Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.03.2004

17:51 Uhr

Rogowski verteidigt Braun

Regierung und Industrie bekommen sich in die Haare

Regierung und Industrie streiten über die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland. Regierungssprecher Bela Anda erinnerte die Firmen am Montag in Berlin an ihre Verantwortung für Deutschland. Deren Spitzenvertreter wiesen die Vorwürfe umgehend zurück.

HB BERLIN. Einen indirekten Aufruf zur Jobverlagerung vom Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, habe Kanzler Gerhard Schröder (SPD) in interner Runde als „unpatriotischen Akt“ bezeichnet, sagte Anda.

Braun wehrte sich postwendend gegen den Vorwurf des Kanzlers. „Ein richtig verstandener unternehmerischer Patriotismus besteht darin, für eine konsequente Reformpolitik zu werben", sagte der DIHK-Präsident dem Handelsblatt. Er habe mit seiner Äußerung das Bewusstsein dafür schärfen wollen, „dass wir dringend Reformen in den unterschiedlichsten Bereichen brauchen, damit Unternehmen nicht allein zur Sicherung ihrer Existenz gezwungen sind", Jobs ins Ausland zu verlagern.

Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Michael Rogowski, wies die Kritik des Kanzlers ebenfalls zurück. Er könne in den Äußerungen Brauns keine unpatriotische Haltung erkennen, sagte Rogowski dem „Tagesspiegel“. Nur mit einer Produktionsverlagerung ins Ausland könnten viele Firmen noch ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten und die noch verbleibenden Arbeitsplätze in Deutschland sichern.

DIHK-Präsident Braun hatte zuvor ausgeführt: „Ich empfehle den Unternehmen, nicht auf eine bessere Politik zu warten, sondern jetzt selbst zu handeln und die Chancen zu nutzen, die zum Beispiel in der Osterweiterung liegen.“ Damit würden letztlich auch Arbeitsplätze und Lehrstellen in Deutschland gesichert.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×