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21.12.2011

18:27 Uhr

Sachsens Kultusminister

Plagiatsvorwürfe gegen Roland Wöller ausgeräumt

Der Vorwurf, Sachsens Kultusminister Roland Wöller habe in seiner Doktorarbeit abgeschrieben, wurde durch eine unabhängige Kommission ausgeräumt. Wissenschaftliche Standards seien aber verletzt worden.

Der Kultusminister von Sachsen, Prof. Dr. Roland Wöller (CDU), darf seinen Doktortitel weiter tragen. dpa

Der Kultusminister von Sachsen, Prof. Dr. Roland Wöller (CDU), darf seinen Doktortitel weiter tragen.

DresdenDie Plagiatsvorwürfe gegen den sächsischen Kultusminister Roland Wöller (CDU) haben sich nicht bestätigt. Das habe eine Überprüfung von Wöllers Doktorarbeit durch eine unabhängige Kommission unter Leitung des Hamburger Rechtsprofessors Hans-Heinrich Trute ergeben, teilte die Technische Universität Dresden am Mittwoch mit. Der Vorwurf des vorsätzlichen wissenschaftlichen Fehlverhaltens sei nicht haltbar. Allerdings gebe es Übereinstimmungen und Ähnlichkeiten mit einer Magisterarbeit. Dabei habe Wöller wissenschaftliche Standards nicht eingehalten.

Die Plagiatsvorwürfe gegen Wöller waren Ende Juli bekanntgeworden.

Von

dapd

Kommentare (1)

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FFrenzel

15.02.2012, 17:32 Uhr

Es war doch wohl ein wenig zu früh, dass man hier meinte, die Plagiatsvorwüfe wären "ausgeräumt":

Süddeutsche Zeitung, 11.01.2012, 15:19
http://www.sueddeutsche.de/bildung/plagiat-doktorvater-distanziert-sich-von-cdu-politiker-ich-schaeme-mich-fuer-sie-1.1255497
»Der Doktorvater des sächsischen Kultusministers Roland Wöller distanziert sich wegen dessen umstrittener Dissertation erstmals öffentlich von dem CDU-Politiker. Er halte Wöller für einen "Scharlatan".
Der Doktorvater des sächsischen Kultusministers Roland Wöller distanziert sich erstmals öffentlich von dem CDU-Politiker wegen dessen umstrittener Dissertation. "Wöller hat den Boden unter den Füßen verloren", sagte der Wirtschaftshistoriker Ulrich Kluge der Wochenzeitung Die Zeit. Kluge hält den Minister für einen "Scharlatan" - unabhängig von der Tatsache, dass die Technische Universität Dresden das Plagiatsverfahren gegen Wöller im Dezember eingestellt hat.
Kluge hatte als ehemaliger Inhaber der Professur für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Philosophischen Fakultät der TU Dresden Wöllers Arbeit betreut. Der mittlerweile emeritierte Wissenschaftler bezeichnete es laut Zeitung als "ein Armutszeugnis", dass die Hochschule nur eine Rüge gegen ihren einstigen Promovenden Wöller ausgesprochen hatte, er den Doktortitel aber behalten durfte. Wäre es nach ihm gegangen, so Kluge, hätte Wöller seinen Doktortitel verloren. ...«
Ich denke mal, dass es sich der Doktorvater nicht leicht gemacht hat, seinen ehemaligen Doktoranden einen "Scharlatan" zu nennen, weil er sicherlich exakt einschätzen kann, ob die Arbeit Wöllers zu viel unrechtmäßig übernommenen, weil nicht rechtmäßig deklarierten Text enthalten hat.
Ich halte es auch für durchaus bedenklich, dass man sich an der TU Dresden davor scheut, diesem Mann seinen Doktortitel abzuerkennen, weil man dort vermutlich meint, darauf Rücksicht nehmen zu müssen, dass er Minister in der sächsischen Landesregierung ist.

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