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12.12.2013

16:32 Uhr

Rentenpläne

Auch Beamte wollen Frühpension

Im schwarz-roten-Koalitionsvertrag wird die Rente mit 63 und eine verbesserte Mütterrente in Aussicht gestellt – daran wollen auch die Staatsdiener teilhaben. Ihre Gewerkschaft setzt sich jetzt für Gleichbehandlung ein.

Der CDU-Rentenpolitiker Peter Weiß sagte zur Forderung des Beamtenbundes: Sie sei „logisch“, könne aber besonders für die Länder sehr teuer werden. dpa

Der CDU-Rentenpolitiker Peter Weiß sagte zur Forderung des Beamtenbundes: Sie sei „logisch“, könne aber besonders für die Länder sehr teuer werden.

BerlinAuch Beamte wollen in den Genuss der von Union und SPD vereinbarten Rente mit 63 sowie der verbesserten Mütterrenten kommen. „Wir fordern die systemgerechte Übertragung von Verbesserungen in der gesetzlichen Rentenversicherung“, sagte der Vorsitzende des Deutschen Beamtenbundes (dbb), Klaus Dauderstädt, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstag). „Alles andere wäre sachlich nicht zu begründen und schlicht ungerecht.“

Ein dbb-Sprecher bestätigte dies der dpa und ergänzte, Ziel sei die „Gleichbehandlung von Versorgungsrecht und Rentenrecht“. Im schwarz-roten Koalitionsvertrag ist vereinbart, dass langjährig Versicherte, die 45 Beitragsjahre vorweisen können, mit dem vollendeten 63. Lebensjahr abschlagsfrei in Rente gehen können. Die Benachteiligung älterer Mütter bei der Rente soll zudem gemildert werden.

Beamtinnen in Bund und Ländern, die vor 1992 Mutter geworden sind, bekommen derzeit je Kind sechs Monate Kindererziehung auf die Pension angerechnet. Aus dbb-Sicht wäre eine Verdopplung angebracht. Mütter, die 1992 oder später Kinder bekamen, werden bisher schon bei Rente und Pension gleichermaßen drei Jahre je Kind angerechnet.

huGO-BildID: 34030861 ILLUSTRATION - Ein Journalist hält am 28.11.2013 in Hamburg vor einer Sonder-Landespressekonferenz den Koalitionsvertrages zwischen CDU, CSU und SPD in der Hand. Hamburgs Erster Bürgemeister Scholz (SPD) erläuterte die Vereinbarungen des Berliner Koalitionsvertrages aus Hamburger Sicht. Foto: Angelika Warmuth/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ dpa

Deutschland

Koalitionsvertrag CDU-CSU-SPD zum Download

Am frühen Morgen des 27. November haben sich CDU, CSU und SPD auf den Koalitionsvertrag verständigt.

Der CDU-Rentenpolitiker Peter Weiß sagte zur Forderung des Beamtenbundes, sie sei „logisch“, könne aber besonders für die Länder sehr teuer werden. Dies deshalb, weil Beschäftigte des öffentlichen Dienstes, die die Voraussetzung von 45 Dienstjahren erfüllen, fast nur im einfachen und mittleren Dienst bei Kommunen und Ländern zu finden sind. Die Länder müssen auch diese Pensionen bezahlen.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) zeigte sich deshalb skeptisch. „Meine Neigung dazu ist nicht sehr groß“, sagte er in Berlin. Bei den Beamtenpensionen rolle ohnehin „eine gewaltige Kostenlawine“ auf die Länder zu. Seine Thüringer Amtskollegin Christine Lieberknecht (CDU) sieht in 45 Dienstjahren ein „K.o.-Kriterium“ für die meisten Beamten.

Kommentare (25)

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Auslaender

12.12.2013, 16:51 Uhr

Gebt Ihnen was sie wollen. Erfüllt Ihre Wünsche.

Je mehr und unverschämter die Forderungen desto besser. 10% höhere Bezüge Uebertragbarkeit der Pension auf die Kinder alles okay. Dieses bürokratische Unrechtssystem muss an sich selbst krepieren da die deutschen Politiker mehrheitlich aus der Beamtenschaft kommen ist von dieser Seite keine ökonomische Vernunft zu erwarten.

Also fahrt das Land endlich gegen die Wand. Anders wird es keine Mutationen geben.

Reform2013

12.12.2013, 17:09 Uhr

Das sag ich schon lange. Gleiches Recht für alle.
Beamte zahlen wie jeder ins gesetzliche Rentensystem und erhalten daraus ihrer Rente, bedeutet Wegfall der Pensionen.
In der Krankenversicherung gibt es auch eine Angleichung, gleiche Versicherungsbedingungen in GKV und PKV für alle.
Das mit den zwei Töpfen, einer für Beamte und einer für die anderen hat immer den faden Beigeschmack, das die einen Töpfe immer voll sind, und die anderen leer.
In den guten Zeiten die wir momentan haben, mehr Einzahler als je zuvor muss doch der Wohlstand bei allen ankommen. Geht es dann wieder schlechter, müssen alle zusammen rücken. Da schadet das Spiel mit zwei Töpfen und einem Zweiklassensystem doch nur.
Das sind dann die ehrgeizigen Aufgaben für Superministerin Frau von der Leyen, eine Reform zu machen.

Produktiver

12.12.2013, 17:11 Uhr

Bitte auch die Rentenansprüche der gesetzlich Rentenversicherten an die Höhe der feisten Beamtenpensionen anpassen.
Wenn in Deutschland von einem Adel die Rede sein kann , dann doch wohl nur von dem Beamtenadel.

Zahlen selber nichts ein und liegen Zeit ihres Lebens dem Steuerzahler auf der Tasche.

Der Facharbeiter ,der 45 Jahre auch Facharbeiterbeiträge entrichtet hat , womöglich in 3 Schichten malocht hat und gesetzlich Krankenversichert war soll man mit einem Beamten gleichstellen der privat Krankenversichert zwischen 08:00 Uhr und 12:00 Uhr seinen Kaffee in der gutgeheizten Beamtenstube leert?

Welcher Beamter leistet den bitteschön 45 Jahre seinen Dienst ???
Die gehen doch heute schon zu 25 % in Frühpension.

Skandalös , Weltfremd und Unverschämt sind diese Forderungen.

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