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02.12.2014

11:17 Uhr

Rentenversicherung

Norbert Blüm sorgt sich um die Rente

„Denn eins ist sicher: Die Rente“ prangte 1986 auf rund 15000 Plakaten. Hinter der Kampagne stand der ehemalige Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU). Heute hält er die Rente allerdings gar nicht mehr für sicher.

BerlinDer ehemalige Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU) sorgt sich um die Rente. „Wenn das Rentenniveau weiter so sinkt wie in den letzten Jahren, dann kommt man in die Nähe der Sozialhilfe, was die Rentenversicherung nicht nur um ihren guten Ruf bringt, sondern auch um ihre soziale Sicherungsfunktion“, sagte Blüm der „Saarbrücker Zeitung“ (Dienstag).

Ein System, aus dem man mit Beiträgen nicht mehr bekomme als jemand, der keine Beiträge gezahlt habe, „erledigt sich von selbst“.

Warum Rente nicht gleich Rente ist

Wer ist Pflichtmitglied der gesetzlichen Rentenversicherung?

Alle Arbeitnehmer sowie Auszubildende, Mütter oder Väter, die Kinder erziehen, nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen, Menschen mit Behinderung, Wehr- und Bundesfreiwilligendienstleistende, Menschen, die Kranken- oder Arbeitslosengeld beziehen; sowie – mit unter bestimmten Voraussetzungen – Studenten, die nebenbei Geld verdienen.

Müssen sich auch Selbstständige gesetzlich rentenversichern?

Normalerweise nicht. Allerdings gibt es bestimmte Gruppen von Selbstständigen, für die ebenfalls eine Versicherungspflicht besteht, etwa Handwerker und Hausgewerbetreibende, Lehrer, Hebammen, Erzieher und in der Pflege Beschäftigte, Künstler und Publizisten, Selbstständige mit nur einem Auftraggeber; Seelotsen sowie Küstenschiffer und -fischer. Alle anderen Selbstständigen können der Rentenversicherung auf Antrag beitreten.

Wer ist von der Versicherungspflicht ausgenommen?

Beamte, Richter, Berufssoldaten und Zeitsoldaten, Mitglieder geistlicher Genossenschaften Geringfügig Beschäftigte, Altersrentner, Selbstständige (mit Ausnahmen) sowie Freiberufler, wenn sie in einem Versorgungswerk ihres Berufsstandes pflichtversichert sind.

Welche Berufe gehören zu den Freien Berufen mit eigenen Versorgungswerken?

Ärzte, Apotheker, Architekten, Notare, Rechtsanwälte, Steuerberater bzw. Steuerbevollmächtigten, Tierärzte, Wirtschaftsprüfer und vereidigten Buchprüfer, Zahnärzte sowie Psychotherapeuten und Ingenieure). Ärzte, Apotheker, Architekten, Notare, Rechtsanwälte, Steuerberater bzw. Steuerbevollmächtigten, Tierärzte, Wirtschaftsprüfer und vereidigten Buchprüfer, Zahnärzte sowie Psychotherapeuten und Ingenieure.

Können Freiberufler wählen, wie und wo sie sich versichern?

Nein. Für bestimmte freie Berufe ist die Altersvorsorge in einer berufsständischen Versorgungseinrichtung vorgeschrieben. Die Berufsträger sind dort pflichtversichert und zahlen einen gewissen Prozentsatz ihres Einkommens ein. Der Beitrag orientiert sich etwa am Höchstsatz, den Arbeitnehmer in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Die Einzelheiten regeln die unterschiedlichen Landesgesetze. Um Doppelbelastungen zu vermeiden, kann sich diese Klientel allerdings von einer etwaigen, parallel bestehenden Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung befreien lassen.

Weil die Zahl der Alten zunimmt und es immer weniger Beitragszahler gibt, sinkt der Grad der Absicherung der Rente. Blüm hatte 1986 mit einer Kampagne um Vertrauen für die Rentenversicherung geworben. Auf 15 000 großen Plakaten wurde verkündet: „Denn eins ist sicher: Die Rente.“ Immer wieder betonte er fortan: „Die Rente ist sicher.“

An diesem Dienstag wird das 125-jährige Jubiläum der gesetzlichen Rentenversicherung in Berlin mit einem Festakt begangen.

Rürups Faktencheck

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dpa

Kommentare (16)

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Herr Manfred Zimmer

02.12.2014, 11:50 Uhr

Wenn Politiker nicht einmal eine Aussage zur Rente machen können, die eine Generation überdauert, von was reden sie dann?

Offensichtlich hatte Herr Blüm damals nicht die Renten sondern die Politiker Pensionen im Auge.

Wenn heute die Renten zur Disposition gestellt werden, dann gehören die Pensionen erst Recht auf den Prüfstand. Schließlich haben die Arbeiter und Angestellten für ihre Rente Beiträge entrichtet und ausgerechnet die, die nichts einzahlten sollen die Profiteure sein?

Wenn es soweit kommt, dann ist die AfD aber eine sehr gemäßigte Partei!

Die aktuellen Politiker tun wirklich alles, um die Bürger zu radikalisieren.

Herr Fernando Fernandez

02.12.2014, 12:24 Uhr

...was soll man dazu sagen, Lügen haben kurze Beine...jetzt so zu tun, als wenn die demographischen Daten damals nicht erkennbar gewesen wären ist armselig...er wurde damals schon dafür ausgelacht und zu Recht...

Herr Dirk Niedfeld

02.12.2014, 12:32 Uhr

Warum? Seine Rente ist doch sicher!!!
4 Jahre im Bundestag und dann Rente kassieren. :-) Oder halt 2 Jahres Präsident und für den Rest des Lebens die 200k + Sekretariat + Fahrer etc. Alles ist gut.

Für ein kleines Zubrot kann man sich sonst noch für Tagegeld in Brüssel eintragen und am Freitag vor der Sitzung schnell nach Hause fliegen.

Fazit: Die Rente ist sicher.

VG
Marvel

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