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26.11.2016

12:31 Uhr

Rentenstabilität

Seehofer kritisiert neues Nahles-Konzept

Das Konzept zur Stabilisierung des Rentenniveaus von Arbeitsministerin Nahles stößt bei CSU-Chef Seehofer auf wenig Gegenliebe. Der bayrische Ministerpräsident sieht Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze gefährdet.

Der bayrische Ministerpräsident und CSU-Chef hat das Rentenkonzept von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles scharf kritisiert. dpa

Horst Seehofer

Der bayrische Ministerpräsident und CSU-Chef hat das Rentenkonzept von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles scharf kritisiert.

BerlinDer bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer hat den Rentenvorschlag von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles wegen der möglichen Beitragserhöhung kritisiert. Eine Erhöhung auf 25 Prozent wäre Gift für den Arbeitsmarkt, sagte der CSU-Chef der „Passauer Neuen Presse“ laut Vorabbericht aus der Samstagausgabe.

Dies funktioniere nicht, ohne dass massenhaft Jobs verloren gingen. Für eine Finanzierung aus Steuermitteln würden mindestens neun Milliarden Euro benötigt. Er sehe bisher kein Konzept zur Stabilisierung des Rentenniveaus, das Wirtschaft und Wachstum nicht gefährde, sagte Seehofer.

Zentrale Zahlen zur Rente

Erhöhung

Zum 1. Juli 2016 gab es eine Rekordanhebung der Rente: In Westdeutschland stiegen die Bezüge im Sommer um 4,25 Prozent, in den neuen Ländern um 5,95 Prozent. Bis 2019 werden nur noch Erhöhungen jeweils unter 3 Prozent prognostiziert.

Rentenniveau

Die Rente hinkt den Löhnen somit immer stärker hinterher. Bis 2035 fällt das Rentenniveau von heute 47,8 Prozent nach Berechnungen des Sozialministeriums auf unter 43 Prozent – bis 2045 könnte es auf 41,6 Prozent sinken. Das will Nahles nun verhindern.

Beitragssatz

Er dürfte nach den vorläufigen Zahlen von heute 18,7 Prozent 2031 auf über 22 Prozent steigen. Der Satz ist nach geltendem Recht auf 22 Prozent bis 2030 begrenzt. Nach den aktuellen Zielen soll er auch bis 2045 nicht über 25 steigen.

Rücklage

Die Reserve der Rentenkasse, die Nachhaltigkeitsrücklage, sank von Juli bis August um mehr als eine Milliarde auf 30,9 Milliarden Euro.

Nahles stellte zuletzt ein „Gesamtkonzept zur Alterssicherung“ vor. Dieses sieht vor, dass das Rentenniveau eines Durchschnittsverdieners nach 45 Beitragsjahren mindestens 46 Prozent des Durchschnittslohns betragen soll. Dafür nimmt Nahles einen deutlichen Anstieg des Beitragssatzes von derzeit 18,7 auf höchstens 25 Prozent in Kauf. Nach geltendem Recht drohe bis zum Jahr 2046 ein Absinken des Rentenniveaus von derzeit 48 auf 41,7 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

29.11.2016, 12:23 Uhr

Warum wird die Rente nicht auf 80% für immer festgeöegt? Für jeden Auländer haben wir auch Geld!

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