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22.04.2013

06:18 Uhr

Repräsentative Umfrage

19 Prozent würden die Anti-Euro-Partei wählen

VonDietmar Neuerer

ExklusivDie etablierten Parteien müssen sich langsam auf neue Konkurrenz einstellen. Der Zuspruch für die jüngst gegründete Anti-Euro-Partei ist ungebrochen, wie eine Umfrage im Auftrag von Handelsblatt Online ergab.

Das Logo der Partei Alternative für Deutschland (AfD). dpa

Das Logo der Partei Alternative für Deutschland (AfD).

BerlinDie neue Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat gute Chancen im Herbst in den Bundestag einzuziehen. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Online-Marktforschungsinstituts Mafo im Auftrag von Handelsblatt Online. 19,2 Prozent der 1.003 Befragten bejahten demnach die Frage, ob sie der Partei bei der Bundestagswahl ihre Stimme geben würden (24,9 Prozent der Männer und 14,8 Prozent der Frauen).

54,6 Prozent der Befragten (56,7 Prozent der Männer; 53 Prozent der Frauen) würden die AfD hingegen nicht wählen; 26 Prozent der Befragten gab an, noch keine Wahlentscheidung getroffen zu haben (18,4 Prozent der Männer; 32,2 Prozent der Frauen).

Ihr größtes Wählerpotenzial hat die Partei bei den 46- bis 65-Jährigen: 23,1 Prozent aus dieser Altersgruppe würde der AfD ihre Stimme geben (bei den 31- bis 45-Jährigen: 19,3 Prozent, bei den 18- bis 30-Jährigen: 14,2 Prozent).

Fakten zur Anti-Euro-Bewegung „Alternative für Deutschland“

Parteigründer

Zu den Gründern der Partei gehören neben dem Hamburger Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke unter anderem der langjährige FAZ-Feuilletonist Konrad Adam und der ehemalige hessische Staatssekretär Alexander Gauland.

Nein zum Euro

Die AfD fordert die Auflösung des Euro-Währungsgebietes und die Wiedereinführung nationaler Währungen.

Bundestagswahl

Zur Bundestagswahl im September 2013 ist die neugegründete Partei erstmals angetreten. Bei der Europawahl im Mai 2014 erzielte sie sieben Prozent und zog mit sieben Abgeordneten ins EU-Parlament ein.

In ihrem Wahlprogramm fordert die AfD eine „geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes“. Von den Befragten wird diese Forderung kritisch gesehen. Vor allem das Vorhaben, dass Deutschland aus dem Euro aussteigt und zur D-Mark zurückkehrt, findet kaum Befürworter. 37 Prozent der Befragten wollen zurück zur D-Mark (35,9 Prozent der Männer; 38 Prozent der Frauen). Dagegen plädieren 63 Prozent der Befragten dafür, am Euro festzuhalten (64,1 Prozent der Männer; 62 Prozent der Frauen).

Die Anti-Euro-Thesen der „Alternative für Deutschland“

Zukunft des Euro

Wir fordern eine geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes. Deutschland braucht den Euro nicht. Anderen Ländern schadet der Euro. (Quelle: Parteiprogramm)

Neue Währungen

Wir fordern die Wiedereinführung nationaler Währungen oder die Schaffung kleinerer und stabilerer Währungsverbünde. Die Wiedereinführung der DM darf kein Tabu sein.

Europäische Verträge

Wir fordern eine Änderung der Europäischen Verträge, um jedem Staat ein Ausscheiden aus dem Euro zu ermöglichen. Jedes Volk muss demokratisch über seine Währung entscheiden dürfen.

Austrittsrecht

Wir fordern, dass Deutschland dieses Austrittsrecht aus dem Euro erzwingt, indem es weitere Hilfskredite des ESM mit seinem Veto blockiert.

Lasten für den Steuerzahler

Wir fordern, dass die Kosten der sogenannten Rettungspolitik nicht vom Steuerzahler getragen werden. Banken, Hedge-Fonds und private Großanleger sind die Nutznießer dieser Politik. Sie müssen zuerst dafür geradestehen.

