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28.02.2011

16:15 Uhr

Rumoren in der CSU

Beckstein fällt Guttenberg in den Rücken

Die CSU stehe geschlossen hinter zu Guttenberg, hatte Parteichef Seehofer vollmundig erklärt. Weit gefehlt: Der frühere bayrische Ministerpräsident Beckstein zeigte sich wenig erfreut über die Plagiatsaffäre.

Guttenberg in München: Journalisten unerwünscht! Quelle: dpa

Guttenberg in München: Journalisten unerwünscht!

Berlin/DüsseldorfNicht nur in der CDU, auch in der CSU rücken immer mehr politische Gefährten von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ab. Erstmals äußerte sich auch Bayerns ehemaliger Ministerpräsident Günther Beckstein kritisch. „Die Affäre um seine Dissertation schadet der CSU und ihm selbst“, sagte Beckstein zu „stern.de“. Der CSU-Politiker hält es für möglich, dass Guttenberg seinen Ministeriumsposten verliert. „Sollte sich herausstellen, dass zu Guttenberg im Amt oder vor dem Bundestag etwas Unwahres gesagt hat, müsste er zurücktreten“, sagte Beckstein.

Anonym sagten CSU-Vorstandsmitglieder, dass sich die Partei aufgrund der Plagiatsaffäre gespalten habe. Das Lager der Verteidiger halte die Affäre für eine Kampagne. Auf der anderen Seite stünde eine wachsende Zahl Kritiker, die zusähen, wie sich Guttenberg selbst zerlege. Parteichef Horst Seehofer hatte zuvor öffentlich behauptet, die Partei stünde geschlossen hinter Karl-Theodor zu Guttenberg. Die Uni Bayreuth prüft derzeit, ob die Dissertation des Verteidigungsministers als Plagiat zu werten ist. Guttenberg hat dies bislang immer bestritten.

Kanzlerin Angela Merkel hält trotz zunehmender Kritik aus den eigenen Reihen an ihrem Verteidigungsminister fest. Zugleich zeigte sie aber Verständnis für die Empörung des deutschen Wissenschaftsbetriebs über die Plagiatsaffäre. „Das ist ein in der Wissenschaft sehr ernster Vorgang“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Über den Betrugsvorwurf habe aber nicht die Kanzlerin, sondern die Universität Bayreuth zu befinden. „Und diese Klärung gilt es abzuwarten“, sagte er. Auch CSU-Chef Seehofer verwies auf die Untersuchung der Uni.

Bildungsministerin Annette Schavan sagte, sie schäme sich für Guttenberg. Bundestagspräsident Norbert Lammert wurde mit der Aussage zitiert, der Fall sei „ein Sargnagel für das Vertrauen in unsere Demokratie“.

Kommentare (18)

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Rheinschwimmer

28.02.2011, 16:36 Uhr

Herr z.Guttenberg ist weder ein guter Jurist noch ein fähiger Politiker, da er die Folgewirkung seines offenbar betrügerischen Tuns nicht abzuschätzen vermocht hat. Seine Einlassung einer "unbewußten" Handlung ist vollens unglaubwürdig und eine Beleidigung des gesunden Menschen verstandes

Pitt

28.02.2011, 16:42 Uhr

Soviel Blabla um einen verlogenen, korrupten Politiker.
Das ist eh nur ein Ablenkungsmanöver für die Massen......
Man sollte das gesamte Bild nicht aus den Augen verlieren.
ALLE Spitzenpolitiker sind verlogen und korrupt !!!!
Wer das noch nicht erkannt hat, dem ist nicht zu helfen.
Sehr bald gibt es die nächste GENERIERTE Krise. Da bekommt die Bevölkerung dann endlich mal wieder ihr Erspartes und ihre "Absicherungen" für die Zukunft weggenommen !
Freut euch darauf - das habt ihr euch verdient !

stillfried

28.02.2011, 16:43 Uhr

FRau Merkel hält so lange an Dr.Googleberg fest, bis er ihr
politisch nichts mehrbrungt . Das kostet sie jetzt Glaubwürdigkeit und persönliche Reputation, aber so ist sie die 'Abwartkanzlerin', sie entscheidet danach was ihr poltisch nutzt! Gehen die Landtagswahlen schlecht aus, ist
der Dissertatuoins-Betrüger weg.

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