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02.12.2012

12:38 Uhr

Rüstungsexporte

Saudi-Arabien will hunderte Radpanzer in Deutschland kaufen

Riad bringt die Bundesregierung erneut in eine heikle Lage: Der Export von „Leopard-2“-Panzer wird noch geprüft. Doch nun wollen die Saudis auch Radpanzer bestellen - die gegen Aufstände im Inneren einsetzbar wären.

Ein Panzer vom Typ Boxer beim Bundeswehreinsatz in Afghanistan. Der Radpanzer lässt sich aber auch in Städten einsetzen. dapd

Ein Panzer vom Typ Boxer beim Bundeswehreinsatz in Afghanistan. Der Radpanzer lässt sich aber auch in Städten einsetzen.

Saudi-Arabien ist offenbar am Kauf von mehreren hundert Radpanzern vom Typ „Boxer“ aus Deutschland interessiert. Eine offizielle Anfrage sei am vergangenen Montag Thema in einer geheimen Sitzung des Bundessicherheitsrats gewesen, schreibt das Magazin „Der Spiegel“. Die Bundesregierung wollte dazu am Wochenende auch auf Anfrage keine Stellung nehmen.

Die „Boxer“ zählen zu den modernsten Gefechtsfahrzeugen der Welt und werden von der Bundeswehr in Afghanistan als gepanzerte Truppentransporter eingesetzt. Besonders brisant: Das Modell ist auch straßentauglich und daher dazu geeignet, Aufstände im Inneren eines Landes zu bekämpfen. Mit dem Radpanzer solle die „Königliche Garde“ des islamischen Königreichs auf modernstes internationales Niveau aufgerüstet werden.

Der Boxer wird von der Artec GmbH in München hergestellt, einem Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Rüstungskonzerne Krauss Maffei Wegmann und Rheinmetall.

Der Bundessicherheitsrat, so berichtet der Spiegel“ weiter, habe zunächst keine Entscheidung getroffen und will sic erst im kommenden Jahr mit der Anfrage befassen. Auch die Entscheidung über die Lieferung von Kampfpanzern des Typs "Leopard 2" an Saudi-Arabien steht bislang aus. Riad hatte eine Anfrage über die Lieferung von 270 Exemplaren des Kampfpanzers gestellt.

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Im Gegensatz zur Anfrage aus Saudi-Arabien genehmigte der geheim tagende Bundessicherheitsrat die e Ausfuhr von deutschen Abschussgeräten für Panzerfäuste und bunkerbrechende Munition an Israel, schreibt der „Spiegel weiter. Das Anliegen war im Sommer vertagt worden. Nun habe die Bundesregierung dem Verkauf der Waffen aber zugestimmt. Diese könne Israel auch im Kampf gegen die Hamas im Gazastreifen einsetzen, heißt es in dem Bericht.

Kommentare (6)

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Micha

02.12.2012, 13:21 Uhr

Was sollen diese moralischen Bedenken? Jeder Panzer und jede Waffe ist gegen Aufstände im Inneren einsetzbar! Demzufolge dürfte Deutschland grundsätzlich keine Waffen verkaufen. Die USA als Waffenexporteur würden sich über noch mehr Kunden und Absatzmärkte freuen!

alternativlos

02.12.2012, 13:31 Uhr

Verkaufen wir brauchen die Kohle zur EURO Rettung schlieslich
sind wir ja Friedensnobel Preisträger da Passiert mit den Dingern sowieso NIX

Ashrak2012

02.12.2012, 14:25 Uhr

Gut Saudi-Arabien hat in Deutschland Rad gesucht, das da jetzt noch ein Panzer am Rad hängt ist zwar Komisch, ist aber so. Und ein Panzer ohne Rad lässt sich nun mal nicht verkaufen, der wäre ja Radlos. Deshalb ist es Alternativlos den Rad samt Panzer zu liefern

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