Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.01.2013

12:39 Uhr

Riskante Deutschland-Hilfe

Mali-Einsatz schürt Terror-Angst

VonDietmar Neuerer

Paris wappnet sich für mögliche Terror-Anschläge infolge des Militäreinsatzes in Mali. Auch Frankreichs Verbündete könnten ins Visier von Islamisten geraten. Betroffen wäre aus Expertensicht auch Deutschland.

Einsatz in Mali

Video: Einsatz in Mali

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

BerlinDie französische Militärintervention in Mali birgt Risiken, die bis nach Europa reichen könnten. Darauf deuten Äußerungen von Frankreichs Innenminister Manuel Valls hin. Er schätzt die Terrorgefahr für sein Land als „sehr ernst und andauernd“ ein. „Höchste Wachsamkeit“ sei geboten, um Attentate „auf unserem Boden“ zu verhindern, sagte der Minister am Dienstag den Sendern RMC und BFMTV mit Blick auf den Militäreinsatz in Mali. Die Geheimdienste im In- und Ausland seien besonders wachsam, fügte er hinzu. Nach der Heraufstufung des Terrorplans Vigipirate auf „verstärktes Rot“ seien allein in der Region Paris 700 Militärkräfte im Einsatz.

Vor der Gefahr, die Valls beschreibt, sind auch die französischen Verbündeten nicht gefeit. Zu dieser Einschätzung kommt der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt. Er begrüßte zwar das Angebot der Bundesregierung, Frankreich im Mali-Konflikt logistische Hilfe anzubieten. Zugleich warnte Wendt aber vor den Folgen eines solchen Freundschaftsdienstes für die innere Sicherheit in Deutschland. „Selbstverständlich ist es möglich, dass fanatische Islamisten nach dem perfiden Motto „der Freund unseres Feindes ist unser Feind“ auch Deutschland ins Visier nehmen, um Anschläge durchzuführen“, sagte Wendt Handelsblatt Online. Die deutsch-französische Freundschaft sei aber die „engste Schicksalsgemeinschaft“ auf dem europäischen Kontinent. Deshalb mache Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) „alles richtig, wenn er diese enge Verbindung demonstrativ hervorhebt und die deutsche Solidarität betont“.

Militäreinsatz: Deutschland hilft Frankreich in Mali

Militäreinsatz

Deutschland hilft Frankreich in Mali

Die französische Armee kämpft in Mali gegen Extremisten. Deutschland will helfen.

Aktuelle Informationen darüber, dass sich die Anschlagsgefahr bereits erhöht habe, gebe es jedoch nicht, sagte Wendt weiter. Deshalb sei es richtig, dass die Sicherheitsbehörden „jetzt nicht gleich Alarmstimmung verbreiten, sondern professionell gelassen und gleichzeitig wachsam sind“. Deutschland sei seit langer Zeit im Fadenkreuz religiöser Extremisten, fügte der Polizeigewerkschafter hinzu. Darauf hätten Politik und Polizei schon reagiert und beispielsweise mit der Einrichtung des Gemeinsamen Terrorabwehrzentrum GTAZ und der gezielten Beobachtung und Erforschung der islamistischen Szene in Deutschland gute Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Terrorabwehr auch künftig gut funktioniere.

Wendt lobte in diesem Zusammenhang Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CDU), der mit seinen Reformvorschlägen für den Verfassungsschutz die „richtigen Weichen“ gestellt habe. Die Zentralstellenfunktion des Bundesamtes werde verbessert, gegenseitige Informationspflichten eingeführt und insgesamt die Schlagkraft erhöht. „Deutschland ist bedroht, aber auch gut aufgestellt, es gibt keinen Anlass zur Panik“, sagte Wendt.

Die frühere Kolonialmacht Frankreich hatte am vergangenen Freitag auf Wunsch der malischen Regierung in den Kampf zwischen den Streitkräften und den islamistischen Aufständischen eingegriffen. Die Rebellen haben bereits den Norden des Landes unter Kontrolle und rücken nun auf die Hauptstadt Bamako vor. Die USA erwägen, Frankreich logistisch zu unterstützen. Auch die Bundesregierung in Berlin prüft medizinische oder logistische Hilfe. Im ZDF schloss Westerwelle eine Entsendung von Kampftruppen aber erneut aus.

Kommentare (15)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

15.01.2013, 13:00 Uhr

Nicht der Mali- Einsatz schürt die Terrorangst.
Politiker und vor allen Dingen die Presse schüren diese Angst um damit ihre eigene Agenda zu verfolgen.
Die Politik: Kontrolle, Überwachung und Angst vor der nächsten Wahl.
Die Presse: Auflagen und Wichtigtun.

Vor 30 Jahren haben wir glaubhaft gemacht, dass wir notfalls bereit sind, ganz Europa vom Atlantik bis zum Ural zu verwüsten, um unsere Grundwerte zu verteigen.

Wenn der sowjetische Genralstab gewusst hätte, was für eine Angstkampagne losbricht, wenn wir in Bonn auf dem Hbhf eine Bombe fast mit Zünder finden, dann hätte sie am eisernen Vorhang alle 500m ein großes Feuer angezündet, wären in wildes Geschrei ausgebrochen und der Westen hätte sich ergeben.

Die momentane Führungsschwäche ist nicht nur peinlich.
Sie wird uns in naher Zukunft richtig teuer zu stehen kommen.






Thomas-Melber-Stuttgart

15.01.2013, 13:23 Uhr

Truppe ist dafür da, eingesetzt zu werden. Notfalls ist die Bw-Reform auszusetzen, sonst läuft sie eben im Hintergrund weiter.

freiheitsliebendermensch

15.01.2013, 13:34 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×