Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.10.2011

10:14 Uhr

Röslers heikle Mission in Athen

SS-Uniformen und Hakenkreuzfahnen zur Begrüßung

VonThomas Sigmund

Besuch in der Höhle des Löwen: Mit Gedankenspielen von einer Insolvenz hat Philipp Rösler die Griechen gegen sich aufgebracht. Jetzt besucht er das Land mit Wirtschaftsvertretern. Nicht alle empfangen ihn begeistert.

Anti-Deutscher Protest in Athen

Video: Anti-Deutscher Protest in Athen

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Richtige Zeit, falscher Ort: Zum Auftakt des Besuches von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) demonstrieren gestern Abend knapp 100 linke Aktivisten vor der deutschen Botschaft in Athen gegen die Sparpläne. Sie tragen SS-Uniformen, haben Hakenkreuzfahnen dabei, ein Mann im Hitler-Kostüm tanzt mit einer als Merkel verkleideten Frau. Rösler selbst nimmt davon allerdings keine Notiz: Er spricht zur selben Zeit südlich von Athen, im Vorort Vouliagmeni, vor hunderten griechischen und deutschen Unternehmern.

Von seinen Gedankenspielen einer möglichen Insolvenz des Landes nimmt der deutsche Wirtschaftsminister im Saal des Hotel „Divani Appollon Palace“ nichts zurück. Die Insolvenz nennt er zwar Resolvenz, was sich weniger dramatisch anhört. „Doch  alle Rettungsmaßnahmen müssen auf wirtschaftlicher Vernunft aufbauen“, teilt Rösler den griechischen Firmenchefs unmissverständlich mit. Die Wiederherstellung der finanziellen Leistungsfähigkeit müsse im Zentrum der Anstrengungen stehen, sagt Rösler. Die Deutung, was darunter zu verstehen ist, überlässt er den Firmenchefs selbst.

Doch Rösler will auf seinem Besuch mit einer deutschen Wirtschaftsdelegation nicht nur über die Verschuldung des Landes sprechen. Der Wirtschaftsminister will vor allem Möglichkeiten ausloten, wie die Wettbewerbsfähigkeit des Landes trotz des harten Sparkurses wieder hergestellt werden kann. Rösler hatte dazu Mitte Juli bereits eine Art Marshallplan ausgearbeitet, der nun umgesetzt werden soll.

Die griechischen Unternehmer sind vor allem gekommen, um zu hören, wie die Kreditklemme gelöst werden soll. Sie kommen kaum mehr an Geld heran, um Investitionen zu tätigen. Von deutscher Seite erhoffen sie sich Geld durch eine neu zu schaffende Förderbank. Die deutschen Unternehmer wollen die griechische Seite auch mit Beschwerden konfrontieren. Der Staat zahlt seine Rechung nicht, Genehmigungsverfahren dauern viel zu lang und von wirklicher Rechtssicherheit ist man noch weit entfernt. Für den Bundeswirtschaftsminister eine durchaus heikle Mission.

Kommentare (37)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

07.10.2011, 10:12 Uhr

Da wird mir schlecht. Schon als ich das im TV gesehen ahb dachte cih mir:"Das kann ncih ihr ernst sein". Sowas ist total Geschmacklos und abartig. Und dann auch noch die Naziproteste. Als wenn Rösler nciht gereciht häte -.-
Es geht zuende...

Kreili

07.10.2011, 10:15 Uhr

Wer in dieser Form mit einem Vertreter der deutschen Regierung, die mit Milliarden unserer Steuergelder bereit ist diesem Land zu helfen,umgeht, sollte man in seiner eigenen Sch.... ersticken lassen.

Pro-FED

07.10.2011, 10:20 Uhr

sorry, was macht der Blödmann da auch?

Seit wann kommt der Berg zum Propheten?
Wenn, dann müßten die Griechen schon bei uns vorstellig werden.

aber: the show must go on

Es geht eh nur um Stimmungsmache.


Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×