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27.01.2010

10:01 Uhr

Rudelverhalten

Wenn in der Regierung oben unten heißt

Die Menschheit hat große zivilisatorische Leistungen vollbracht: die Erfindung von Energiesparlampen, zuckerfreien Gummibärchen und Vätermonaten. Viel zu wenig beachtet wird dagegen der Fortschritt, nötige Rangkämpfe anders als in Tierrudeln nicht mehr blutig auszutragen.

In Berlin klären die Wölfe ihre Rangkämpfe unblutig. dpa

In Berlin klären die Wölfe ihre Rangkämpfe unblutig.

HB BERLIN. Eine beliebte Methode in Politikerrudeln wie einer Bundesregierung ist dabei die Frage, wer wann wo redet. Die gestrige Verkündung der gemeinsamen Afghanistan-Strategie war ein Lehrstück dafür, welche Kunstfertigkeit die schwarz-gelbe Regierung dabei entwickelt hat. Eigentlich wollte der Bundesverteidigungsminister just zur selben Zeit vor die Presse treten wie die Kanzlerin. Doch ein kurzer Hinweis darauf, wer wen beißt, führte dazu, dass Karl-Theodor zu Guttenberg seinen Auftritt verschob. Weil die neue Zeit aber vor der Pressekonferenz des Außenministers gelegen hätte, knurrte ein anderer Rudelführer, in der Politik kurz Vizekanzler genannt. Also trat der Verteidigungsminister am Ende erst in beißsicherem Abstand am Mittag auf.

Aber Rache ist süß. Für die Münchener Sicherheitskonferenz hat sich Vizekanzler Westerwelle zwar den Auftritt am Haupttag der Konferenz gesichert und zu Guttenberg wurde auf den Sonntag verbannt. Aber der pfiffige CSU-Minister hat längst zurückgeschlagen: Als bayerischer Platzhirsch eröffnet er nun auch noch die Konferenz – und redet damit gleich zweimal. Vor und nach Westerwelle.

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