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20.03.2012

18:35 Uhr

Rentenpläne

Von der Leyen beglückt Niedrigverdiener

Geht es nach den Plänen von Ursula von der Leyen, dürfen Niedrigverdiener ihre Renten künftig bis auf maximal 850 Euro aufstocken lassen. Die Riester-Rente gibt es oben drauf, sofern der Arbeitnehmer vorgesorgt hat.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat einige Änderungen bei den Renten angekündigt. dpa

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat einige Änderungen bei den Renten angekündigt.

BerlinWer lange zu Niedriglöhnen gearbeitet hat, soll die Rente künftig bis auf maximal 850 Euro aufgestockt bekommen. Wichtigste Neuerung: Eine Riester- oder Betriebs-Rente soll - entgegen bisherigen Plänen - nicht mit dem Zuschuss verrechnet werden. Dies sieht das Paket gegen Altersarmut vor, das Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) noch einmal neu gepackt hat. Davon könnten vom nächsten Jahr an auch Arbeitnehmer profitieren, die vorzeitig Altersrente beziehen, aber weiter arbeiten möchten: Die Grenze für einen Zuverdienst wird deutlich angehoben.

Nach dpa-Informationen ist davon auszugehen, dass zum Start im kommenden Jahr 50.000 Niedrigverdiener die Zuschussrente erhalten. Bis zum Jahr 2030 soll ihre Zahl auf etwa 1,4 Millionen steigen - deutlich mehr als zunächst geplant. Geringverdiener erhalten die Rente aufgestockt, wenn sie 40 Jahre Mitglied der Rentenversicherung sind und 30 Beschäftigungsjahre vorweisen können.

Dies gilt für eine Übergangszeit, dann erhöhen sich die Hürden. Von 2019 an müssen zudem mindestens fünf Jahre Zahlung in einen Riester-Vertrag hinzukommen. Die Kosten der Zuschussrente sind anfangs mit 90 Millionen Euro kalkuliert, für 2030 mit rund 3,4 Milliarden Euro - finanziert durch einen Mix aus Steuer- und Beitragsmitteln.

Das geänderte Konzept mit der Zuschussrente will von der Leyen an diesem Donnerstag zur Abstimmung an die anderen Ressorts geben. Vorbehalte kamen am Dienstag aber noch aus den Reihen der FDP: Deren Rentenexperte Heinrich Kolb nannte das Paket „für uns noch nicht zustimmungsfähig“. Er kritisierte, im Finanzierungskonzept der Zuschussrente bis 2017 sei eine Milliarde Euro an Beitragsgeldern vorgesehen. Das sei für die FDP nicht akzeptabel. „Wir wollen jeden erreichbaren Spielraum für Beitragssenkungen erhalten“, sagte er.

Zum Paket gehören auch deutlich höhere Hinzuverdienstgrenzen für Frührentner: Wer vor Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze in den Ruhestand geht, darf derzeit nur 400 Euro im Monat hinzuverdienen - was darüber liegt, wird mit dem Altersgeld verrechnet. In Zukunft soll es möglich sein, durch Rente und Arbeitseinkommen unterm Strich so viel zu verdienen wie bis dahin mit dem Gehalt allein.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

20.03.2012, 19:44 Uhr

Wer soll das alles denn bezahlen? Immer mehr Erlös bei immer weniger EInsatz. Das System ist doch eh schon in Schieflage. Alles Wahlkampfpropaganda?

vandale

20.03.2012, 19:55 Uhr

Wie gut dass ich nicht mehr in dieses System einzahle..

Die Rentenversicherung war als ein System konzipiert in das Arbeitnehmer eingezahlt haben und das dann einen Rentenanspruch gem. der eingezahlten Beiträge ergeben sollte.

Die Pläne der Murksel Regierung sind ein Schlag gegen diejenigen die tüchtig arbeiten. Die Rentenänderung bereitet einer beliebigen Umverteilung gem. der aktuell privilegierten Gruppen den Weg. Die Politiker machen sich ein Volk abhängig.

Vandale

vandale

20.03.2012, 19:58 Uhr

Herr Jannemann..alle Geniestreiche dieser genialen Politik müssen Sie bezahlen. Es gibt kein Manna das vom Himmel fällt. Die Politiker werden das Geld weniger präferierten Gruppen der Gesellschaft nehmen und an die Klientel weitergeben. Das ist soziale Gerechtigkeit, oder Murkselismus.

Vandale

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