Schuldenschnitte

Wir fordern, dass hoffnungslos überschuldete Staaten wie Griechenland durch einen Schuldenschnitt entschuldet werden. Banken müssen ihre Verluste selbst tragen oder zu Lasten ihrer privaten Großgläubiger stabilisiert werden.

EZB-Politik

Wir fordern ein sofortiges Verbot des Ankaufs von Schrottpapieren durch die Europäische Zentralbank. Inflation darf nicht die Ersparnisse der Bürger aufzehren.

Auf der Handelsblatt Prognosebörse lagen die Sonstigen Parteien, zu denen die „Alternative für Deutschland“ gehört, am Sonntag bei 25 Prozent - Anfang des Jahres waren es noch bei knapp über drei Prozent.
Stärkste Partei war die CDU mit 30,5 Prozent. Gemeinsam mit der FDP (6,2 Prozent) käme sie auf 36,7 Prozent. SPD (20 Prozent) und Grüne (10,4 Prozent) liegen mit zusammen 30,4 Prozent deutlich dahinter. Die Linkspartei müsste mit etwa 5 Prozent um den Einzug in den Bundestag bangen.

Die Prognosebörse zeigt aktuelle Veränderungen im Meinungsbild besonders schnell, weil dort ständig gehandelt wird. Auf der Plattform können Teilnehmer die Parteien bei der Bundestagswahl als virtuelle Aktien handeln. Dahinter steckt folgende Idee: In den Aktienkurs fließen die unterschiedlichen persönliche Erwartungen der Teilnehmer über das Abschneiden der Parteien ein. Am Ende des Spiels erfolgt eine Auszahlung, die dem Ergebnis der Parteien bei der Bundestagswahl entspricht.

Die "Anti-Euro-Partei" ist ein Glück

Video: Die "Anti-Euro-Partei" ist ein Glück

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Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag von „Zeit Online“ hat die AfD ihr größtes Wählerpotenzial bei früheren FDP- und Linkspartei-Wählern. 35 Prozent derjenigen, die bei der Bundestagswahl 2009 die Linke gewählt haben, können sich demnach vorstellen, im Herbst für die AfD zu stimmen. Unter den FDP-Wählern sind es 33 Prozent, von Unions- und SPD-Wählern je 18 Prozent, bei den Grünen-Wählern 16 Prozent.

Insgesamt können sich laut der YouGov-Erhebung sogar 27 Prozent der Deutschen vorstellen, die neue Partei zu wählen. Aber nur drei Prozent würden der AfD mit Sicherheit ihre Stimme geben, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre. Bei Allensbach heißt es, obwohl sich knapp ein Fünftel der Bevölkerung vorstellen könne, die Partei einmal zu unterstützen, erreiche die AfD bei den konkreten Wahlabsichten bislang nur ein bis zwei Prozent.

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Kommentare (247)

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Republikaner

22.04.2013, 06:33 Uhr

Unter den Blockparteien wurde Deutschland zum zweiärmsten Land in der Euro-Zone, mit den höchsten Steuer- und Abgabesätzen. Die Geldentwertung spürt jeder. Wir sind zu Zahlaffen der EU degradiert worden und werden nach Strich und Faden ausgebeutet. Der Gipfel der Unverfrorenheit ist die Ankündigung von neuen Steuer und Steuererhöhungen - es reicht. So kann und darf es nicht weitergehen. Jede Stimme, die nicht an die Blockparteiern geht, ist ein Gewinn für dieses Land

Account gelöscht!

22.04.2013, 06:34 Uhr

schön das der Montag morgen mit einem neuerlichen Bericht über unsere Partei beginnt. So sind wir bald in aller Munde. Und wir werden alles mögliche unternehmen um die 19% bei der kommenden Bundestagswahl noch zu toppen.

Teer_schweinstueck

22.04.2013, 06:37 Uhr

.....ich auch.....;-)

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