, darüber könne man vorerst nur spekulieren, so Nagl. Möglicherweise hänge es damit zusammen, dass die Wirtschaft im Westen exportorientierter sei und dementsprechend auch mehr Probleme mit der Euro-Krise habe.

Die anderen beiden Komponenten werden deutschlandweit berechnet. „Der Nachhaltigkeitsfaktor ist das Verhältnis zwischen Rentenempfängern und Beitragszahlern“, sagt Nagl. Wenn immer mehr Rentner von immer weniger Arbeitnehmern bezahlt werden müssen, wirke sich das natürlich dämpfend auf die Renten aus. „Das ist aber eher eine langfristige Entwicklung, die sich in diesem Jahr eher weniger ausgewirkt haben dürfte.“

Kommentare (62)

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HugoControllo

20.03.2013, 13:23 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

heinz

20.03.2013, 13:40 Uhr

Hier sei einmal klargestellt, dass Ostrentner bis 1989 keinen einzigen Cent in die Rentenkasse einbezahlt haben. Gäbe es Gerechtigkeit, so müssten alle Rentenanwartschaft, die bis 1989 in der ehemaligen DDR erworben wurden, aus Steuermitteln bezahlt werden, nicht aus dem Beitragsaufkommen der Rentenversicherung. Wäre dies nämlich der Fall, so würden die Westrentner durchschnittlich 35 % mehr Rente erhalten als jetzt. Ein herzliches Dankeschön an die Abgeordneten mit dicken Pensionsanspruch und privater Krankenüberversorgung!!!!

Account gelöscht!

20.03.2013, 13:40 Uhr

bei Geldentwertung nützt es auch nichts b.z.w. wenn die Banken dicht machen, nützt das größte Vermögen nichts.

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