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16.09.2014

17:45 Uhr

Sachsens FDP-Chef

„Der richtige Schock kommt noch“

Der Frust bei der FDP sitzt nach den Wahldebakeln in drei Bundesländern tief. Während Bundesparteichef Lindner keine Kursänderung anstrebt, nagt Sachsens Liberalen-Chef Zastrow immer noch an der Niederlage.

Der gescheiterte Spitzenkandidat der sächsischen FDP für die Landtagswahl, Holger Zastrow: Vorwürfe an die Bundespartei. dpa

Der gescheiterte Spitzenkandidat der sächsischen FDP für die Landtagswahl, Holger Zastrow: Vorwürfe an die Bundespartei.

BerlinBei der Landtagswahl in Sachsen vor zwei Wochen hat die FDP ihre letzte Regierungsbeteiligung verloren. Mit 3,8 Prozent (2009: 10 Prozent) aus dem Landtag. „Ich habe das Ergebnis noch nicht wirklich realisiert“, sagte der Chef der Sachsen-FDP, Holger Zastrow, der „Bild“-Zeitung. „Ich war durch den Wahlkampf in einem Tunnel. Jetzt stürzt vieles auf uns ein.“ Innerhalb weniger Tage ändere sich viel. „Der richtige Schock kommt sicher noch.“

Die Wahlschlappe sieht er nicht als persönliche Niederlage. „Das haben uns andere eingebrockt“, sagte er und verweist auf die Bundespartei in Berlin und die Zeit als die FDP noch mit der Union in der Bundesregierung saß. Die damalige schlechte Leistung und der damit verbundene Ansehensverlust seien die Ursache für die Niederlage. „Wir haben gekämpft, hatten aber keine Chance.“

Der tiefe Fall der FDP

Ende einer Ära

Die Liberalen sind bei der Bundestagswahl 2013 zum ersten Mal in ihrer Geschichte aus dem Bundestag geflogen. Als Regierungspartei ereilte dieses Schicksal bisher nur die damalige Kriegsgeschädigten- und Vertriebenenpartei Gesamtdeutscher Block/BHE (GB/BHE) 1957 in der jungen Bundesrepublik.

Die Königsmacher

Seit 1949 saß die FDP ununterbrochen im Parlament. Mehr als vier Jahrzehnte war sie an Bundesregierungen beteiligt und bei Kanzlerwechseln mehrfach das Zünglein an der Waage.

Hohe Stimmenverluste

Den in früheren Jahren größten Stimmenverlust mussten die Liberalen 1994 hinnehmen. Damals rutschten sie von 11,0 auf 6,9 Prozent - ein Verlust von 4,1 Punkten. Nach ihrer „Wende“ von der SPD zur Union war die Partei aber schon 1983 auf 7,0 Prozent abgerutscht (minus 3,7).

Der Tiefpunkt

Schon 1969 hatte der FDP fast das Totenglöcklein geläutet. Mit ihrem schlechten Ergebnis von 5,8 Prozent (minus 3,7) überwand sie nur knapp die Sperrklausel, konnte aber mit der SPD eine sozial-liberale Bundesregierung bilden. Das Bündnis hielt 13 Jahre lang bis 1982.

Letzte Bastion Baden-Württemberg

Mehr als 50 Mal wurde die FDP aus Landtagen gekippt - zuletzt in Bayern. Nur in Baden-Württemberg ist sie noch nie gescheitert.

FDP-Chef Christian Lindner hatte das Wahlergebnis nüchtern analysiert, aber eine Kursänderung der Bundespartei abgelehnt. „Es wird keinen Links- oder Rechtsschwenk geben. Die FDP wird nicht linksliberal oder mitfühlend liberal“, hatte er gesagt. Seine Partei wolle auch künftig die ganze Breite des Liberalismus abdecken.

Lindner reagierte damit auf Ratschläge und Kritik aus den eigenen Reihen, die der FDP in ihrer existenziellen Krise außerhalb des Bundestages wahlweise eine stärkere sozialliberale oder wirtschaftsliberale Ausrichtung verpassen möchten.

Kommentare (9)

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Herr Salvatore Bonpensiero

16.09.2014, 18:31 Uhr

Die FDP hat den Linksrutsch der CDU mitgetragen. Die FDP hat den massiven Bruch des EURO-Maastrichts-Vertrags mitgetragen. Die FDP hat den Schulden-Sozialismus in Europa mitgetragen. Die FPD hat das Ende solider Bundesbank-Politik mitgetragen usw. usw. usw.

Jetzt will die FDP "APO betreiben, wie es sie vorher noch nie gegeben hat"? Wogegen denn? lol...

Herr Peter Spiegel

16.09.2014, 18:45 Uhr

Die FDP ist eine völlig sinnentleerte Partei.

Herr Horst Hamacher

16.09.2014, 19:18 Uhr

Na, dann spielt mal schön APO!

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