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03.06.2012

13:09 Uhr

Rockermilieu

BKA-Chef warnt vor anbiedernden Hells Angels

Mit aller Macht versucht der Rockerclub „Hells Angels“, in die Mitte der Gesellschaft vorzustoßen - so sieht es zumindest Jörg Ziercke, Präsident des BKA. Anbiederung sei ein beliebtes Mittel - und Gewalt.

Nach Erkenntnissen des BKA versuchen die „Hells Angels“, im legalen Geschäftsbereich Fuß zu fassen. dpa

Nach Erkenntnissen des BKA versuchen die „Hells Angels“, im legalen Geschäftsbereich Fuß zu fassen.

MünchenDer Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke, warnt vor Bemühungen von Rockergruppen, in der legalen Wirtschaft Fuß zu fassen. Zum Geschäftsgebaren gehöre dabei auch „die Anwendung von Gewalt“, sagte Ziercke dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Ziel sei ein „territorialer und finanzieller Machtzuwachs insbesondere gegenüber konkurrierenden Banden“.

Auch die intensiven internationalen Kontakte deutscher Clubs stufen die Sicherheitsbehörden als problematisch ein. „Grenzüberschreitende Vernetzungen krimineller Rockergruppierungen, insbesondere nach Ost- und Südosteuropa, nehmen zu“, sagte Ziercke. Mitglieder von Rockergruppen bewegten sich in Strukturen, denen ein hohes Potenzial Organisierter Kriminalität zuzurechnen sei.

Unterdessen hat ein hochrangiger Rocker Vorwürfe zurückgewiesen, wonach die „Hells Angels“ auch ein Sammelbecken für Rechtsradikale seien. In den Reihen der Hells Angels finden sich nach Worten des Hannoveraner Rockerchefs Frank Hanebuth keine Rechtsradikalen. „Wenn wir das Gefühl haben, dass jemand ein Nazi sein könnte, schicken wir ihm eine fingierte Einladung“, sagte Hanebuth der „Bild am Sonntag“. „Wenn er hin will, passt er nicht zu uns.“

Bei den Hells Angels in Hannover lebten acht Nationen friedlich miteinander, betonte er. „Wir haben zum Beispiel auch einen israelischen und einen palästinensischen Bruder.“ Waffenhandel sei verboten; jemand, von dem bekannt sei, dass er mit Drogen handele, „hat keine Chance, bei uns Mitglied zu werden“.

Bei einem großangelegten Polizeieinsatz gegen die Hells Angels im Norden vor rund zehn Tagen war auch Hanebuths Anwesen gestürmt und durchsucht worden. „Sie hätten einfach klingeln können. Ich hätte sie selbstverständlich reingelassen“, sagte der Rockerchef.

Kommentare (6)

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BrigitteP

03.06.2012, 15:20 Uhr

Willkommen bei Hanebuths Märchenstunde. Komisch nur, dass in einem der jüngsten grösseren Rockerprozesse in Erfurt, ein ehemaliges führendes Mitglied der lokalen NPD auf der Anklagebank saß. Martin R. war ehemaliger Leiter des Landesordnungsdienstes der NPD in Thüringen und war bereits damals einschlägig mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Später war er dann in einem der lokalen Hells Angels Unterstützerclubs in Erfurt aktiv (wo er sich auch das aktuelle Strafverfahren einhandelte). Aber die Unterstützterclubs, wie Red Devils, Garde 81 und Co. haben natürlich nichts mit den Hells Angels zu tun. Deswegen nennen sie sich ja auch Unterstützerclubs der Hells Angels und bekommen auch Glückwünsche von den Erfurter Hells Angels für die Unterstützung ihrer Partys....

Thomas-Melber-Stuttgart

03.06.2012, 15:33 Uhr

Ich hoffe, man geht gegen bestimmte und auch bekannte südländische Großclans - z.B. in Bremen - ebenso robust vor.

BurgerKarin

20.06.2012, 10:27 Uhr

Was die Wenigsten wissen und die Behörden bisher leider noch nicht interessiert: Die Rocker infiltrieren inzwischen auch den karitativen Tierschutz, dort insbesondere den Auslandstierschutz (Osteuropa!!!). Ein angeblich ehemaliges Hells-Angels-Mitglied und Bandido-Sympathiesant hat dafür eigens einen Verein gegründet. Drum herum wurden verschiedene kommerzielle Unternehmen installiert. Als Publizistin berichte ich auf meiner tierschutzkritischen Seite Doggennetz über die vielen nachweisbaren Verbindungen zwischen Tierschutz und Rockerszene. Das hat mir inzwischen einen Mordaufruf an die Rocker auf Facebook eingebracht sowie weitere massive Drohungen und eine Verleumdungskampagne ungeahnten Ausmaßes. Bisher ist es nicht gelungen, die Polizei und die Behörden für diese Vorgänge zu interessieren.
Karin Burger

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