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22.02.2011

12:20 Uhr

Rückendeckung von Merkel

Zweite Guttenberg-Offensive reizt Opposition

Der Plagiator bleibt Verteidigungsminister: Guttenberg überzeugt mit seiner zweiten Erklärungs-Offensive die Kanzlerin. Merkel steht ohne Wenn und Aber hinter ihm. Die Opposition schäumt.

Guttenberg bei seiner zweiten Erklärungsoffensive in Hessen. Quelle: dpa

Guttenberg bei seiner zweiten Erklärungsoffensive in Hessen.

BerlinKanzlerin Angela Merkel und die Unionsfraktion haben sich nach dem Verzicht von Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) auf seinen Doktortitel hinter den Verteidigungsminister gestellt. „Die Bundeskanzlerin findet die Entscheidung Karl-Theodor zu Guttenbergs, auf den Doktortitel zu verzichten, richtig“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Auch die Parlamentarischen Geschäftsführer der Union, Peter Altmaier (CDU) und CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich, nahmen Guttenberg in Schutz.

Guttenberg hatte am Montagabend nach massiven Plagiatsvorwürfen im hessischen Kelkheim seinen dauerhaften Verzicht auf den Doktortitel erklärt. Er war damit einem Urteil der Universität Bayreuth über seine Dissertation zuvor gekommen. Rechtlich kann Guttenberg seinen Doktortitel allerdings nicht zurückgeben; der kann ihm nur von der Universität aberkannt werden.

Merkel hatte bereits am Montag - noch vor Guttenbergs Rede - signalisiert, ihn wegen der Plagiatsvorwürfe als Minister nicht einfach fallen lassen zu wollen. Sie habe ihn nicht als wissenschaftlichen Assistenten oder Doktoranden ins Kabinett geholt.

„Mir geht es um die Arbeit als Bundesverteidigungsminister. Die erfüllt er hervorragend, und das ist das, was für mich zählt“, hatte die Kanzlerin gesagt.

Altmaier sagte am Dienstag, der Minister habe die uneingeschränkte Unterstützung für seine politische Arbeit. Friedrich sagte: „Die CSU-Landesgruppe steht geschlossen, einmütig und wie ein Mann hinter Karl-Theodor zu Guttenberg.“ Er könne keinen Zusammenhang zwischen dem wissenschaftlichen Wirken Guttenbergs und seiner politischen Arbeit erkennen. Dies werde auch von Guttenbergs Wählern erwartet.

Der Minister könne sich bei der vor ihm stehenden großen Aufgabe der Bundeswehrreform „auf unser Vertrauen und unsere Wertschätzung verlassen“.

Kommentare (5)

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22.02.2011, 11:41 Uhr

Und wer zahlt die Rechnung? Neue Visitenkarten, neues Briefpapier ...? Es kann doch nicht sein, daß der Steuerzahler für die PRIVATEN Verfehlungen (Betrügereien) eines Politikers auch noch haftet. Wo kommen wir denn da hin?
Ich bin gespannt, ob KT es nicht erst auf einen Schadenersatzprozeß ankommen läßt, denn der wird auf dem Fuße folgen, wenn er nicht selbst zahlt.

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22.02.2011, 11:41 Uhr

Die Lügengebäude der Feudalherren (jedes Kulturkreises) beginnen weltweit einzubrechen und das www werden sie nicht mehr unter Kontrolle bringen. Die Enttarnung des deutsch/amerikanischen Feudalagenten (Dr.) Freiherr zu Guttenberg hat erst begonnen, und andere werden folgen.

Annegret.Zahn

22.02.2011, 12:22 Uhr

Ein Minister, welcher schummelt, hat nichts in der Regierung zu tun. Es gibt genug gute Leute. Jeder ist ersetzbar. Auch wenn er erst jetzt einsieht, dass er Fehler gemacht hat, zeigt es doch, dass er die Arbeit nicht selbst verfasst hat.

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