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26.06.2011

10:17 Uhr

Rückzug aus Forschungsausschuss

FDP-Plagiatorin Koch-Mehrin gibt weiteres Amt auf

Erst wurde ihr die Doktorarbeit wegen Plagiaten aberkannt, dann wollte sie ausgerechnet im Forschungsausschuss des EU-Parlaments aufsteigen. Nun hat Silvana Koch-Mehrin eingesehen, dass das ein Fehler war.

Silvana Koch-Mehrin. Quelle: dapd

Silvana Koch-Mehrin.

BerlinDie FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin hat nach deutlicher Kritik deutscher Wissenschaftsorganisationen ihren Rückzug vom Forschungsausschuss des EU-Parlaments verkündet. Koch-Mehrin, der Mitte Juni wegen massiver Plagiate der Doktortitel aberkannt worden war, werde in einen anderen Ausschuss wechseln, teilte ein Sprecher der Politikerin am Samstagabend mit.

Zuvor hatte die Allianz der großen Wissenschaftsorganisationen in Deutschland Koch-Mehrin zum Verlassen des Forschungsausschusses aufgefordert. Eine Bagatellisierung von Plagiaten in wissenschaftlichen Arbeiten beschädige die Reputation der deutschen Forschung, hieß es zur Begründung.

„Silvana Koch-Mehrin nimmt die Äußerungen der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen sehr ernst“, teilte ihr Sprecher mit. Deshalb habe sie die Allianz der liberalen Europa-Parteien sowie die FDP-Führung darüber informiert, dass sie ihre Ausschusszugehörigkeit im Europäischen Parlament verändern werde.

Koch-Mehrin war vor zwei Wochen von der Universität Heidelberg der Doktortitel wegen massiver Plagiate aberkannt worden. Nach Verlust ihres Doktortitels war die 40-Jährige dann überraschend Vollmitglied im Forschungs- und Industrieausschuss des EU-Parlaments geworden. Zuvor war sie dort nur stellvertretendes Mitglied gewesen. Koch-Mehrin hatte den Ausschuss-Sitz mit ihrem Parteikollegen Jorgo Chatzimarkakis getauscht, der ebenfalls durch Plagiatsvorwürfe belastet ist.

Die Allianz der großen Wissenschaftsorganisationen in Deutschland erklärte daraufhin am Samstag: „Plagiate in wissenschaftlichen Arbeiten sind alles andere als ein Kavaliersdelikt. Deshalb hält die Allianz es für nicht akzeptabel, wenn Frau Koch-Mehrin im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie des Europäischen Parlaments Deutschland vertritt.“

Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen ist der Zusammenschluss der größten deutschen Forschungsorganisationen. Zur Allianz gehören die Alexander von Humboldt-Stiftung, der Deutsche Akademische Austauschdienst, die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Fraunhofer-Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft, die Hochschulrektorenkonferenz, die Leibniz-Gemeinschaft, die Max-Planck-Gesellschaft und der Wissenschaftsrat.

Von

dpa

Kommentare (7)

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PfeifenkonzertbeiMerkelundCo

26.06.2011, 10:56 Uhr

Solche Pfeifen haben wir als Politikerinnenund Poliker!
una da wimmelt es nur so in Merkls Volksvberdummu7ngskabinet

Aufnimmerwiedersehen

26.06.2011, 11:26 Uhr

... und tschüß, Tussi!

MikeM

26.06.2011, 11:59 Uhr

Sich wechselt doch nur in einen anderen Ausschuss! Da sie in der Vergangenheit v.a. durch ihr Nichterscheinen aufgefallen ist, wird sie sich wohl irgendeinen Schnarchausschuss aussuchen. Man wird weniger von ihr hören, aber die dicken Sitzungsgelder wird sie weiter abgreifen ...

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