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09.05.2016

08:52 Uhr

Russische Nachtwölfe

Kreml-nahe Biker in Deutschland eingetroffen

Die russischen Nachtwölfe sind auf ihrer Gedenkfahrt durch Europa in Deutschland eingetroffen. Am Montag werden sie in Berlin erwartet. Zuvor hat Polen den martialischen Bikern die Einreise verweigert.

Der Motorradklub will mit seiner Europatour dem Sieg über Hitler-Deutschland gedenken. Heute sind die Biker in Deutschland eingetroffen. dpa

Russische Nachtwölfe

Der Motorradklub will mit seiner Europatour dem Sieg über Hitler-Deutschland gedenken. Heute sind die Biker in Deutschland eingetroffen.

BerlinDutzende Mitglieder des russischen Rockerclubs Die Nachtwölfe sind am Sonntag in Deutschland eingetroffen. Sie passierten am Nachmittag südlich von Dresden mit 80 Motorrädern und fünf Begleitfahrzeugen aus Tschechien kommend die Grenze, wie die Bundespolizei in Pirna auf AFP-Anfrage mitteilte. Bei der Kontrolle habe es keine besonderen Vorkommnisse gegeben.

Die Gruppe werde am Militärhistorischen Museum in Dresden einen Kranz niederlegen und dann ihre Reise nach Berlin fortsetzen, erklärte die Polizei weiter. Bei einer Rundfahrt durch die Hauptstadt wollen sie am Montag mehrere Ehrendenkmäler und -gräber besuchen.

Die Nachtwölfe waren Ende April in Moskau aufgebrochen, um aus Anlass des Sieges über Hitler-Deutschland vor 71 Jahren den 6000 Kilometer langen Weg der Roten Armee quer durch Ost- und Mitteleuropa nachzufahren. In Polen wurde ihnen in der vergangenen Woche aber wie schon bei ihrer Tour im vorigen Jahr die Einreise verweigert.

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Einen Hektar Land für jeden – die russische Regierung verschenkt Land an ihre Bürger. Einzige Voraussetzung: Sie müssen angeben, was sie mit dem Boden vorhaben. Goldsucher stehen schon in den Startlöchern.

Viele Polen sehen die Fahrt der Rocker angesichts jahrzehntelanger Moskauer Dominanz in der Sowjetzeit und der Rolle Russlands im Ukraine-Konflikt kritisch. Sie kreiden den Nachtwölfen zudem an, dass sie die Gegner der Kiewer Regierung in der Ostukraine unterstützen. Das russische Außenministerium sprach von einer „böswilligen und zynischen Geste“ der Regierung in Warschau.

Die Nachtwölfe wurden 1989 kurz vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion gegründet. Dem Rockerclub gehören heute rund 5000 Mitglieder an, unter ihnen der vom Kreml unterstützte tschetschenische Präsident Ramsan Kadyrow.

Ihr Anführer Alexander Saldostanow fuhr bei offiziellen Paraden auch schon an der Seite des russischen Präsidenten Wladimir Putin, der seinerseits den Patriotismus der Rocker rühmt. Demonstrativ bekundeten die martialischen Biker in der Vergangenheit zum Beispiel ihre Unterstützung für die Annexion der Halbinsel Krim durch Russland. Das Club-Motto lautet: „Wo wir sind, ist Russland.“

Von

afp

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