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17.02.2012

12:41 Uhr

Rücktritt erklärt

Bundespräsident Christian Wulff gibt auf

Christian Wulff ist als Bundespräsident zurückgetreten. Zum Abschied weist er alle Vorwürfe zurück. Bundeskanzlerin Angela Merkel macht sich indes auf die Suche nach einem neuen Präsidenten - und die Piraten zeigen Härte.

Wulff tritt zurück

Video: Wulff tritt zurück

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BerlinDer Druck war dann doch zu groß: Nach nur 20 Monaten im Amt hat Bundespräsident Christian Wulff seinen Rücktritt erklärt. Er habe nicht mehr das nötige Vertrauen einer breiten Mehrheit der Bevölkerung, sagte Wulff im Berliner Schloss Bellevue zur Begründung. Die Staatsanwaltschaft Hannover hatte am Vorabend beim Bundestag die Aufhebung der Immunität Wulffs beantragt, um ein Ermittlungsverfahren wegen möglicher Vorteilsannahme einleiten zu können.

Deutschland brauche einen Bundespräsidenten, „der von dem Vertrauen nicht nur einer Mehrheit, sondern einer breiten Mehrheit der Bürger getragen wird“. Nach den Vorwürfen der letzten Wochen sei dies „nachhaltig beeinträchtigt“, sagte Wulff in Berlin. Er könne daher das Amt nicht mehr so wahrnehmen, wie es notwendig sei. Seine Vertretung werde Bundesratspräsident Horst Seehofer (CSU) übernehmen. Auf der Gedenkveranstaltung für die Opfer rechtsextremer Gewalt am kommenden Donnerstag werde Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sprechen.

Christian Wulff: Ein Steckbrief

Geburt

Christian Wulff ist am 9. Juni 1959 in Osnabrück als Christian Wilhelm Walter Wulff geboren.

Ausbildung

Sein Abitur bestand Wulff 1980 mit der Note 1,9. Danach studierte Wulff bis 1986 Jura in seiner Heimatstadt Osnabrück.

Beruf

1990 Niederlassung als Rechtsanwalt in Osnabrück .

Partei

1975 CDU-Eintritt, 1978-1980 Bundesvorsitzender Schüler-Union, 1994-2008 Landesvorsitzender in Niedersachsen, seit 1998 stellvertretender CDU-Bundesvorsitzender.

Abgeordneter

Von 1986 bis 2001 im Rat der Stadt Osnabrück, von 1994 bis 2010 im niedersächsischen Landtag

Wahlen

Niederlagen: 1994 und 1998 erfolglose Kandidatur gegen Gerhard Schröder (SPD) um das Amt des Ministerpräsidenten in Hannover.

Wahlsiege: 2003 Gewinn der Landtagswahl und Ministerpräsident Niedersachsens bis 2010, im gleichen Jahr wird Wulff im dritten Wahlgang zum Bundespräsidenten und somit zum Staatsoberhaupt gewählt.

Familie

Verheiratet: Von 1988 bis 2006 mit Rechtsanwältin Christiane; von 2008 bis 2013 mit Journalistin Bettina.

Kinder: aus erster Ehe Tochter Annalena (geb. 1993), gemeinsam mit Bettina Sohn Linus Florian (geb. 2008); Bettina Wulff hat aus früherer Beziehung Sohn Leander (geb. 2003).

Die Bundeskanzlerin hat den Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff mit „größtem Respekt und tiefem Bedauern“ aufgenommen. Sie will nun einen gemeinsamen Kandidaten von Koalition und Opposition für die Nachfolge von Christian Wulff als Bundespräsident vorschlagen. Das sagte die CDU-Vorsitzende in Berlin.

Wulff betonte, er sei davon überzeugt, dass die anstehende rechtliche Klärung der Vorwürfe gegen ihn „zu einer vollständigen Entlastung führen wird“. Er habe sich in seinen Ämtern stets korrekt verhalten. Er sei immer aufrichtig gewesen. Die Medienberichterstattung in den vergangenen zwei Monaten habe seine Frau und ihn verletzt, sagte Wulff.

Wulffs Rücktritt: Die Reaktionen im Netz

Wulffs Rücktritt

Die Reaktionen im Netz

Bundespräsident Christian Wulff war und ist in den sozialen Medien ein großes (Leid-)Thema. Wir dokumentieren die Reaktionen bei Twitter, Facebook und in der Blogosphäre auf die Erklärung des Bundespräsidenten.

Er gab seinen Rücktritt in einer persönlichen Erklärung bekannt, zu der er kurzfristig in seinen Amtssitz Schloss Bellevue geladen hatte. Begleitet wurde er von seiner Frau Bettina, bei der er sich ausdrücklich bedankte.
Wulff hatte sich 2010 bei der Präsidentenwahl gegen den ehemaligen Bürgerrechtler in der DDR, Joachim Gauck, durchgesetzt, der für SPD und Grüne ins Rennen gegangen war. Gauck zählt immer noch zu den potenziellen Nachfolge-Kandidaten.

Kommentare (63)

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Account gelöscht!

17.02.2012, 11:19 Uhr

Meine Vermutung ist, dass Merkel ihn bewusst dadurch loswerden wollte. So wie Koch, Merz, und und und. Erst zum BP machen und dann die Leichen aus dem Keller holen. Alle Männer sägt Merkel ab, damit ihre "feminine-solidarische" Politik immer weiter gehen kann. Männer hätten den Müll nie mitgemacht, den sie fabriziert.

Ist doch vollkommen egal, wer in der Wurst-Republik Deutschland BP ist.

Ein Strahlemann und Sprücheklopfer soll es sein.

Ein Vorbild für die Deutschen, damit sie endlich ihre hässliche Nazi-Fratze erkennen.

Wulff, halten Sie durch, denn die anderen bescheissen noch viel mehr. Sie sind guter Durchschnitt, das reicht doch ! Und retten Sie uns vor der ESM-Enteignung und Versklavung durch Brüssel !!!

Account gelöscht!

17.02.2012, 11:21 Uhr

" Aus der FDP-Spitze verlautete, die Partei gebe der Aufstellung eines Kandidaten der schwarz-gelben Koalition den Vorzug vor der Nominierung eines überparteilichen Bewerbers ...."

Ach, wer hätte das gedacht?

debrasseur

17.02.2012, 11:22 Uhr

Ob die Masse merke(l)t welches Bauernopfer im Rahmen ESM gefahren wird, haben die Schranzen am Hof ein neues aus dem Hut zu zaubern. Bleibt nur zu hoffen, daß gerade diese/r, die Unterschrift unter den, von einigen Hoffähigen vorgelegten ESM-Vertrag zur Leibeigenschaft des deutschen Volkes, setzen will. Nur noch willfährige Personen haben in den Augen der Übersse-Freunde eine reelle Chance den Posten !auszufüllen!

Nun ist es an der ZEIT, daß die griechischen Verhältnisse in Deutschland vollstreckt werden und das Parlament gegen das eigene Volk und dessen Willen, das schöne Land Deutschland veräußern. Zu einer ZEIT, da BürgerINnen bei der Arbeit sind und Renter und Pensionäre gerade nochmals die Binnenwirtschaft ankurbeln und der Fasching oder Karneval in einigen Gegenden sich die Stimmung nicht versauen will. Deutschland, Helau und Alaaf.

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