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21.07.2013

15:38 Uhr

Sachsen-Anhalt

Rechnungshof kritisiert Verschwendung bei Beteiligungen

Wenn ein Bundesland junge Unternehmen fördert, wird nicht jedes Geschäft ein Erfolg. Doch in Sachsen-Anhalt mehren sich die Ungereimtheiten im Zusammenhang mit einer landeseigenen Beteiligungsgesellschaft.

Mit der Verwaltung seiner Beteiligungen über eine private Firma hat Sachsen-Anhalt nach Ansicht des Rechnungshofes viel Geld verschwendet. dpa/picture alliance

Mit der Verwaltung seiner Beteiligungen über eine private Firma hat Sachsen-Anhalt nach Ansicht des Rechnungshofes viel Geld verschwendet.

MagdeburgDie Affäre um die landeseigene Beteiligungsgesellschaft in Sachsen-Anhalt zieht weitere Kreise. Mit der Verwaltung seiner Beteiligungen über eine private Firma hat das Land nach Ansicht des Rechnungshofes viel Geld verschwendet.

Die Managementkosten seien von 2,4 Millionen Euro im Jahr 2006 - bevor die Firma Goodvent von Manager Dinnies Johannes von der Osten engagiert wurde - auf 4,9 Millionen Euro im Jahr 2010 gestiegen, berichtete das Nachrichtenmagazin „Focus“. Von der Osten war früher Geschäftsführer der Beteiligungsgesellschaft IBG des Bundeslandes und steht wegen eines umstrittenen Geschäfts mit Q-Cells-Aktien aus dieser Zeit in der Kritik.

Der Verlust im Beteiligungsgeschäft habe sich für das Land außerdem drastisch erhöht, hieß es weiter. Ein Sprecher des Landesrechnungshofs bestätigte den Bericht. Eine Sprecherin von der Ostens führte die höheren Verwaltungskosten darauf zurück, dass mehr Unternehmen im Portfolio gewesen seien.

„Wir bewerten diese Kostenentwicklung außerordentlich kritisch und halten sie für unangemessen“, sagte Rechnungshofpräsident Ralf Seibicke dem „Focus“. Der Sprecher der Kontrollbehörde bestätigte auch die Information, wonach der Landesrechnungshof schon 2003 einen Insiderverdacht gegen von der Osten gehegt habe.

Das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ berichtet, dass sich das Vermögen der Beteiligungsgesellschaft seit 2007 deutlich verringert habe. Genaue Zahlen dazu konnte der Sprecher allerdings nicht bestätigen.

Ein Sprecher des Finanzministeriums sagte am Sonntag, bei der IBG gehe es nicht um die großen Gewinne, sondern darum, jungen Unternehmen zu helfen, die sonst nicht an Kapital kämen. Es sei normal, dass nicht jede Firma funktioniere und Kapital zurückfließt.

Von der Osten hatte bei der Gründung des Solarunternehmens Q-Cells 1999 einen Anteil an der Firma erworben, die später vom Land gefördert wurde. Später verkaufte er sein Aktienpaket. Den Vorwurf eines Interessenkonflikts bestreitet er. In der vergangenen Woche bestätigte er jedoch, dass die Verträge seiner Firma Goodvent, die die IBG seit 2007 verwaltet, mit dem Land aufgelöst werden.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Insider

21.07.2013, 17:09 Uhr

Zahnloser Tiger, hier bedarf es erst einmal einer sofortigen Anpassung mit klarem Weisungsrecht, sonst bleibt es beim blabla.

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