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25.01.2007

20:37 Uhr

Ringen um die CSU-Parteispitze

Im Dauerkampf

Im Machtkampf um den CSU-Vorsitz erwartet die Parteispitze vom nächsten Krisengipfel am Freitag noch keine Lösung. Eine Einigung zwischen Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer und dem bayerischen Wirtschaftsminister Erwin Huber sei nicht sehr wahrscheinlich, hieß es am Donnerstag in Parteikreisen. Einer will das Amt auf gar keinen Fall mehr haben.

Weder Landwirtschaftsminister Horst Seehofer noch der bayrische Wirtschaftsminister Erwin Huber sind bereit auf den CSU-Vorsitz verzichten. Foto: dpa ap

Weder Landwirtschaftsminister Horst Seehofer noch der bayrische Wirtschaftsminister Erwin Huber sind bereit auf den CSU-Vorsitz verzichten. Foto: dpa

HB BERLIN. Die Kontrahenten Huber und Seehofer bekraftigten ihre Ansprüche. Derweil wies der scheidende CSU-Chef Edmund Stoiber Spekulationen zurück, er könne doch länger als bis zum 30. September im Amt bleiben. „Dafür stehe ich keinesfalls zur Verfügung“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitagausgabe) laut Vorabbericht.

Stoiber hatte vor einer Woche angekündigt, sich im Herbst von seinen Ämtern als Ministerpräsident und Parteichef zurückzuziehen. Damit habe er die Weichen für einen Wechsel gestellt, sagte ein Sprecher der Staatskanzlei. „Alle anderen Spekulationen sind Unsinn.“ Die „Süddeutsche“ hatte berichtet, in der CSU werde nicht ausgeschlossen, dass Stoiber bis 2009 Parteichef bleibe und so einen Ausweg aus dem Nachfolgestreit schaffe. „Stoiber möchte sein Haus gut bestellt übergeben“, sagte der Sprecher.

Der noch amtierende Parteivorsitzende hat für Freitag Huber und Seehofer zu einem weiteren Gespräch eingeladen. Daran sollen auch Stoibers designierter Nachfolger als Ministerpräsident, Innenminister Günther Beckstein, CSU-Fraktionschef Joachim Herrmann und Landesgruppenchef Peter Ramsauer teilnehmen. „Die Gespräche sind ergebnisoffen“, sagte Huber der „Passauer Neuen Presse“. Er vertraue auf Stoibers Autorität. Er sei sehr zuversichtlich, dass die CSU ihre traditionelle Geschlossenheit wieder erreichen werde.

„Das muss doch eine demokratische Partei aushalten“

In Medien war spekuliert worden, Seehofer solle der Verzicht auf den Posten des Parteichefs mit einem Sitz im Koalitionsausschuss schmackhaft gemacht werden. Die CSU lehnte eine Stellungnahme dazu ab. Der parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, Hartmut Koschyk, mahnte die Partei zur Ruhe. „Nur mit offenen und ehrlichen Gesprächen hinter verschlossenen Türen ist eine einvernehmliche Lösung zu erreichen“, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Seehofer warnte vor einem Bedeutungsverlust der CSU, falls sich Huber durchsetze. Wenn ein Landesminister die Partei leite, schwäche dies deren bundespolitisches Standbein, sagte er im Bayerischen Rundfunk. Einer Kampfabstimmung auf dem Parteitag Ende September sah er gelassen entgegen. Es sei das Normalste der Welt, dass mehrere Personen um eine Position kämpften. „Das muss doch eine demokratische Partei aushalten.“

Huber gab sich von den guten Umfragewerten seines Konkurrenten unbeeindruckt. „Mich freut es, dass Horst Seehofer so populär ist, weil das für die CSU gut ist.“ Die Entscheidung über den Vorsitz treffe jedoch der Parteitag. Dem Blatt zufolge wurde der Termin auf Stoibers Wunsch gewählt: Am 28. September feiert der scheidende Parteichef seinen 66. Geburtstag.

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