Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.11.2012

09:21 Uhr

Roth hält an Kandidatur fest

„Das war nicht die Abwahl der Parteivorsitzenden“

Auch nach der „herben Klatsche“ bei der Urwahl will Grünen-Chefin Claudia Roth wieder für das Amt der Parteivorsitzenden kandidieren. Jetzt hätten die Delegierten das Wort, sagte Roth auf einer Pressekonferenz.

Claudia Roth will kandidieren

Video: Claudia Roth will kandidieren

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

BerlinNach ihrer Schlappe bei Urwahl des Spitzenduos für die Bundestagswahl legt Grünen-Chefin Claudia Roth ihr politisches Schicksal in die Hand der Parteitagsdelegierten. Sie werde ihre Kandidatur für den Grünen-Bundesvorsitz nicht zurückziehen, kündigte die 57-Jährige am Montag in Berlin an. Roth zeigte sich am Montagmorgen in Berlin zwar sehr enttäuscht über ihr Ergebnis bei der Urwahl des grünen Spitzenduos. "Das war eine herbe Klatsche", sagte Roth. "Das war aber nicht die Abwahl der Parteivorsitzenden."

Sie habe am Wochenende sehr viel Zuspruch bekommen, "aus allen Ecken der Partei und vor allem aus der Basis". Nach langem Überlegen biete sie daher ihrer Partei an, als Vorsitzende alles für den Wechsel zu tun. Jetzt hätten die Delegierten beim Parteitag am Wochenende das Wort, sagte Roth."Es geht in erster Linie nicht um mich und es geht in erster Linie nicht um meine Enttäuschung", sagte Roth. Es gehe "um etwas Wichtigeres: es geht um die Ablösung von Schwarz-Gelb, es geht um ein starkes grünes Ergebnis bei dieser wichtigen Bundestagswahl". Die Grünen wählen am kommenden Wochenende auf einem Parteitag in Hannover einen neuen Bundesvorstand.

Unterstützung für Claudia Roth: Drohendes Führungschaos schreckt Spitzen-Grüne auf

Unterstützung für Claudia Roth

exklusivDrohendes Führungschaos schreckt Spitzen-Grüne auf

Nach ihrer Niederlage bei der Urwahl der Grünen könnte Parteichefin Roth den Rückzug antreten. Damit droht der Partei ein Führungschaos. Führende Grüne wollen das verhindern – mit einem Appell zum Weitermachen an Roth.

Roth war bei der Urwahl, die sie maßgeblich vorangetrieben hatte, mit 26,2 Prozent nur auf Rang vier gelandet. Nachdem sich Roth am Wochenende außer mit einem Facebook-Eintrag nicht zum Ausgang der Urwahl geäußert hatte, waren Spekulationen aufgekommen, dass Roth einen Verzicht auf eine erneute Kandidatur erwägt. Ende Oktober hatte sie noch erklärt, unabhängig von dem Ergebnis der Basisbefragung wieder als Parteichefin anzutreten. Roth hat seit 2001 mit einer Unterbrechung den Parteivorsitz inne.

"Die vergangenen Stunden waren schwere Stunden", räumte Roth ein. Das Ergebnis habe bei ihr Zweifel und "große Zerrissenheit" ausgelöst. Sie müsse sich "natürlich die Frage stellen, ob für das Amt der Parteivorsitzenden in der Partei noch das nötige Vertrauen für mich da ist". Darüber sollten nun die Delegierten auf dem Parteitag am nächsten Wochenende entscheiden.

Sie habe aber auch noch nie soviel Zuspruch aus der Partei erfahren wie am vergangenen Wochenende, auch von den beiden Spitzenkandidaten, Fraktionschef Jürgen Trittin und Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt. Alle hätten deutlich gemacht, dass die Urwahl nicht mit einer Abwahl der Parteivorsitzenden gleichzusetzen sei. Sie kenne die Partei lange und wisse, dass der Zuspruch ehrlich gemeint sei.

Die Parteivorsitzende fügte hinzu, trotz ihrer Schlappe würde sie "immer wieder für eine Urwahl eintreten". Dabei waren neben Roth, Trittin, Göring-Eckardt und Ko-Fraktionschefin Renate Künast elf weitgehend unbekannte Kandidaten angetreten.

Trittin zeigte sich erleichtert über den Entschluss der Parteichefin. "Ich habe mich darüber gefreut, dass sie sich zu dieser für sie sicherlich existenziell schwierigen Entscheidung durchgerungen hat", sagte Trittin im ZDF-"Morgenmagazin". Er sei "ziemlich zuversichtlich", dass sie auf dem Parteitag sehr gutes Ergebnis bekommen werde. Roth sei bei der Urwahl auch nicht abgestraft worden, sondern die Partei hat sich für eine bestimmte Kombination entschieden. "Das war erstmal eine Für-Entscheidung und weniger eine Gegen-Entscheidung", machte Trittin deutlich.

Kommentare (25)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

ROBERT_LEE

12.11.2012, 08:23 Uhr

Das darf nicht wahr sein!

Gruene_Basis

12.11.2012, 08:28 Uhr

Meine Güte, wie oft muß denn diese Frau noch zurückgetreten werden, bevor sie's kapiert?

Rainer_J

12.11.2012, 08:37 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×