Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.01.2007

10:12 Uhr

Rücktrittsforderung bekräftigt

Stoiber-Kritikerin lässt nicht locker

Unmittelbar vor Beginn des Münchner Dreikönigstreffens der CSU macht Stoiber-Kritikerin Gabriele Pauli weiter gegen den bayerischen Ministerpräsidenten mobil. Zugleich warf die Fürther Landrätin, die seit 1989 im CSU-Parteivorstand ist, der Parteiführung vor, sie mundtot machen zu wollen.

Die Fürther CSU-Landrätin Gabriele Pauli wirft CSU-Chef Edmund Stoiber vor, sie bespitzelt zu haben. FOTO: dpa dpa

Die Fürther CSU-Landrätin Gabriele Pauli wirft CSU-Chef Edmund Stoiber vor, sie bespitzelt zu haben. FOTO: dpa

HB FRANKFURT/MAIN. „Ich will, dass Stoiber 2008 aufhört. 45 Prozent der CSU-Mitglieder sehen das laut Umfrage genauso. Deshalb hat sich mein Vorstoß überhaupt nicht erledigt“, sagte Pauli der „Leipziger Volkszeitung“. Die Kritik an ihr gehe soweit, dass ihr Parteiausschluss gefordert werde, „nur weil ich meine Meinung zum Vorsitzenden äußere“, erklärte die Landrätin. Für sich selbst schloss sie Ambitionen auf den Parteivorsitz vorerst aus.

Die Forderung nach einem Rücktritt von Edmund Stoiber werde von vielen in der Partei getragen, sagte Pauli am Samstag im Deutschlandradio Kultur. Die CSU müsse eine offene Diskussion darüber verkraften können. In der Vergangenheit habe die Partei nicht so offen über Personalfragen diskutiert. Aber es sei trotzdem notwendig, da die Meinungen an der Basis sehr weit auseinander gingen.

„Innerhalb der CSU ist die Zustimmung für Stoiber sehr stark abgebröckelt“, sagte Pauli dem Sender. Die Stoiber laut Umfragen verbleibende Zustimmung unter den Parteimitgliedern sei „eine schlechte Ausgangsbasis für den Wahlkampf“. Auch in der Bevölkerung Bayerns sei die Ablehnung Stoibers sehr groß. In der Partei gebe es genügend potenzielle Nachfolger für Stoiber. Doch wäre es nach ihrer Meinung verfrüht, wenn sich jetzt schon jemand erklärte, da man nicht wisse, ob Stoiber aufhöre. Ihre eigene Ambition sei es, Landrätin zu bleiben.

Der „Bild“-Zeitung sagte Pauli auf die Frage, ob sie sich selbst die Spitzenkandidatur in Bayern zutraue: „2008 will ich wieder als Landrätin kandidieren - aber irgendwann später kann ich mir vorstellen, auch andere politische Ämter wahrzunehmen.“ Pauli kritisierte im Deutschlandradio Kultur erneut Stoibers Verhalten ihr gegenüber. Man könne so nicht miteinander umgehen, wie Stoiber ihr Angebot zu einem persönlichen Gespräch mit dem Argument abgelehnt habe, sie sei nicht wichtig. Schließlich sei sie seit 30 Jahren Parteimitglied und seit 1989 im Parteivorstand. Dass sich nach ihrer Kritik am Umgang Stoibers mit Frauen drei Ministerinnen auf dessen Seite geschlagen hätten, sei nicht verwunderlich, denn sie seien von ihm abhängig. In der CSU gebe es durchaus noch Bedarf, mehr Frauen in die Gremien zu bringen. Pauli war durch Vorwürfe ins Rampenlicht gerückt, Stoiber habe ihr Privatleben durch einen Mitarbeiter der Staatskanzlei ausforschen lassen. Der Büroleiter des Ministerpräsidenten war daraufhin zurückgetreten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×