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08.01.2012

10:52 Uhr

Saarland-Koalition

Homburger spricht von „abgekartertem Spiel“

Bei der FDP liegen die Nerven blank. Nach dem Aus der vielfach als Pionier-Koalition gelobten Jamaika-Lösung greift Birigt Homburger die CDU frontal an und spricht von einer „Unverschämtheit“. Dahinter stecke die SPD.

Birgit Homburger redet nach dem Saarland-Desaster Klartext. dpa

Birgit Homburger redet nach dem Saarland-Desaster Klartext.

StuttgartDie stellvertretende FDP-Vorsitzende Birgit Homburger hat die Aufkündigung der Jamaika-Koalition durch die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) als "Unverschämtheit" gerügt.

Erst am Tag vor dem Bruch hätten die Spitzen von CDU und FDP an der Saar eine Lösung für die weitere Zusammenarbeit besprochen, sagte Homburger. Das Ende des ersten schwarz-grün-gelben Bündnisses auf Länderebene hätten die Koalitionspartner aus den Medien erfahren. "Ein solcher Umgang ist in bürgerlichen Kreisen unüblich", kritisierte Homburger.

Die Regierungschefin an der Saar sei offensichtlich "überfordert" mit ihrer Aufgabe. "Unter ihrem Vorgänger Peter Müller hat das Bündnis wunderbar funktioniert." Die FDP-Vize sieht hinter dem Vorgehen ein "abgekartetes Spiel mit der SPD", die bereits kurz nach dem Bruch zu Gesprächen über eine große Koalition bereit gewesen sei. Die CDU-Politikerin Kramp-Karrenbauer hatte das Bündnis wegen der Zerwürfnisse in der FDP-Landtagsfraktion beendet.

Homburger erklärte, wenn Kramp-Karrenbauer die Schuld bei der FDP ablade, sei das ein "Ablenkungsmanöver einer durch einen Untersuchungsausschuss angeschlagenen Ministerpräsidentin". Hintergrund für den Ausschuss ist der Skandal um Kostenexplosion und Baumängel am Saarland-Museum. Außerdem regiere die CDU-Politikerin ein Land, das eher in den Landkreistag als in den Bundesrat gehöre und am Tropf des Länderfinanzausgleichs hänge.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Brasso

08.01.2012, 11:06 Uhr

Liebe Frau Homburger,

das Treten nach allen Seiten wäre ihnen erspart geblieben, wenn die Saar-FDP nicht den Boden bereitet hätte für die Reaktion von Frau Kramp-Karrenbauer.

Aktion-Reaktion!

Martina

08.01.2012, 12:34 Uhr

"Außerdem regiere die CDU-Politikerin ein Land, das eher in den Landkreistag als in den Bundesrat gehöre ..."

genau ! Mit demselben Maßstab fragt man sich, was eine Fast Zwei Prozent Partei in der Regierung macht ...
die FDP gehört doch auch eher in einen Debattierklub als in den Bundestag

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