Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.01.2012

08:40 Uhr

Rentenreform

Politiker fordern Quote für über 60-Jährige

Mitglieder von CDU und SPD setzen sich für eine Mindestanzahl älterer Arbeitnehmer in Unternehmen ein, um Negativfolgen der Rente mit 67 zu begrenzen. Ansonst drohten Rentenkürzungen.

Eine „Opa-Quote“ soll vor Altersarmut schützen. dpa

Eine „Opa-Quote“ soll vor Altersarmut schützen.

BerlinPolitiker von CDU und SPD sowie Gewerkschafter haben die Einführung einer Mindestquote für die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer gefordert, um mögliche Kürzungen der Alterseinkommen als Folge der Rente mit 67 abzumildern. CDU-Bundesvorstandsmitglied Otto Wulff, der zugleich Chef der Senioren-Union ist, sagte „Bild.de“, er sei zwar grundsätzlich für die Rente mit 67, aber im Ergebnis dürfe dabei „kein Rentenkürzungsprogramm herauskommen.“ Das wäre nach Ansicht des CDU-Politikers dann der Fall, „wenn es nicht genügend adäquate Beschäftigungsmöglichkeiten für ältere Arbeitnehmer gibt.“ Wulff schlug in der „Bild“-Zeitung (Mittwochausgabe) vor: „Die Wirtschaft muss über eine Quote verpflichtet werden, eine bestimmte Zahl von geeigneten Arbeitsplätzen für über 60jährige vorzuhalten.“

Auch SPD-Sozialexperte Ottmar Schreiner sprach sich für eine solche Quote aus. Es müsse sichergestellt sein, „dass mindestens die Hälfte der über 60jährigen in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen sind. Alles andere würde für die meisten älteren Arbeitnehmer eine Rentenkürzung bedeuten.“ Außerdem verlangte der SPD-Sozialexperte „viel mehr altersgerechte Arbeitsplätze.“ Franz-Josef Möllenberg, Chef der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, meinte laut „Bild“: „Eine Oma- und Opa-Quote, die sich an der Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen orientiert, könnte helfen, Altersarmut zu verhindern.“

Von

dpa

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Petra

04.01.2012, 08:49 Uhr

Immer mehr Quoten, immer mehr Regulierungen, immer mehr Solidarabgaben....
WIR SIND AUF DEM WEG IN DIE DDR 2.0 !!!

FrJ

04.01.2012, 09:51 Uhr

Wieviel Quotenregelungen wird es noch geben ? Für Frauen und Behinderte haben wir es ja bereits. Am Ende werden alle bevorzugt und damit keiner. Kernproblem ist eigentlich das Versagen von Rentenpolitiker über Jahrzehnte mit der Folge miserabler Rücklaufwerte pro gezahltem Rentenbeitrag. Die Hochstzung des Renteneintrittsalters war von Anfang an eine Budgetsicherungsmassnahme zulasten einzelner Bürger mit dem Ziel, Enteignung zu betreiben ohne das so nennen zu wollen. Entweder hat Seehofer damals geschlafen oder sein Populismus treibt neue Blüten.
Genauso wichtig ist die Integration der hochgesetzten Altersgrenze in den europäischen Kontext. Wie bescheuert muss die deutsche Politik eigentlich noch sein, dem eigenen Volk 67 Jahre zuzumuten, wenn gleichzeitig in Frankreich bei 60 Jahren schon Schluss ist ? Deutschland schafft sich tatsächlich ab. Das, was uns Deutschen vom Fiskus abgepresst wird, wird akurat zusammengerechnet und anschliesslich in Europa verteilt zugunsten von 'Freunden', die leider nicht das Erforderliche durchsetzen konnten.

Hans

04.01.2012, 10:05 Uhr

In den 90er hat der Staat noch dafür aktiv geworben, die Alten per Frühverrentung los zu werden. Das wirkt bis heute nach.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×