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25.11.2013

07:44 Uhr

Rüstungsforschung

US-Militär gibt Millionen an deutsche Hochschulen

Das US-Verteidigungsministerium hat an 22 deutsche Hochschulen und Forschungsinstitute Förderung in Höhe von mehreren Millionen Dollar verteilt. Hintergrund: Die Verbesserung militärischer Sprengstoffe.

Das US-Militär wies Gelder auch an Universitäten zu, die sich durch eine Zivilklausel zur friedlichen Forschung verpflichtet haben. AFP

Das US-Militär wies Gelder auch an Universitäten zu, die sich durch eine Zivilklausel zur friedlichen Forschung verpflichtet haben.

München22 deutsche Hochschulen und Forschungsinstitute haben in den vergangenen Jahren nach Medienberichten Förderung in Höhe von mehr als 10 Millionen Dollar aus dem Haushalt des US-Verteidigungsministeriums erhalten. Die Einrichtungen bestätigten entsprechende Recherchen des Norddeutschen Rundfunks (NDR) und der „Süddeutschen Zeitung“, wie das Blatt schreibt. Bei den Projekten handele es sich sowohl um Grundlagen- als auch um Rüstungsforschung, zum Beispiel an Sprengstoffen.

Gelder des US-Militärs seien dabei auch an Universitäten geflossen, die sich durch eine Zivilklausel zur friedlichen Forschung verpflichtet haben. So habe die Ludwig-Maximilians-Universität in München vom US-Verteidigungsministerium 2012 mehr als 470 000 Dollar erhalten, um militärische Sprengstoffe zu verbessern. Die Fraunhofer-Gesellschaft forschte dem Bericht zufolge für die US-Armee an Panzerglas und an Sprengköpfen, die Universität Marburg an Orientierungssystemen für Drohnen und „präzisionsgelenkte Munition“.

Seit dem Jahr 2000 waren laut „Süddeutsche Zeitung“ mindestens 18 deutsche Hochschulen an Forschungsprojekten beteiligt, die das Pentagon bezuschusst hat. Die Verträge fänden sich in einer öffentlichen US-Datenbank und hätten ein Gesamtvolumen von mehr als 9,4 Millionen Dollar. Ein Max-Planck-Institut, die Fraunhofer-Gesellschaft, das Alfred-Wegener-Institut und ein Leibniz-Institut erhielten Mittel des US-Verteidigungsministeriums in Höhe von zusammen 1,1 Millionen Dollar.

Von

dpa

Kommentare (9)

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schmiedvonkochel

25.11.2013, 08:52 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

elly

25.11.2013, 10:05 Uhr

Man stelle sich vor, Deutschland lässt in anderen Ländern forschen, nicht für den Frieden, nein für Gewalt!!!

Diese Meldung ist unglaublich und setzt dem Abhörskandal noch eine Schippe drauf!

Das Schlimmste ist, dass dies in Deutschland mit dankbarer Unterwürfigkeit erledigt wird!

Ich schäme mich für diese verfehlte Politik, die die eigene Forschung nicht ausreichend mit Aufträgen für friedliche Zwecke beschäftigt!
Forschungsfelder gäbe es genügend!!!!!
Man denke nur an die Energiewende!!!

Account gelöscht!

25.11.2013, 10:28 Uhr

Und was sollte ein Forscher der auf Sprengstoffe spezialisiert ist für die Energiewende erforschen?
Ich sehe kein Problem darin, dass andere Länder hier forschen lassen. Es ist eher verwunderlich, da die Amerikaner ja selber genug sehr gut ausgestatte und renommierte Universitäten haben. Wenn das so stimmt, könnte man hier von Forschung als Exportgut sprechen. Und das finde ich eigentlich sehr ansprechend. Sollen sie doch unsere Forscher nutzen, solange sie gut dafür bezahlen. Mir ist Forschung lieber als mehrere Millionen Autos jedes Jahr.

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