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16.06.2014

13:43 Uhr

Russisch-ukrainische Gaskrise

Deutschlands Versorgung „nicht bedroht“

Der Gasstreit zwischen der Ukraine und Russland spitzt sich zu, Russland hat den Hahn zugedreht. Die Bundesregierung aber gibt Entwarnung: Die Versorgung sei nicht gefährdet. Die EU-Kommission allerdings warnt.

Irak und Ukraine: Konflikte bedrohen Energieversorgung

Video: Irak und Ukraine: Konflikte bedrohen Energieversorgung

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Berlin/WienTrotz der russischen Sperre von Gaslieferungen an die Ukraine ist die Versorgung Deutschlands nach Regierungsangaben derzeit nicht bedroht. „Eine Gefährdung der Versorgungssicherheit in Deutschland können wir auch durch die neue Entwicklung nicht erkennen“, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums am Montag in Berlin. Die Ukraine hatte versichert, sie werde kein für Europa bestimmtes Transit-Gas aus den Pipelines für die eigene Versorgung abzweigen. Deutschland und die EU-Staaten insgesamt decken rund ein Drittel ihres Bedarfs aus Russland. Davon fließt etwa die Hälfte durch ukrainische Leitungen. Das übrige russische Gas nimmt den Weg über Weißrussland sowie den direkten Weg durch die Ostsee über die Nordstream-Pipeline.

Allerdings warnt der EU-Energiekommissar Günther Oettinger vor möglichen europaweiten Auswirkungen des Gasstreits zwischen der Ukraine und Russland. „Wenn die Speicher jetzt nicht gefüllt werden, bekommen wir alle im Winter möglicherweise ein Problem“, sagte Oettinger am Montag in Wien. Er werde deshalb darauf dringen, dass die Gaswirtschaft die momentan etwas mehr als halbvollen Speicher fülle. Im Winter übersteigt der Bedarf in Europa oft die russischen Produktionskapazitäten. Daher hat die EU enorme Speicher angelegt, die voll befüllt rund 80 Milliarden Kubikmeter Gas bevorraten können.

Hochburgen prorussischer Milizen in der Ostukraine

Slawjansk

Die Industriestadt (110.000 Einwohner) in der Region Donezk.

Donezk

Die Hauptstadt der gleichnamigen Region (eine Million Einwohner) ist zugleich die Hauptstadt der von den Aktivisten ausgerufenen „Republik Donezk“. Das Gebäude der Regionalverwaltung wurde am 6. April besetzt, das Rathaus zehn Tage später.

Lugansk

Die Hauptstadt der Region Lugansk (400.000 Einwohner) wird von den Milizen auch als Hauptstadt der „Republik Lugansk“ bezeichnet. Die Geheimdienstzentrale ist seit dem 6. April besetzt, am 29. April stürmten prorussische Demonstranten zudem das Gebäude der Regionalverwaltung.

Kramatorsk

In der Nachbarstadt von Slawjansk (160.000 Einwohner) besetzten Aktivisten am 12. April erstmals das Rathaus. Auch ein Gebäude des Geheimdienstes ist in ihrer Gewalt. Ein ukrainischer Militärstützpunkt in der Nähe ist jedoch weiterhin unter Kontrolle ukrainischer Soldaten.

Weitere Städte

In diesen Städten sind die Rathäuser besetzt: Gorliwka (260.000 Einwohner), Makijiwka (360.000 Einwohner), Artemiwsk (78.000 Einwohner), Jenakijewe (85.000 Einwohner), Charzysk (60.000 Einwohner), Schdaniwka (14.000 Einwohner), Kirowsk (28.000 Einwohner), Tores (80.000 Einwohner), Kostjantyniwka (80.000 Einwohner)

Das Wirtschaftsministerium wies daraufhin, dass etwa Nordstream derzeit nur zu zwei Dritteln ausgelastet sei. „Engpässe könnten so unter anderem über die Nordstream-Pipeline über zusätzliche russische Mengen ausgeglichen werden“, sagte eine Sprecherin. Darüber hinaus wurden die Speicher in Deutschland in den letzten Monaten weiter gefüllt und sind nun zu drei Viertel voll. Dies reicht im Sommer für die Versorgung über mehr als drei Monate.

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