Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.04.2013

07:27 Uhr

Rüstungsexporte

Deutschland versorgt Katar mit Waffen

Fast hundert gepanzerte Fahrzeuge, eine beträchtliche Portion Handwaffen: Katar war im deutschen Waffenhandel wohl ausgiebiger shoppen als bisher bekannt. Das Wirtschaftsministerium hält sich zum Gesamtvolumen bedeckt.

Der Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann produziert den Leopard 2 Panzer (Foto) und hat ein milliardenschweres Rüstungsgeschäft mit Katar abgeschlossen. dpa

Der Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann produziert den Leopard 2 Panzer (Foto) und hat ein milliardenschweres Rüstungsgeschäft mit Katar abgeschlossen.

BerlinDie Bundesregierung hat deutlich mehr Rüstungsexporte ins Emirat Katar genehmigt als bisher bekannt. Das geht nach Informationen der „Passauer Neuen Presse“ aus den Antworten des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor.

Danach habe die Bundesregierung seit dem 1. Januar 2012 nicht nur Exportgenehmigungen für 62 Leopard-Kampfpanzer und 24 Panzerhaubitzen erteilt, sondern auch für sieben weitere gepanzerte Fahrzeuge, ein Artilleriegeschütz, Maschinengewehre, Zünder, Geschosse, Munition sowie weiteres Zubehör, berichtet das Blatt. Damit habe die Regierung erstmals den vom Bundessicherheitsrat genehmigten Waffenexport bestätigt.

Der Münchner Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann (KMK) hatte den Vertragsabschluss mit Katar über die Lieferung von 62 Kampfpanzern und 24 Panzerhaubitzen bereits vor einer Woche bekanntgegeben. Das Volumen soll 1,89 Milliarden Euro betragen. Neu ist jedoch, dass die Bundesregierung darüber hinaus grünes Licht für weitere Exporte an Katar gegeben hat.

Waffenhandel: Deutschland mit Rekord-Exporten bei Kleinwaffen

Waffenhandel

Deutschland groß im Kleinfwaffengeschäft

Die guten Exportwerte in Deutschland gelten auch für den Waffenmarkt.

„Die Ausfuhr der Panzer und Haubitzen wird sich voraussichtlich über mehrere Jahre erstrecken“, heißt es dem Bericht zufolge in der Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf die Anfrage der Linksfraktion. Wertangaben zum Gesamtvolumen der Genehmigungen könnten nicht gemacht werden.

Die Opposition im Bundestag hatte zuletzt kritisiert, die Bundesregierung setze ihre Politik fort, die Spannungsregion am Persischen Golf hochzurüsten. Amnesty International prangert massive Menschenrechtsverletzungen in Katar an.

Von

dpa

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

26.04.2013, 08:25 Uhr

Nachdem Solar und Windkraft nicht den erhofften Wirtschaftsboom brachten wie es uns immer wieder der Herr Trittin vor predigt , ja nachdem sogar Kapazitäten bei Solar und Windkraft abgebaut wurden und viele Menschen ihre Existenz verlieren ist es uns mehr als recht , diese Panzer zu bauen und zu exportieren .

Billyjo

26.04.2013, 10:17 Uhr

Wenn sie Deutschland nicht liefert, dann eben eine andere Nation. Ein Despot der Kriegswaffen besitzen will kauft so oder so, egal wo, obwohl man natürlich auch abwägen sollte wo hin, in ein Kriegsgebiet sicher nicht. Warum sollte dann nicht Deutschland liefern und Arbeitsplätze erhalten/sichern und Steuereinnahmen generieren, gekauft werden sie mit Sicherheit, denn der Preis spielt in den Ölstaaten eh keine Rolle, wichtig ist nur das "Haben müssen".

Smokie2013

26.04.2013, 10:50 Uhr

@Billyjo

Diese Waffen werden von den Kataris nicht einfach so gekauft, weil sie Deutsche für "gute Menschen" halten. Auch sicher nicht, um gerade hier in Deutschland Arbeitsplätze zu erhalten oder Steuern zu generieren.

Nein, sie kaufen hier, weil es die besten Waffensystem der Welt sind. Egal ob überschwerer Kampfpanzer, Faustfeuerwaffen oder Sturmgewehre.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×