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09.03.2013

22:11 Uhr

Röslers FDP

Die versöhnte Partei

VonDietmar Neuerer

Philipp Rösler hat beim Parteitag eine passable Rede gehalten, bei seiner Wahl zum FDP-Chef aber einen Dämpfer erhalten. Das haut ihn nicht um, zumal seine Widersacher deutlich schlechtere Ergebnisse kassierten.

Der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler hat seine Partei geeint - Querulanten wurden in die Schranken gewiesen. dpa

Der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler hat seine Partei geeint - Querulanten wurden in die Schranken gewiesen.

BerlinDie FDP kann aufatmen. Der Parteitag in Berlin ist im Sinne der Parteiführung gelaufen. Der neue, alte Vorsitzende Philipp Rösler hat sich gut behauptet. Mit einer kämpferischen Rede hat er die Delegierten versöhnt. Und er hat bei seiner Wiederwahl ein achtbares Ergebnis eingefahren.

Der 40-Jährige erhielt mit 85,7 Prozent zwar deutlicher weniger Stimmen als bei seiner ersten Wahl (95,1 Prozent). Doch die letzten Wochen liefen für den Wirtschaftsminister und Vizekanzler so gut, dass ein noch schlechteres Ergebnis niemand verstanden hätte. Im Übrigen kam bei den Delegierten auch gut an, dass Rösler eigene Fehler zugab. Da wirken dann Appelle an die Geschlossenheit der Partei umso überzeugender und glaubwürdiger – und werden auch unterstützt.

Mit der Rösler-Wahl nahm die FDP zugleich ihr großes Parteitagsziel ins Visier, nämlich die Machtverhältnisse zu klären. Dass Röslers Rechnung gleich mit der Wahl seines ersten Stellvertreters aufging, unterstreicht einmal mehr, dass der heutige Tag für ihn so etwas wie eine politische Wiedergeburt war. Als er nach seiner Rede schon ganz en entspannt auf der Bühne sitzt, wird das Ergebnis für seinen vermeintlichen künftigen Konkurrenten, den nordrhein-westfälischen Landesvorsitzenden Christian Lindner verkündet - nur 77,8 Prozent. Spätestens da ist klar: Rösler ist die unangefochtene Nummer eins.

Die FDP unter Parteichef Rösler

12. Mai 2011

Rösler, bisher Bundesgesundheitsminister, löst Rainer Brüderle als Wirtschaftsminister ab und steigt zum Vizekanzler auf.

13. Mai

Auf dem Parteitag in Rostock wird Rösler mit 95,1 Prozent als jüngster FDP-Vorsitzender und Nachfolger von Guido Westerwelle gewählt. Rösler verspricht: „Ab heute wird die FDP liefern.“

22. Mai

Die FDP fliegt mit 2,4 Prozent in Bremen aus der Bürgerschaft.

4. September

Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern kassiert die FDP mit 2,8 Prozent die nächste Niederlage.

18. September

Bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin landen die Liberalen bei 1,8 Prozent.

14. Dezember

Generalsekretär Christian Lindner tritt überraschend zurück.

16. Dezember

Die Parteispitze setzt sich bei einem Mitgliederentscheid knapp mit ihrem Kurs bei der Euro-Rettung durch.

25. März 2012

Nachdem das Jamaika-Bündnis mit CDU und Grünen im Saarland geplatzt ist, stürzt die FDP bei der folgenden Landtagswahl auf 1,2 Prozent ab.

6. Mai

Bei der vorgezogenen Landtagswahl in Schleswig-Holstein wird die schwarz-gelbe Koalition abgewählt. Mit Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki erringen die Liberalen aber 8,2 Prozent.

13. Mai

Bei der vorgezogenen Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen gewinnt Rot-Grün, mit Lindner an der Spitze kommen die Liberalen jedoch auf 8,6 Prozent. Im Bund bleiben die Umfrage in den folgenden Monaten desaströs.

6. Januar 2013

Entwicklungsminister Dirk Niebel verlangt beim Dreikönigstreffen der FDP in Stuttgart offen ein neues Führungsteam. Er fordert, den für Mai geplanten Parteitag vorzuziehen.

18. Januar

Zwei Tage vor der Niedersachsen-Wahl plädieren auch FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle und Lindner für ein Vorziehen des Parteitages.

20. Januar

Die FDP erreicht bei der Landtagswahl in Niedersachsen sensationelle 9,9 Prozent, viele Stimmen kommen von CDU-Wählern.

21. Januar

Die FDP-Führung einigt sich darauf, dass Rösler Parteivorsitzender bleibt. Spitzenkandidat bei der Bundestagswahl soll Brüderle werden. Der Parteitag wird von Mai auf März vorgezogen.

Dirk Niebel, einer der größten Widersacher Röslers, musste diese Erkenntnis ebenfalls schmerzlich zur Kenntnis nehmen. Überhaupt hat sein baden-württembergischer Landesverband bei diesem Parteitag keinen guten Stand. Um es deutlich zu sagen: Die Südwest-Liberalen hätten um ein Haar kein Rolle mehr in der Bundesparteispitze gespielt, wenn am Ende nicht noch Parteichef Rösler das ganz große Desaster verhindert hätte. Erst traf es die Landeschefin Birgit Homburger, die in einer Kampfabstimmung um einen Stellvertreterposten dem sächsischen Landesvorsitzenden Holger Zastrow unterlag.

Kommentare (13)

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FDP_Reichsparteitag

09.03.2013, 22:48 Uhr

passable Rede.
passabel?
Für wen?
Inzwischen erinnern Header des HB fast schon an Stürmer-Aufmacher.
Ich hab da kein Problem mit, da kann ich zur Not auch noch mit.
Indes: versöhnte FDP, womit?
Mit den Proleten, die abgewichst die Zeche zu zahlen haben?
Mit Verlaub, das klingt nicht nur verstiegen.

so_what

09.03.2013, 23:10 Uhr

Rösler fomuliert sie präzisest: die politische Bankrotterklärung der FDP.

So what.

so_what

09.03.2013, 23:15 Uhr

erratum

nicht fomuliert
sondern
formuliert

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