Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.12.2015

09:55 Uhr

Sachsen

30 Menschen attackieren Flüchtingsbus

Vor einer Asyl-Unterkunft im Erzgebirge soll eine größere Gruppe einen Bus mit Flüchtlingen attackiert haben. Dabei soll der Fahrer verletzt worden sein. Die Hintergründe sind noch unklar. Nun ermittelt die Polizei.

Nach dem Angriff auf den Bus ermittelt die Polizei (Symbolbild). dpa

Polizeiwagen mit Blaulicht

Nach dem Angriff auf den Bus ermittelt die Polizei (Symbolbild).

JahnsdorfEine Gruppe von 30 Menschen soll im sächsischen Jahnsdorf (Erzgebirgskreis) einen Bus mit Flüchtlingen bei der Ankunft vor einem Asylbewerberheim angegriffen haben. Die Gruppe habe am Donnerstagabend zunächst das Fahrzeug blockiert, anschließend seien Gegenstände geworfen und Böller gezündet worden, teilte das Operative Abwehrzentrum (OAZ) der Polizei in Leipzig am Freitag mit.

Der Busfahrer sei durch einen Böller am Fuß verletzt worden. Eine Fensterscheibe des Fahrzeugs sei zu Bruch gegangen. Die Asylbewerber wurden in einer anderen Unterkunft untergebracht. Das OAZ ermittelt nun wegen Landfriedensbruchs.

Wo rechte Parteien gegen Flüchtlinge wettern

Polen

Die nationalkonservative Partei Recht und Gerechtigkeit (Pis) ging aus der Parlamentswahl am 25. Oktober als Siegerin hervor. Sie hatte im Wahlkampf vor Integrationsproblemen gewarnt und sich gegen die Aufnahme muslimischer Flüchtlinge ausgesprochen.

Österreich

Die rechte FPÖ von Heinz-Christian Starche sammelt seit Jahren erfolgreich Protestwähler ein, die Flüchtlingskrise hat diese Tendenz verstärkt. Bei der Landtagswahl in Wien im Oktober wurde die FPÖ zweitstärkste Kraft, landesweite Umfragen sehen die Partei bei etwa 33 Prozent, gut zehn Prozentpunkte vor den Regierungsparteien SPÖ und ÖVP.

Schweiz

Der nationalkonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP) hat die Flüchtlingskrise genutzt. Bei der Parlamentswahl am 18. Oktober behauptete sich die SVP mit Forderungen nach einer Verschärfung des Asylrechts und größerer Distanz zur EU klar als stärkste Partei.

Griechenland

Die rechtsextremistische Partei Goldene Morgenröte gewann bei der Parlamentswahl im September sieben Prozent. Damit wurde sie drittstärkste Kraft.

Dänemark

Die rechte Dänische Volkspartei ist nach der Wahl im Juni zweitstärkste Kraft im Parlament. Die DF erreichte 21,1 Prozent Stimmenanteil. Sie fordert einen kompletten Asylstopp. Doch auch die Sozialdemokraten und Liberalen sprechen sich für eine restriktive Flüchtlingspolitik aus.

Italien

Bei den Regionalwahlen im Mai verzeichnete die rechtspopulistische Lega Nord Zuwächse. In Venetien etwa erhielt sie 50 Prozent der Stimmen. In Umfragen lag sie im September landesweit bei 14 Prozent und wäre damit drittstärkste Partei. Sie will die Flüchtlingsboote gar nicht erst landen lassen.

Slowakei

Am 5. März 2016 findet die nächste Parlamentswahl in der Slowakei statt. Fast alle Parteien sind gegen die Aufnahme von Flüchtlingen, auch die regierenden Sozialdemokraten.

Tschechien

Alle großen Parlamentsparteien sind gegen die Aufnahme von Flüchtlingen. In einem Jahr finden in Tschechien Kommunal- und Teilwahlen zum Senat statt.

Niederlande

Die nächsten Wahlen in den Niederlanden sind erst für 2017 angesetzt. Umfragen zufolge wäre die Partei des Rechtspopulisten Geert Wilders derzeit stimmenstärkste Kraft.

Ungarn

Die regierende rechtskonservative Fidesz hat von ihrer strengen Flüchtlingspolitik profitiert und in Umfragen zugelegt.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×