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21.01.2013

00:33 Uhr

Rot-Grün gewinnt

Stephan Weil übernimmt das Zepter in Niedersachsen

Rot-Grün zittert sich zum Sieg. Nach einem stundenlangen Wahlkrimi steht das Endergebnis: Schwarz-Gelb wird in Niedersachsen nach zehn Jahren abgelöst. Stephan Weil will sich nun zum Ministerpräsidenten wählen lassen.

Feiert mit seinen Parteifreunden: SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil. dpa

Feiert mit seinen Parteifreunden: SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil.

HannoverUm 23.42 Uhr ist die schmerzhafte Niederlage für Schwarz-Gelb zum Auftakt des Bundestagswahljahres perfekt. Nach vielen Stunden der Ungewissheit und des Zitterns verkündet Landeswahlleiterin Ulrike Sachs das offizielle Endergebnis: Danach hat ein rot-grünes Bündnis gegenüber einer Koalition von CDU und FDP einen Vorsprung von einem einzigen Sitz. Damit ist die schwarz-gelbe Koalition von CDU-Ministerpräsident David McAllister trotz eines FDP-Rekordergebnisses abgewählt.

Stephan Weil (SPD), dem designierten neuen Ministerpräsidenten von Niedersachsen, reicht der knappe Vorsprung völlig. Er will auch bei nur einem Mandat Mehrheit eine rot-grüne Koalition bilden. „Bei dem Stand der Dinge habe ich das auch vor“, sagte er. „Meine Stimmung wird derzeit immer besser und immer zuversichtlicher.“ Seinen Erfolg verdankt er den historisch starken Grünen.

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Die FDP hat den Einzug in den Landtag klar geschafft, auf Kosten der CDU.

„Das war heute eine Achterbahn der Gefühle“, sagte ein vom langen Wahlabend sichtlich mitgenommener Weil auf der SPD-Wahlparty im Alten Rathaus von Hannover und fügte hinzu: „Jetzt sind wir auf dem Höhepunkt.“ Weil hatte gut lachen und konnte seinen Triumph gegen den bisherigen CDU-Amtsinhaber David McAllister zunächst kaum fassen. „Ich glaube, ich werde nachher zu Hause auf dem Sofa sitzen und versuchen, das alles zu begreifen.“ Nur soviel weiß er: In der Früh gehe sein Zug nach Berlin und er freue sich auf fünf Jahre Regierungszeit.

Damit macht Rot-Grün acht Monate vor der Bundestagswahl eine Kampfansage an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Schwarz-Gelb in Berlin. Der in der Kritik stehende SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück erhält neuen Auftrieb. Aber auch dem angeschlagenen FDP-Vorsitzenden Philipp Rösler verschaffte das beste Niedersachsen-Ergebnis seiner Partei – fast zehn Prozent – deutlich Luft.

Niedersachsen erlebte einen beispiellos spannenden Wahlabend. Stundenlang sah es in den Hochrechnungen von ARD und ZDF nach einem Patt oder einem knappen Sieg von Schwarz-Gelb aus. Die CDU fuhr aufgrund einer massiven FDP-Zweitstimmenkampagne eines ihrer schlechtesten Ergebnisse ein, blieb aber stärkste Partei. Die SPD legte leicht zu. Die Linke flog aus dem Landtag, auch die Piraten scheiterten klar an der Fünf-Prozent-Hürde. Die Wahlbeteiligung stieg leicht auf 59,4 Prozent.

Von einem Sieg in Niedersachsen hatten sich alle Parteien Rückenwind für die Bundestagswahl im Herbst erwartet. Die Abstimmung im zweitgrößten Flächenland mit 6,1 Millionen Wahlberechtigten gilt als wichtiger Stimmungstest. Vor dem Bundestag wird nur noch in Bayern ein neuer Landtag gewählt.

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis verlor die CDU 6,5 Punkte, blieb aber mit 36,0 Prozent stärkste Kraft, gefolgt von der SPD, die auf 32,6 Prozent (plus 2,3) kam. Die Grünen erzielten 13,7 Prozent (plus 5,7), die FDP erreichte 9,9 (plus 1,7) und die Linke 3,1 Prozent (minus 4,0). Mit Überhang- und Ausgleichsmandaten ergibt sich folgende Sitzverteilung: CDU: 54; SPD: 49; Grüne: 20; FDP: 14. Das bedeutet eine Ein-Stimmen-Mehrheit im neuen Landtag für Rot-Grün mit 69 zu 68 Mandaten.

Kommentare (16)

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maximilian@baehring.at

21.01.2013, 03:10 Uhr

Auf die er-KLÄR-gun bin ich gespannt ...

http://www.bad-homburg.eu/klaerschlamm.jpg

maximilian@baehring.at

21.01.2013, 03:13 Uhr

Ob man mit dem Computer die Brennstäbe des AKWs rauf und runterfahren kann? Ja, das ist mit jedem PC möglich! ;o)

http://www.bad-homburg.eu/23-film.jpg

Oesterreicher

21.01.2013, 05:11 Uhr

Die CDU kann sich bei den 80% Leihstimmenwähler bedanken.
Das vergönne ich der Merkel. Der Schuss ist wohl nach hinten losgegangen und ein Pyrrhussieg für die FDP, der der schwarz-gelben Chaotentruppe noch viel Schwierigkeiten bereiten wird.

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