Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.01.2007

13:06 Uhr

Rückendeckung

CSU-Spitze stellt sich hinter Stoiber

Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber hat einstimmig die Rückendeckung des CSU-Präsidiums erhalten. Trotz aller Kritik an seiner Person will er an der Spitze des Landes und seiner Partei bleiben. Doch das Treffen mit seiner schärfsten Kritikerin steht noch immer aus.

Edmund Stoiber will die Stellung der CSU als „50-Prozent-plus-x-Partei“ festigen. Quelle: Reuters

Edmund Stoiber will die Stellung der CSU als „50-Prozent-plus-x-Partei“ festigen. Quelle: Reuters

HB MÜNCHEN. Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber hat einstimmig die Rückendeckung des CSU-Präsidiums erhalten. Nach der Sitzung der Parteispitze in München sagte Stoiber am Montag, er werde dem Votum folgen und sich weiter der Verantwortung als CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident stellen. Ziel sei, die einzigartige Spitzenstellung Bayerns und auch der Führungsposition der Christlich-Sozialen Union als „50-Prozent-plus-x-Partei“ zu festigen.

Zur Affäre um die versuchte Ausforschung der Fürther Landrätin Gabriele Pauli sagte Stoiber, das Privatleben gehe niemanden etwas an. Die notwendigen Konsequenzen aus diesem Vorgang seien gezogen worden. Er zeigte sich erneut bereit, sich mit Pauli auszusprechen.

Landtagspräsident Alois Glück sprach auf der CSU-Pressekonferenz von einem Signal der Geschlossenheit. Die Parteiführung lehne auch den Vorschlag Paulis ab, den Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2008 in einem Mitgliederentscheid zu benennen, betonte Glück. Die bisherigen Erfahrungen mit derartigen Abstimmungen in anderen Ländern hätten gezeigt, dass dies kein geeignetes Instrument sei.

Pauli selbst war am Sontagabend zu Gast in der ARD-Sendung Sabine Christiansen. Dort hatte sie ihre Kritik ausgeweitet. Die Fürther Landrätin bestätigte Stoiber zwar große Verdienste, den Rückhalt in Partei und Bevölkerung habe er aber verloren. Er sollte in allen Ehren aufhören, meinte Pauli. „Viele hätten so gerne, dass er jetzt den Schritt von sich aus macht und nicht wartet, bis er nach und nach demontiert wird.“

Stoiber habe die Seele der Partei nicht mehr getroffen, als er sich nach der Bundestagswahl 2005 gegen ein Ministeramt in Berlin entschieden habe, obwohl in Bayern bereits zwei potenzielle Nachfolger für das Amt des Ministerpräsidenten in den Startlöchern gestanden hätten. „Das haben viele nicht verstanden. Er ging sozusagen wortlos zur Tagesordnung über. Da waren viele Mitglieder mit verletzt“, sagte Pauli.

Die CSU-Politikerin zeigte sich trotz der Kritik erfreut über Stoibers Gesprächsangebot. Sie sei gespannt, was er ihr zu sagen habe. „Ich jedenfalls habe ihm einiges zu sagen“, sagte Pauli. Einen Termin gebe es noch nicht.

Die Stoiber-Kritikerin hatte in den vergangenen Wochen die Führungsdebatte über den CSU-Chef mit ihrer Forderung nach einer Urwahl des Spitzenkandidaten 2008 verschärft. Stoiber hatte erst nach wochenlanger Eskalation des Konflikts einem Gespräch mit Pauli zugestimmt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×