Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.09.2012

20:03 Uhr

Richterspruch und Proteste

Islam-Video darf weiter auf YouTube laufen

Der umstrittene Mohammed-Film darf weiter auf der Internet-Plattform YouTube gezeigt werden. Der Protest gegen das Video erreicht inzwischen auch deutsche Fußgängerzonen: Tausende Muslime wollen demonstrieren.

Weltweit gingen Muslime wegen des islamfeindlichen Videos auf die Straße. Jetzt wollen sie auch in Deutschland demonstrieren. dpa

Weltweit gingen Muslime wegen des islamfeindlichen Videos auf die Straße. Jetzt wollen sie auch in Deutschland demonstrieren.

KarlsruheEin US-Richter hat eine Sperrung des umstrittenen Mohammed-Films auf der Internet-Plattform YouTube abgelehnt. Im ersten Zivilverfahren im Zusammenhang mit der Produktion des Schmähvideos wies Luis Lavin vom obersten Gericht in Los Angeles den Antrag einer an dem Film beteiligten Schauspielerin auf eine einstweilige Verfügung am Donnerstag ab. Die Argumentation der Klägerin habe keine Aussicht auf Erfolg, erklärte Lavin.

Die Schauspielerin Cindy Lee Garcia hat auch Klage gegen den Produzenten eingereicht und wirft diesem vor, sie über den Inhalt des Films getäuscht zu haben. Es sei während des Drehs nie von Mohammed oder einem Religionsbezug die Rede gewesen. Ihr Recht auf Privatsphäre sei verletzt worden. Außerdem sei ihr Leben in Gefahr, da sie Morddrohungen erhalten habe. Die Klage wegen Betrugs und übler Nachrede wurde am Mittwoch bei einem Gericht im kalifornischen Los Angeles eingereicht.

Mohammed-Proteste: Schauspielerin verklagt Schmähfilm-Regisseur

Mohammed-Proteste

Schauspielerin verklagt Schmähfilm-Regisseur

Eine Darstellerin aus dem Mohammed-Schmähfilm klagt auf Rufmord.

Der Mohammed-Schmähfilm hat in vielen muslimischen Ländern heftige Proteste ausgelöst, bei denen mehrere Menschen starben. Garcia hat in dem 13-minütigen Werk, das im Internet abrufbar ist, nur eine kleine Rolle. In Deutschland hat die Ankündigung einer rechtsextremen Gruppe, den Film zeigen zu wollen, für viel Wirbel gesorgt.

Der Filmemacher Nakoula Basseley Nakoula habe Garcia glauben lassen, es werde ein gewöhnlicher Abenteuerfilm produziert, hieß es in der Klage. Garcia habe auch keine Hinweise auf sexuelle Inhalte gehabt. Der Film stellt den Propheten Mohammed als Frauenheld dar.

Wolfram Weimer zur Islam-Debatte: „Das Klima der Angst zeigt Wirkung"

Wolfram Weimer zur Islam-Debatte

„Das Klima der Angst zeigt Wirkung"

Wie weit soll die Kritik am Islam gehen, was ist der Satire erlaubt? Alles, argumentiert Publizist Wolfram Weimer. Der Staat müsse sich raushalten und dem Trend zur Selbstzensur begegnen.

Ein Vertreter von Nakoula lehnte eine Stellungnahme ab. Der 55-Jährige ist ein koptischer Christ, der in Kalifornien lebt. Der Film könnte für ihn noch weitreichende Folgen haben. Aufgrund einer Verurteilung aus dem Jahr 2010 wegen Bankbetrugs ist ihm die Nutzung des Internets nur unter Auflagen erlaubt. Es könnte sein, dass er wegen des Films wieder ins Gefängnis muss. Er war 2011 entlassen worden. Seit einer Befragung durch die Staatsanwaltschaft am Samstag ist der Mann verschwunden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×