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09.01.2013

07:23 Uhr

Rosemarie Kerkow-Weil & Stephan Weil

Familien-Drama in Niedersachsen

VonHeike Anger, Maike Freund, Johannes C. Bockenheimer

Stephan Weil kämpft um den Posten des niedersächsischen Ministerpräsidenten, seine Frau bangt um ihren Job als Hochschul-Präsidentin. Der Vorwurf der Uni: ihr miserabler Führungsstil.

Rosemarie Kerkow-Weil und ihr Mann Stephan Weil im Sommer 2012 in Hameln. Damals wurde der Oberbürgermeister von Hannover und Spitzenkandidat der SPD für die Landtagswahl in Niedersachsen auf Listenplatz eins gewählt. Foto: dpa

Rosemarie Kerkow-Weil und ihr Mann Stephan Weil im Sommer 2012 in Hameln. Damals wurde der Oberbürgermeister von Hannover und Spitzenkandidat der SPD für die Landtagswahl in Niedersachsen auf Listenplatz eins gewählt. Foto: dpa

Berlin/DüsseldorfMit Dramen kennen die Niedersachsen sich aus, auch mit Verbandelungen. Zuletzt beispielsweise zwischen Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff (CDU) und Unternehmer Carsten Maschmeyer. Auch Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder war verbunden mit dem Unternehmer, wo eigentlich keine Verbindung hingehört. Mit diesem Klüngel hat das, was gerade an der Hochschule Hannover abläuft, erst einmal nichts zu tun. Und doch bleibt ein ungutes Gefühl zurück, denn dort könnte sich ein weiteres Drama anbahnen – ein Familiendrama.

Denn es sind Schicksalstage für die Familie Weil: Während sich Stephan Weil anschickt, am 20. Januar für die SPD die Landtagswahl zu gewinnen und vom Hannoveraner Oberbürgermeister zum Ministerpräsidenten zu avancieren, könnte seine Frau noch in dieser Woche ihr Amt verlieren.

Als Präsidentin der Hochschule Hannover steht Rosemarie Kerkow-Weil unter massivem Beschuss. Professoren, Hochschulmitarbeiter und Studenten werfen der 58-jährigen Pflegewissenschaftlerin einen autoritären Führungsstil und schlechte Finanzplanung vor. Die Lehranstalt musste zuletzt ein Defizit von 1,24 Millionen Euro verbuchen.

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Nun will der Senat der Hochschule in dieser Woche abstimmen, ob Kerkow-Weil und ihre drei Stellvertreter abtreten sollen. Öffentlich dazu äußern wollten sich die Senatsmitglieder auf Anfrage nicht, es sei Stillschweigen über die Angelegenheit vereinbart worden. Doch 150 Professoren versichertem dem Senat und seinem Abwahlantrag mit ihrer Unterschrift ihre Unterstützung zu.

Kommentare (15)

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OLDENDORP

09.01.2013, 08:04 Uhr

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familienklüngel in niedersachsen
begünstigt spd-kandidat seine frau.?
..............................................
frau kerkow-weil - umstrittene präsidentin der
hochschule hannover - steht angebl. kurz vor ihrer
abwahl..
inkompenz und finanzielle probleme der hochschule
führen zu dieser notmassnahme, obgleich die befür-
worter ausgerechnet aus dem wahlkampfteam der SPD
kommen.
..
..

Praxiserfahrung

09.01.2013, 08:45 Uhr

Das Kandidaten-Versprechen von Frau Kerkow konnte schon als Warnzeichen dienen. Diejenigen, die von "Verbesserung der Kommunikation" und aehnlichen "soft-skills" fabulieren, sind genau die, die es am meisten selbst noetig haben/haetten. Nebenbei bemerkt zeigt die Erfahrung, dass das ueberwiegend Frauen sind, und zwar die, die ueberall stets und staendig betonen, wie "emotional kompetent" sie sind.

Baier

09.01.2013, 09:24 Uhr

Ach nun, der Hannover-Klüngel wirds schon richten. Und das mit den Miesen im Budget: das ist doch im SPD-Umfeld nichts Neues.

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