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01.03.2013

11:52 Uhr

Roncalli-Chef Bernhard Paul

„Wir sind doch keine Berlusconis“

Silvio Berlusconi war entrüstet, von SPD-Kanzlerkandidat als Clown bezeichnet zu werden. Nun meldet sich Zirkusdirektor Bernhard Paul, selbst ein berühmter Clown, zu Wort und sagt: „Ein Zirkusclown ist kein Depp.“

Roncalli-Direktor Bernhard Paul posiert als Clown Zippo. Er findet: "Einen Clown stellt man doch nicht auf eine Stufe mit Bunga-Bunga." dpa

Roncalli-Direktor Bernhard Paul posiert als Clown Zippo. Er findet: "Einen Clown stellt man doch nicht auf eine Stufe mit Bunga-Bunga."

KölnGestern noch Spöttelei auf Twitter, heute Realität: Der Chef des berühmten Zirkus Roncalli in Köln beschwert sich über den Clown-Vergleich von Peer Steinbrück, der Italiens Politiker Silvio Berlusconi als Clown bezeichnet hatte: „Ein Zirkusclown ist kein Depp, den man auf eine Stufe mit Berlusconi stellt“, sagt Zirkusdirektor Bernhard Paul.

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In einem offenen Brief macht der Zirkusdirektor und gefeierter Clown Bernhard Paul seinem Ärger über die Bemerkung des SPD-Kanzlerkandidaten Luft machen. „Clown ist ein ehrenwerter, ganz schwieriger, sensibler, künstlerischer Beruf“, sagte der 65-jährige Österreicher. Ein Clown sei eine tröstliche Figur, die in der „Tradition der Commedia dell' Arte die Menschen zum Lachen bringt“. Und es sei ein pazifistischer Beruf – denn wer lache, sei nicht mehr in der Lage, Böses zu tun. „Wie kann man das vergleichen mit Bunga-Bunga?“, fragte der Zirkusdirektor.

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Mit seinen Aussagen hat Peer Steinbrück die Italiener gegen sich aufgebracht. Die Medien schimpfen über den Clown-Vergleich des SPD-Kanzlerkandidaten und Staatspräsident Napolitano weist ihn öffentlich zurecht.

Peer Steinbrück hatte am Dienstag angesichts des Wahlausgangs in Italien gesagt: „Bis zu einem gewissen Grad bin ich entsetzt, dass zwei Clowns gewonnen haben.“ Damit bezog er sich auf den ehemaligen TV-Komiker Beppe Grillo und Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Während Grillo sich von der Bemerkung unbeeindruckt zeigte, war Berlusconi eingeschnappt. Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano sagte ein geplantes Treffen mit dem SPD-Kandidaten ab, der FDP-Politiker Volker Wissing gab dem SPD-Kanzlerkandidaten den Spitznamen „Peerlusconi“ und sorgte sich über dessen außenpolitische Kompetenz.

Schnell aber verlagerte sich – vor allem bei Twitter – die Debatte: Nicht mehr um deutsch-italienische Beziehungen wurde diskutiert, sondern über die Frage, ob Clown überhaupt eine Beleidigung sei. Der Grünen-Politiker Volker Beck twitterte, der Vergleich sei höchstens eine Beleidung für rechtschaffende Mitglieder der Zirkusbranche. Die Satire-Internetseite „Der Postillon“ titelte: „Nach Berlusconi-Vergleich: Clown-Gewerkschaft sagt Treffen mit Peer Steinbrück ab“ und vermutete, dass Steinbrück nun mit den Clowns eine der letzten „Gruppen verprellt hat, bei der er bislang einen guten Stand hatte“.

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Möglicherweise nimmt die Affäre aber für die Clowns doch ein gutes Ende. Ein bisschen Aufmerksamkeit scheint der Zunft jedenfalls nicht zu schaden. Ihre Lage sei nicht rosig, sagte der Roncalli-Direktor. „Der Zirkusclown stirbt aus, weil alles Comedy ist.“

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Kommentare (4)

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Red_Hot_Chili

01.03.2013, 12:21 Uhr

Es gibt doch nicht nur Cirkusclowns sondern auch Politclowns und dazu gehören Beppe Grillo und Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi zweifelsohne.

R.Rath

01.03.2013, 12:43 Uhr

Die rote Nase gebührt Steinbrück, Künstlername Peerlusconi aber nur dann, wenn er in einem Clownsduo neben einem intelligenten Clown den absoluten Trottel spielt.

Peppers

01.03.2013, 12:46 Uhr

Ich ahne schon die Schlagzeile:

"Roncalli-Chef bezeichnet Berlusconi als Deppen, Napolitano will nicht mehr in den Circus gehen"

*g*

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